Respekt und Unverständnis

Cem Özdemir respektiert Horst Köhlers Rücktritt, aber auch ein Bundespräsident müsse Kritik aushalten, so der Bundesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. Außerdem spricht Cem Özdemir in der Grünen Woche über das Verbot von Tiefseebohrungen und Steuererhöhungen.

 

Horst Köhlers Entscheidung müsse man respektieren, so Cem Özdemir. Aber dieser Schritt sorge bei ihm für Unverständnis, weil auch ein Bundespräsident nicht sakrosankt sei und Kritik aushalten müsse. Der Rücktritt Köhlers sei der Anfang vom Ende von Schwarz-Gelb und Frau Merkel müsse sich jetzt überlegen, ob sie sich den Aufgaben noch gewachsen fühle, sagt Cem Özdemir.

Bei den Bildern von der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko werde man von einem Gefühl der Hilfslosigkeit ereilt und es gebe jetzt nur eine Konsequenz: Tiefseebohrungen verbieten sich und der Energiehunger müsse dringend gedrosselt werden, so Cem Özdemir.

Außerdem macht der Bundesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN klar, dass bei der finanziellen Situation der kommunalen Haushalte über Steuererhöhungen diskutiert werden müsse und die Zinslasten nicht auf die folgenden Generationen übertragen werden dürften. Eine zeitliche begrenzte Vermögensabgabe und die Erhöhung des Spitzensteuersatzes von 42 auf 45 Prozent seien das richtige Mittel, sagt Cem Özdemir.

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Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch!

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Ein parteiübergreifender Kandidat muss her

Claudia Roth und Cem Özdemir fordern, dass die schwarz-gelbe Koalition und die Opposition gemeinsam einen neuen Bundespräsidenten finden.

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Schwarz-Gelb muss höllisch aufpassen

In der Grünen Woche hat Cem Özdemir Steuersenkungen kritisiert, Irlands Referendum begrüßt und dem DGB gratuliert.

Auf geht's!

Wann und wo die GRÜNEN Spitzen bei Dir sind? Alle Touren im Europawahlkampf im Überblick

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Jamaika-Koalition an FDP gescheitert

Ministerpräsidentin will mit der SPD eine große Koalition bilden. Cem Özdemir: GRÜNE waren kein einfacher, aber verlässlicher Partner.

Kommentare

Harry Neumann
01-06-10 12:07
Bundespräsident Horst Köhler zurückgetreten

Horst Köhler schreibt Geschichte und setzt Zeichen. Er ist als erster Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland zurückgetreten. Er war einer der ganz großen und oftmals unterschätzten Präsidenten, dessen Tugenden nicht schlichte Parteiloyalität und bildungslose Lautstärke waren, sondern Unabhängigkeit, Sachverstand, Werteorientierung und gesunder Patriotismus.

Seine konsequente Entscheidung demaskiert die politische Kultur der politischen „Eliten“ dieser Republik: mangelnde Bildung, mangelhafter Sachverstand, Unfähigkeit zu lesen, was er wirklich gesagt hat, zügellose Lautstärke ohne geistige Fundamente, ideologische Verblendung, monströse Schlichtheit des Geistes und mangelnder Respekt vor dem höchsten Staatsamt.

Dieser Rücktritt zeigt in seiner Wahrhaftigkeit aufs Neue den Bildungs- und Kulturverfall in unserem Land. Daher wird das politische Machtgeschacher auch morgen weiter gehen.

Wo der Respekt abhanden kommt, sind die gemeinsamen tragenden Werte einer Gesellschaft verloren gegangen. Horst Köhler hat dem höchsten Staatsamt und sich selbst Respekt verschafft.
Grüngeist
01-06-10 11:36
Respekt vor einer konsequenten Entscheidung!


Man möge darüber streiten, ob seine Äußerungen hinsichtlich des (indirekten) Hintergrundes zum Afghanistan-Krieg so negativ kritisch zu bewerten sind, dass er in Anbetracht der sich anschließenden Diskussionen damit konsequent seinen Rücktritt erklärt..

Fakt ist: Er beklagt mangelnden Respekt, das damit verbundene Fehlen von Vertrauen in seine Arbeit, welches für ihn jedoch offensichtlich und zurecht die Basis jedes Handelns in seiner Funktion ist und erklärt den Rücktritt! Hut ab!

Seine Entscheidung ist dadurch - aus meiner Sicht - mit Hochachtung zu betrachten!

Solch ein Beweis von Verantwortungsbewusstsein und Konsequenz ist (leider) selten!

Andere "Regierungsverantwortung tragende Persönlichkeiten" hingegen demonstrieren Konsequenz in Form von hochgradiger Ignoranz!
Sie verlieren zunehmend an Ansehen, an Vertrauen und an Glaubwürdigkeit, werden mehrfach zum Stellen der Vertrauensfrage aufgefordert und beweisen stattdessen Hochmut.

In Anbetracht der Tatsache, wie es um die dramatische Unzufriedenheit und den zunehmenden Verlust an Vertrauen der Bürger dieses Landes bezüglich der Arbeit u.a. von Frau Merkel steht, würden sich sicher viele Menschen mit Hilfe u.a. der Grünen wünschen, dass Herr Prof. Köhler mit seiner konsequenten Entscheidung eine Vorbildwirkung erzielt!

Schade... er war in vielen Augen einer der übrig gebliebenen oder gar letzter Sympathieträger einer ehemaligen Volkspartei - CDU.
g.r. bethke
01-06-10 10:10
Meinungsverschiedenheiten sind normal, aber die Kultur des Streitgespräches oder der achtungsvolle Umgang miteinander, den hat Herr Trttin bei seinen verbalen und unqualifizierten Angriffen auf unseren Bundespräsidenten vergessen lassen, das war einfach nur billig und dumm.
Es war keine Kritik es war einfach unflätig dieser Vergleich mit Lübcke, dazu der bösartige Kommentar des Herrn Özdemir - armes Deutschland, das seine besten Leute, vom volk geachtet und sehr beliebt, so verprellt
wunderle Josef
01-06-10 00:32
Das Land erlebt den Niedergang und unsere Politikerklasse träumt weiter. Mit Köhler wird auch eine Institution destabilisiert. Es ist die letzte im Gefüge der Demokratie.

Sein Rücktritt löst Verständnis aus, denn man muss keinen Politiker öffentliche verhöhnen, beleidigen oder mit Lübcke vergleichen.

Dass die politische Klasse keinerlei Zurückkhaltung kennt, zur persönlichen Eitelkeit jeden anderen angreifen wird, wissen wir schon längst.

Köhler geht, aber der Stil im Land wird sich nicht ändern.

Ob nun CDU, CSU, FDP, Grüne, Linke oder SPD, sie alle arbeiten mit einer Steilvorlage dem faschistischen Lager von rechts und dem kriminellen autonomen Lager von links in die Arme.
31-05-10 23:06
Fakt ist:
Herr Köhler war auf dem Rückweg aus Afghanistan.
Nimmt man seine Äußerungen in Hinblick auf Somalia und die Piraten, dann war die Äußerung vollkommen richtig.

Fakt ist aber auch:
Afghanistan ist destabilisiert. Es gibt keine Alternativen momentan. Ein Abziehen aller Truppen bringt auch Afghanistan nicht weiter und birgt auch die Gefahr, weitere Teile der Region zu stabilisieren.
Auch mir wäre es lieber unsere Truppen würden dort mit Blumen empfangen und sie könnten am Aufbau des Landes mehr tun. Leider ist die Realität eine Andere. Es gibt nun mal zu viele gewaltbereite Dummköpfe in der Welt, die auch nicht davor zurückschrecken, Leute mit Blumen in der Hand mit Bomben zu bewerfen.
maritta h. grimminger
31-05-10 23:02
Land ohne Präsident,

ich bin zwar eine europäische Ausländerin, aber
warum kann Joschka Fischer nicht Bundespräsident werden?
Er kennt die wichtigsten Themen der aktuellen Politik,
er kennt die Diplomatie und er weiß die richtigen Schlüße daraus für die Zukunft zu ziehen.
Im Ernst, welche Partei unterstützt ihn nicht und warum?

Inzwischen ist Obama schon "ein Grüner"...

Mit freundlichem Gruß, Maritta H. Grimminger
31-05-10 22:51
@ Mana...
Manipulieren lässt sich nur wer nicht denkt...
Zudem muss man sagen das Herr Köhler nur die tatsächlichen Beweggründe des Krieges genannt hat. Diese waren bis dato zwar auch klar wurden aber so nicht kommuniziert.
Eins lässt sich jedenfalls sagen, diese Beweggründe sind falsch, egal wie man sie bisher umschrieben hat.

