Zeit zu handeln

Die große Koalition hat viele Menschen enttäuscht. Große Krisen – Große Koalition? Werch ein Iltum. Was haben die vergangenen vier Jahre gebracht? Stillstand und gegenseitige Lähmung inmitten eines Epochenbruchs. Und wenn die große Koalition dann doch mal etwas auf den Weg gebracht hat, ging es oft in die falsche Richtung oder blieb ein fauler Kompromiss, weil jeder Koalitionspartner etwas reinmischen konnte – ob es passte oder nicht. Die Wirkung war gering, die Zeche dafür teuer. So wurde wertvolle Zeit vertan, und neue Sicherheit wurde nicht geschaffen. Es ist Zeit für einen Wechsel und dafür, dass BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN wieder Regierungsverantwortung übernehmen.

Sieben Jahre lang haben wir unser Land zusammen mit der SPD regiert. Die Erfolge tragen die grüne Handschrift: Atomausstieg und Erneuerbare Energien, Ökologische Steuerreform, Verbraucherschutz und neue Landwirtschaftspolitik, Aufbruch beim Staatsbürgerschaftsrecht, Eingetragene Lebenspartnerschaft, das Gewaltschutzgesetz und eine profilierte Europa- und Außenpolitik. Und grüne Erfolge können sich auch heute noch sehen lassen. Selbst Union und SPD schafften die Ökosteuer nicht ab, sondern stockten damit unser Marktanreizprogramm für Erneuerbare Energien auf. Und die Union, die das Erneuerbare-Energie-Gesetz 2005 abschaffen wollte, geht jetzt damit hausieren.

Zu einer kritischen Bilanz gehört aber auch zu sagen, dass wir uns in der Regierungszeit nicht immer durchsetzen konnten und auch Fehler gemacht worden sind. Daraus haben wir gelernt. In den vergangenen vier Jahren haben wir gezeigt, wie man Opposition macht. Die härtere Opposition ist nicht die lautere. Es ist die mit den besseren Konzepten. Von der Senkung der Sozialversicherungsbeiträge für Geringverdiener über ein Erneuerbares Wärmegesetz bis zur Finanzplatzbesteuerung schreiben andere Parteien heute für ihre Wahlprogramme bei uns ab.

Dort aber, wo sie es in Politik umzusetzen versuchen, geschieht dies halbherzig und zögerlich. Es zeigt sich: Nur wo Grün draufsteht ist, ist auch Grün drin. Nur wo Grün regiert, wird Grün Wirklichkeit. Wer Grün wählt, wählt Klimaschutz. Ökologische Politik ist wirtschaftliche Innovation für mehr Arbeitsplätze. Wir wollen 1 Mio. Jobs schaffen und die Infrastrukturen und Schlüsselindustrien Automobil, Chemie und Maschinenbau neu auszurichten auf die Produkte und Jobs der nächsten Jahre. Wir wollen die Energiewende hin zu Erneuerbaren Energien, Effizienz und Energie sparen. Dafür brauchen wir den Atomausstieg – und ein Moratorium gegen den Bau neuer Kohlekraftwerke. Der Atomausstieg ist nur gesichert, wenn die Grünen in der nächsten Regierung vertreten sind. Wer grün wählt, wählt Gerechtigkeit. In einer gerechten Gesellschaft hat Kinderarmut keinen Platz und alle erhalten die Chance, ihr Leben auf einer gesicherten finanziellen Basis selbst zu gestalten, unabhängig von Herkunft und Geldbeutel der Eltern. Der Zugang zu Bildung vom Kindergarten bis zur Uni ist dafür eine wichtige Voraussetzung. Wir brauchen eine Steuerreform, die starke Schultern stärker belastet, und Erbschaften und große Vermögen zur Finanzierung des Gemeinwohls stärker heranzieht. Das Arbeitslosengeld 2 wollen wir auf 420 € anheben und einen Mindestlohn einführen. Statt einer Zwei-Klassen-Medizin wollen wir die Bürgerversicherung. Wir brauchen neue Spielregeln für die Finanzmärkte – global, europäisch und in Deutschland.

Wer Grün wählt, wählt Freiheit. Freiheit, die wir meinen, steht für Selbstbestimmung, für Bürgerrechte, für die Befähigung aller zur Teilhabe und für gleiche Chancen der Geschlechter. Ohne individuelle und institutionelle Freiheit kann sich eine Gesellschaft nicht entwickeln und liegt innovatives Potential brach. Wir brauchen die ungestörte Privatsphäre, wir brauchen Pressefreiheit, Wissenschaftsfreiheit und Wirtschaftsfreiheit: Nur so können sich neue Ideen entwickeln, Innovationen verbreiten und kann jeder sich demokratisch an politischen Entscheidungen beteiligen. Der Marsch in die Überwachungsgesellschaft muss ebenso gestoppt werden wie eine Welt mit unkontrolliertem Datenhandel. Wir sind die Partei der Freiheit des Internets. Wir wollen eine Beendigung der Speicherung von Daten auf Vorrat und Verdacht. Alle Verbraucherinnen und Verbraucher haben das Recht zu wissen, was in den Produkten drin ist und wie sie hergestellt wurden. Freiheit ist die Freiheit unterschiedlicher Lebensformen, sexueller Identitäten und des Glaubens. Grün steht für eine gestaltete Zuwanderung und ein humanitäres Flüchtlingsrecht.

Wer Grün wählt, verhindert die neoliberale Wende zu Schwarz-Gelb. CDU/CSU und FDP wollen die Rolle rückwärts. Alte Atomanlagen sollen weiter laufen dürfen. Neue Kohlekraftwerke sollen die veraltete Energiestruktur für Jahrzehnte in Beton gießen. Den Billiglohnsektor wollen sie ausbauen und die soziale Sicherheit soll weiter abgebaut werden. Die Trennung zwischen äußerer und innerer Sicherheit soll aufgehoben und der Ausnahmezustand zur Normalität werden.

Wer Grün wählt, stimmt für die Beendigung der Großen Koalition. Die SPD blinkt rot-grün, doch notfalls sucht sie sofort als Juniorpartner einer Großen Koalition bei Frau Merkel Unterschlupf. Mit einer Politik der Formelkompromisse und des Stillstandes.

Die Partei „Die Linke“ geht mit billigem Populismus auf Stimmenfang und gefällt sich als Fundamentalopposition, die eine Verantwortungsübernahme auf Bundesebene von vornherein aus schließt. Wer Grün wählt, stimmt für den grünen Neuen Gesellschaftsvertrag. Wer Grün wählt, stimmt für den Wechsel zu Klima, Gerechtigkeit, Freiheit und legt das Fundament für neue Arbeit, echte Teilhabe und nachhaltiges Wirtschaften.

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Das Wahlprogramm in Stichworten

Keine Zeit? Hier ist das Wahlprogramm in Stichpunkten

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Unsere Wahlplakate

Aus der Krise hilft nur Grün! Für welche Inhalte werben unsere Plakate zur Bundestagswahl? Diese Galerie zeigt es

1999 - 2002

Regierungsbeteiligung auf Bundesebene: 1999 - 2002

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Das schaffen wir!

Ausstieg aus der Steinkohle, mehr Bildung für alle: Hubert Ulrich, Spitzenkandidat der saarländischen Grünen, spricht im Interview mit gruene.de über die Ziele für die kommenden fünf Jahre

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30 grüne Jahre (21): Joschka Fischer über die rot-grüne Bundesregierung 1998

Joschka Fischer über Lust und Last des Regierens, Schlafmangel im Dienst und die Haltung als Außenminister. Teil 21 der "Grünen Geschichte(n)".

Kommentare

Tim
07-05-09 18:45
@Tobias: Genau davon spreche ich: nur weil die Linke zum Teil andere Positionen vertritt als wir, ist das für mich kein Grund nicht mit ihnen in den Dialog zu treten. Gerade die von Dir genannten Forderungen der Linken, die im übrigen durchaus einen Nerv in Teilen der Bevölkerung trifft, würden sich auch in einer Koalitionsregierung unter Beteiligung der Linken nicht durchsetzen. Deshalb die Linke politisch zu isolieren wäre der falsche Weg und führt m.M.n. nur zu einem erstarken der Partei. