Wir sind noch zu wenig Frauen

Bei BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sind 37 Prozent der Mitglieder Frauen, aber die Partei besteht noch nicht fifty-fifty aus Frauen und Männern. Im Interview will Astrid Rothe-Beinlich, Mitglied im Bundesvorstand und frauenpolitische Sprecherin von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Frauen Mut machen, sich bei den Grünen zu engagieren und aktiv in die Politik einzumischen.

Astrid Rothe-Beinlich, Mitglied im Bundesvorstand und frauenpolitische Sprecherin von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN.

gruene.de: BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN starten eine Mitgliederwerbekampagne, die sich direkt an Frauen richtet. Warum braucht die Partei mehr Frauen?
Astrid Rothe-Beinlich: Weil nach wie vor gilt: Für das, was wir vorhaben, sind wir noch viel zu wenige - vor allem zu wenig Frauen. Hinter uns liegt das erfolgreichste Wahljahr unserer Geschichte mit einem beispiellosen Zuwachs an politischer Verantwortung, politischen Ämtern und Mandaten. Damit ist auch der Bedarf an politischem Personal und Nachwuchskräften noch einmal erheblich gestiegen. Und weil wir bündnisgrüne Politik nicht nur für Frauen sondern auch mit Frauen machen wollen, haben wir Regeln geschaffen, die grünen Frauen eine konsequent gleichberechtigte und aktive Arbeit in unserer Partei ermöglichen. Mit unserer Frauenquote sind wir so erfolgreich, dass sich inzwischen die meisten anderen Organisationen, Parteien und Verbände dieser nicht mehr völlig verweigern können. Dennoch haben wir das Ziel: "Die Hälfte der Macht für Frauen" auch bei uns selbst noch nicht erreicht: Erst 37 Prozent unserer Mitglieder sind Frauen. Das ist verglichen mit anderen Parteien zwar der Spitzenwert, aber damit fehlen uns nach wie vor mindestens 13 Prozent an Legitimation, Erfahrung, Wissen und Vielfalt. Deshalb starten wir zum Frauentag am 8. März 2012 diese Kampagne, die gerade Frauen Mut macht, sich bei uns zu engagieren und mit uns zu streiten.

Wie können sich Frauen aktiv bei den Grünen einbringen?
Die Möglichkeiten, sich bei uns einzubringen, sind so vielfältig wie unsere Themen und unsere Partei selbst. Wir brauchen Frauen überall – und auf allen Ebenen, in den Stadt-und Gemeinderäten ebenso wie in den Vorständen der Kreis- und Ortsverbände, auf Landesebene, im Bund und in Europa. Mit "Meine Kampagne" haben wir eine online-Plattform geschaffen, die allen die Gelegenheit bietet, politische Inhalte oder konkrete Projekte zu unterstützen, die ihnen am Herzen liegen. In den verschiedenen Arbeitsgemeinschaften auf Landes- und Bundesebene gibt es die Möglichkeit, themenspezifisch mitzuarbeiten und das eigene Wissen und die eigene Kompetenz gezielt in die programmatische Ausrichtung der Partei einzuspeisen. Und nicht zuletzt bieten unsere Frauengremien auf allen Ebenen Frauen die Möglichkeit, die unterschiedlichsten Themen bewusst aus Frauenperspektive zu beleuchten, zu hinterfragen und wichtige Aspekte zur Diskussion zu stellen.

Eine grüne Forderung ist: Die Hälfte der Macht für Frauen. Mit welchen Maßnahmen soll dieses Ziel erreicht werden?
Mit der Forderung nach „der Hälfte der Macht“ haben wir uns ein großes Ziel gesetzt und stellen uns als GRÜNE auch ganz bewusst der Machtfrage. Noch immer gibt es eine Vielzahl von strukturellen Gründen, Diskriminierungen und gesellschaftlichen Zuschreibungen, die Frauen davon abhalten, sich aktiv in die Politik einzumischen und die sie von Führungspositionen in Wirtschaft und Wissenschaft fernhalten. Unter anderem deswegen kämpfen wir für Frauenquoten, eine eigenständige Existenzsicherung, sowie konsequent individuelle Ansprüche, die Altersarmut vermeidet und Frauen nicht länger als „abgeleitete Wesen“ betrachtet. Konkret bedeutet das die Abschaffung des Ehegattensplittings und der quantitative und qualitative Ausbau von Betreuungs- und Bildungseinrichtungen, damit beide Eltern Beruf und Familie verbinden können. Wir wollen ein Gleichstellungsgesetz für die Privatwirtschaft mit Personalentwicklungsplänen und einem Verbandsklagerecht, damit diskriminierende Strukturen auf dem Arbeitsmarkt abgeschafft werden. Um Entgeltgleichheit zu erlangen, setzen wir auf Mindestlöhne und eine gerechtere Bewertung von Arbeitsbeschreibungen in Berufen, die vor allem von Frauen ausgeübt werden. Und wir setzen auf die Frauenquote in Aufsichtsräten und Vorstandsetagen, damit Frauen nicht länger von der Gestaltung der Gesellschaft und Wirtschaft ausgeschlossen sind. Uns ist wichtig: Frauen und Männer gestalten Politik gemeinsam auf Augenhöhe – das ist für uns die „Hälfte der Macht.“

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Aktive Frauen auf allen Ebenen

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Bericht zum Bundesfrauenrat 2010

Der Bundesfrauenrat tagte am 1. und 2. Oktober 2010 in Berlin.

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Meilensteine der Frauenbewegung

146 Jahre Frauenbewegung. Unsere Chronik zeigt die entscheidenden Momente. Was wurde erreicht, was gibt es noch zu tun?

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"Quote heißt auch Verantwortung"

Beim Bundesfrauenrat in Bremen wurde über die grüne Quote, Zeitpolitik und Frauen in der arabischen Welt diskutiert.

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Der Green New Deal: Ein guter Deal für Frauen!

Die grüne Bundesfrauenkonferenz am 17. und 18. April in Bonn unter dem Motto: Der Green New Deal – ein guter Deal für Frauen!

Kommentare

Freier Mann 2
15-06-12 16:23
An Claudia und Jutta,

Kann es sein, dass der derzeitige Frauenanteil bei den Grünen einfach aus freiem Willen der bisherigen Mitglieder (nämlich dem Eintritt in die Partei) entstanden ist? Wer ist also benachteiligt und was soll dann die Quote? Wenn dem nicht so wäre hieße dass, Grünen hätten die Frauen in der Vergangenheit asugeschlossen.

Seit wann ist es ein Nachteil zu Hause zu sein und ein Kind großzuziehen? Kann es sein, dass es für die Frauen belastender ist Familie UND Beruf in Einklang zu bringen als nur die Familie meistern zu müssen?
ein freier mann
06-06-12 07:02
warum wollen frauen immer nur an die macht?
nur auf fuehrungsplaetze!
kein frau will arbeitsplaetze!
ich habe noch nie was gelesen bei den gruenen,
auch 50% im strassenbau,hochbau, geruestbau, lkw-fahrer usw.
liste laesst sich verlaengern.das habe ich noch nie
bei den gruenen gehoert.als wenn die welt nur aus fuehrungs kraeften besteht.einer muss die arbeit machen.wir normale
maenner. ich habs hinter mir.6 jahre emanzen genoergel.
nur weil ich den passenden beruf nicht hatte.genoergel
meiner frau und schwieger mutter.schwiegervater soff.
jetzt weiss ich warum. habe den bettel hingeschmissen,vonheute auf morgen.jetzt gehts mir gut.
nie mehr bindung zu frauen.alles gehoert mir. zeit und geld
bin nie mehr pleite ,habe meine ruhe. herrlich!habe guten job der mir freude macht. ja! freude! keine frau in der naehe. ihr frauen geht mir aus dem weg.ich mag euch nicht
schon garkeine gruenen.
Jutta
22-05-12 11:42
Hallo liebe "verschreckte" Männer,
hier geht es um fifty-fifty. Wo bitte ist da eine Benachteiligung von wem? Können sich die Herren Kritiker bitte mal mit den Argumenten auseinandersetzen und nicht nur abgedroschene Phrasen zum Besten geben? Schaut Euch doch die Struktuern in der Politik und in unserer Gesellschaft mal bewusst an, dann wisst ihr, woran es liegt, dass Frauen weniger Zeit und Kapital haben, um in diesen Strukturen mithalten zu können (und zu wollen). Frauen kümmern sich überwiegend um Haushalt und Kinder, sind in Kindergarten und Schule ehrenamtlich aktiv (schon mal auf einem Elternabend gewesen?), kümmern sich um pflegebedürftige Angehörige, sind berufstätig und sollen dann auch noch in die politischen Strukturen passen, die Männer (durch ihre Frauen daheim entlastet) vorgegeben haben.
Es stimmt nicht etwas nicht mit den Frauen, sondern mit den Strukturen in denen Frauen leben. Das haben die Grünen erkannt und die Frauenorganisationen erkannt und suchen die Veränderung. Danke dafür!
Horst Schankowski
04-05-12 23:06
Das Frauenstatut Eurer Partei ist undemokratisch und diskriminiert Männer.
Ihr macht nichts für benachteiligte Männer, die es zu Hauf gibt und macht einzig und alleine nur Politik für Frauen.
Dieser feministische, männerdiskriminierende, undemokratische Ansatz führt dazu, dass Männer von der Mitarbeit bei den Grünen abgeschreckt werden.
Aber das ist von Euch wohl so gewollt, wenn ich es richtig verstehe.
Wenn ich es also richtig verstanden habe, wollt ihr von mir, der ich ein Mann bin, nichts. Also auch keine Wählerstimme.
Die kriegt ihr auch nicht. Weil ich als Mann zwar vielleicht blöd bin, aber so blöd bin ich auch wieder nicht, dass ich für meine eigenen Diskriminierung stimme.
Robinium
22-04-12 00:02
Der Frauenanteil in eurer Partei ist immer noch zu niedrig, obwohl ihr durch euren Frauenstatut eure weiblichen Mitglieder zu Menschen 1. Klasse und die männlichen zu Menschen 2. Klasse gemacht habt?

Tja, dann hilft wohl nur noch eins: schmeißt einfach so viele Männer raus, bis ihr einen 50% Frauenanteil habt. Beschränkt die Zahl der männlichen Neumitglieder auf 50% Die Männer in eurer Partei sind ja offenbar eh alles nur "irgendwelche Kerle" und Menschen zweiter Klasse.
Ralph
19-04-12 13:27
Ist eine pauschale Frauenquote von 50% um jeden Preis, also unter Vernachlässigung einer VERGLEICHBAREN QUALIFIKAKTION +GLEICHEN ENGAGEMENTS wie männliche Bewerber wirklich förderlich zur Bekämpfung der Diskrimierung oder führt sie nicht vielmehr zur Diskriminierung der Männer?
Wenn das Ziel ein Signal gegen Diskriminierung von Bewerbern für Führungspositionen allgemein ist, bin ich zwar sehr dafür, mehr zu tun als bisher, nämlich aktiv um Mitbewerber aller bisher unterrepräsentierten Bevölkerungsgruppen zu WERBEN und diese dann bei ihrer Kandidatur zu unterstützen.

Aber ist Schubladendenken a la: Die "bösen" Männer halten die "guten" Frauen von der Macht fern und müssen deshalb mittels Quoten verdrängt werden! - wirklich dafür geeignet? Oder geht das nicht voll nach hinten los und wird von vielen Menschen(auch vielen Frauen!!),die sich in erster Linie KOMPETENTE Vertreter wünschen, unabhängig von Alter, Geschlecht, Herkunft etc, eben auch als Diskriminierung gesehen?

Und wären dann nämlich noch wesentlich mehr Quoten erforderlich, z.B. für die Widerspiegelung des Migrantenanteils, für die verscheidenen Altersgruppen (insbesondere Jugend und Senioren), für Homo-/Transsexuelle und die verscheidenen Religionen etc??

Solche Quoten würden doch aber dem Datenschutz widersprechen, da dann die Bewerber auch Angaben offenlegen müßten, die aus guten Gründen bei einer Bewerbung bereits jetzt nicht abgefragt werden dürfen.

Unser erstes Ziel muß doch sein, in der Bevölkerung mit KOMPETENZ um Wähler zu werben, und nicht mit einer starren Frauenquote.

Im Übrigen ist es für die Alltagsarbeit innerhalb der Partei teils bereits schädlich, wenn aufgrund der 50%-Quote mangels genügend interessierter Bewerberinnen wichtige Positionen von vornherein nicht besetzt werden können und die übrigen Führungsleute dadurch überlastet werden. In dem Fall sollten die offenen Funktionen zumindest übergangsweise kommissarisch durch männliche Berber besetzt werden dürfen, bis sich eine geeignete Kandidatin findet.

Die Quotenregelung sollte meiner Meinung nach in jedem Fall gründlicher diskutiert werden als bisher und gegebenenfalls eine Mitgliederabstimmung der Basis durchgeführt werden.

Ich denke:
Bei Wahlfunktionen sollten sich grundsätzlich Jede/r Kandidat/in bewerben dürfen, die/der sich als geeignet sieht und dabei sollten wir natürlich die Frauen auch mehr als bisher ermutigen und unterstützen, sich zu bewerben.

Die Wahl selbst sollte dann aber KONSEQUENT den Wählern überlassen werden. Andernfalls besteht die Gefahr, dass die Funktionsbesetzung intransparent und undemokratisch a la "Postenschacherei" wahrgenommen wird.
Derartiges dürfte sich in der Folge mit Sicherheit auch negativ für die Arbeit der Frauen auswirken. Und wie wird sich wohl eine Frau FÜHLEN, wenn sie zwar erst dank Quote gewählt wird, dann aber bei ihrem Wirken zu spüren bekommt, dass die Wähler nicht wirklich hinter ihr stehen?

Mit anonymisierten Bewerbungsverfahren, wie sie mit wenigen begründeten Ausnahmen für Wirtschaft und Behörden unbedingt zu fordern ist, wäre eine objektive Wahl zwar immer der Fall. Aber in der Politik gilt eben auch, dass die Wähler nach eigener Überzeugung und wohl auch Sympathie entscheiden wollen und dafür die KandidatInnen gern kennenlernen wollen, was ein anonymisiertes Bewerbungsverfahren eher ausschließt.

Die Meinung von Katrin kann ich jedenfalls nicht bestätigen. Ich selbst wähle bei annähernd gleicher Eignung bevorzugt Frauen, weil ich ihnen mehr soziale Kompetenz zutraue.
Ich kenne aber auch etliche kluge und kompetente Frauen, die die Quotenregelung als eine Diskriminierung der Frauen empfinden, nach dem Motto, sie wären sonst nicht fähig, sich selbst durchsetzen.

Und wenn Frauen in sogenannten Frauenberufen über-, in anspruchsvollen technischen Berufen aber deutlich unterrepräsentiert sind, dann liegt dass nicht zuletzt daran, dass sich viele Mädchen erst gar nicht für eine Ausbildung in technischen Berufen interessieren, sondern sich selbst eben oft in den "typischen" Frauenberufen sehen.

Auf jeden fall bin ich sehr gespannt, wie sich die Kampagne weiter entwickelt.
Katrin
02-04-12 16:15
Ich bin froh über die Quote. Als Frau wird man in vielen beruflichen Bereichen diskrimminiert oder warum gibt es im Verkäuferbereich/Einzelhandel mehr Frauen als Männer? Oder auch Erzieherinnen und Altenpflegerinnen sind häufiger zu sehen als Männer in den Bereich...ach ja was sich ja dann auch auf den Lohn auswirkt.Frauen verdienen immer noch weniger als Männer,wofür Deutschland von der OECD kritisiert wird. Schaut man in die Aufsichtsräte sieht es eher düster aus,angeblich wollen wir Frauen ja nicht nach oben. Auch wenn es einige Herren nervt,dass es diese Quote gibt und sie sich diskrimminiert fühlen...Diese Kampagne der Grünen proviziert,ganz klar...aber Grün hat schon früher in vielen Bereichen provoziert und sich ,,unbeliebt" gemacht.

Hätten die Frauen in den 70igern nicht angefangen zu provozieren und auf die Straße zu gehen, würden wir Frauen wahrscheinlich heute noch hinter dem Herd versauern. (Achtung Provokation)
Claudia
16-03-12 10:52
Quoten helfen dabei, benachteiligten gesellschaftlichen Gruppen einen angemessenen Zugang dort zu verschaffen, wo für sie WEGEN IHRER BENACHTEILIGUNG keine oder schlechte Chancen auf Teilhabe bestehen. Bei einem Beitritt zu den Grünen wird aber niemand gegenüber irgendjemandem benachteiligt. Jeder Mensch hat hier die gleiche Möglichkeit zur Teilhabe! Durch sinnfreie Aktionen wie diese verstehen immer weniger Menschen, dass und weshalb Quoten wichtig sind im Kampf gegen Benachteiligungen. Und ganz übel ist die Parole gegen die Jungs.
Markus
15-03-12 08:27
Schade, ich würde ja gerne die Grünen wählen, aber nicht mit diesem Thema.
Ist das wirklich eure Art von "Gleichberechtigung", wenn Frauen in Führungspositionen aufgenommen werden sollen, weil sie Frauen sind? Werden im Umkehrschluss nicht Männer deshalb nicht aufgenommen, weil sie Männer sind? Ist das keine Diskriminierung?
Ich bin für Gleichberechtigung. Die totale Gleichberechtigung. Ich möchte nichts mehr davon hören: Frauen wollen dies, Männer jenes. Es geht um Menschen, und jeder Mensch soll alles erreichen können (bis auf das, was ihnen genetisch bedingt sowieso nicht möglich wäre).
Das Denken in den Köpfen der Leute, die Menschen in Führungspositionen erheben, muss geändert werden. Daran muss man arbeiten. Ein Gesetz, das Firmen zwingt, Frauen in Führungspositionen einzusetzen, ist nur mal wieder der einfachere Weg. Und wie gesagt, dieser Weg diskriminiert die Männer.
Außerdem ist es schon witzig, dass ein Land über dieses Thema diskutiert, das eine Bundeskanzlerin an der Spitze hat.
Und ständig auf andere Länder zu verweisen, die solch eine Frauenquote haben und die damit gut fahren, ist genau so witzig, denn Fakt ist, dass Deutschland wirtschaftlich gesehen in Europa an der Spitze steht. Wenn man uns also mit einem Frauenquotenland vergleicht, vergleicht man uns immer mit einem wirtschaftlich schwächeren Land, was also demnach nicht unbedingt für eine Frauenquote spricht, sondern eher wohl dafür, genau so weiterzumachen wie bisher.
Und dass Frauen keine Führungspositionen in unserem Land einnehmen, nur weil sie Frauen sind: Vielleicht ist das so, vielleicht aber auch nicht. Ich glaube nicht, dass das jemand zugeben würde, wenn das so wäre. Ich persönlich fände das nämlich ziemlich dämlich von unseren Spitzenbossen in den großen Firmen, wenn eine Frau qualifizierter ist als ein Mann, dass man dann trotzdem den Mann einstellt. Und irgendwie kann ich mir das nicht vorstellen, dass Menschen wirklich so blöd sein könnten.
Startet die Kampagne: Wir sind alles Menschen!
Indem ihr das Thema Frauen in Führungspositionen so herausputzt, fördert ihr genau das, wo ihr eigentlich gegen seid: Den Unterschied zwischen Männern und Frauen.
Franz
14-03-12 08:15
Schade finde ich, dass sich ihre Partei hauptsächlich mit der Fördernung der Frau beschäftigt. In diesem Zusammenhang hätte ich eine Frage: "Wenn Sie es geschafft haben, Parität bei ihren Mitgliedern zu haben (bei ihren Gremien ist das ja schon aufgrund ihrer parteiinternen Vorgaben), schaffen Sie dann ihre Frauenquote ab und ersetzen sie durch einen Geschlechterquote? Denn eine Partei, die behauptet, dass sie für Gleichberechtigung einsteht, aber gleichzeitig ein Frauenstatut in ihrer Satzung hat, kann man und darf man nicht für voll nehmen. Um es hart auszudrücken eine Volkspartei, bei der ein Geschlecht das letzte Sagen hat (Frauenstatut, Kanzlerfrage), ist meiner Meinung nach verfassungswidrig, da hier keine Gleichberechtigung herrscht. Oder nochmals anders ausgedrückt: "Erklären Sie mal diese Art von Gleichberechtigung einem Kind." Wenn Sie Gleichberechtigung wollen, dann fangen Sie an, diese in ihren eigenen Reihen zu leben und ersetzen die Frauenquote durch eine Geschlechterquote.
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