Das Problem Köhlers ist, dass er das Feigenblatt der dt. Politik entfernt hat. Wofür er übrigens auch von CDU Größen kritisiert wurde.

Trotzdem ist und bleibt es kein Grund Krieg für Wirtschaft zu führen!
Gunnar
31-05-10 22:51
Heute ist offenbar schon wieder ein trauriger Tag! Ein Tag, der wieder Opfer von Populismus und Medienreißerei gebracht hat. Mag sein, dass Köhler seine Äußerungen nicht durchdacht hat oder sich der Wirkung dieser nicht bewusst war, aber die Art, mit der auch die Spitzen der Grünen die
Oppositionsflak abgefeuert haben, war unverhältnismäßig.
Unverhältnismäßig war vielleicht auch der Rücktritt Köhlers,
aber die vielbeschriebene Dünnhäutigkeit ist wohl auch erst
im Laufe der Zeit entstanden, will heißen: auch ein dickes Fell ist irgendwann mal durchgescheuert...so daß solche
Entscheidungen in einer Art von "Affekt" getroffen werden.
Schlimm ist nur, dass einer der gaaaanz wenigen Leute in der Politik, die von den Bürgern noch als grundanständig betrachtet werden und ein hohes Ansehen genießen, von der Bühne gepoltert wird.
Ich schreibe bewusst nicht Politiker, denn Köhler war parteiübergreifend ein Volksvertreter (so wurde er von vielen geschätzt) und das sind heute zwei ganz verschiedene Paar Schuhe!
Nun muss ein neuer her, wobei der oder die es bestimmt nicht leicht haben wird, Akzeptanz in der Bevölkerung zu
erlangen.
Ich bin gespannt, ob es den Parteien gelingt,
ein weißes Kaninchen (wegen der Weste)aus dem Hut zu zaubern ohne die Ränke-und Machtspielchen von
Regierung, Opposition und Bild-Zeitung, so wie es
z.B. Sigmar Gabriel (SPD) fordert.
Manchmal kommt es eben doch auf die Verhältnismäßigkeit an, wie Frau Merkel es heute zum zweiten traurigen Thema des Tages anmerkte.
Gute Nacht, Deutschland!
Reinhard
31-05-10 22:44
1. Diese Selbstherrlichkeit, mit der Herr Trittin kürzlich meinte, den Bundespräsidenten mit Herrn Lübke vergleichen zu müssen, ist unerträglich. Das ebenso unerträgliche und stets angestrengt unkultivierte Verhalten von Frau Künast (und leider auch vieler weiterer Damen und Herren in der Politik auch außerhalb der Gruenen)sind die Ursachen für eine Verrohung des politischen Anstandes unter der Herr Köhler und viele Wähler leiden. Herr Köhler hat wenigstens den Mut gehabt, sich dem künftig nicht mehr aussetzen zu wollen.

2. Überall heißt es jetzt, daß eine Verbindung zwischen Kriegseinsatz ("Kampf gegen Terror") und wirtschaftlichen Erwägungen in Afghanistan nicht vereinbar sind oder vereinbart werden dürfen. Es ist eine Verhöhnung des Wählers, wenn man politisch suggerieren will, daß das nicht stattfinden darf, obwohl jeder weiß und sehen kann, daß es letztlich in großer gewichtung auch darum geht!
Manfred
31-05-10 22:41
Merkt denn niemand, wie die Grünen uns manipulieren wollen.
Es wird immer davon geredet, dass die Äußerungen von Herrn Köhler im Interview im Deutschlandfunk falsch waren.
Wenn man sich Herrn Trittin in den Tagestheman anhört, spricht er von falschen Äußerungen von Herrn Köhler. Er nennt aber keine Äußerung detailiert - er manipuliert uns.

Wo sind denn die falschen Äußerungen von Herrn Köhler - Herr Manipulator Trittin??

Hier das original Interview :
http://www.dradio.de/aodflash/player.php?station=3&broadcast=348714&datum=20100522&playtime=1274507517&fileid=c6f918db&sendung=348714&beitrag=1188780&/
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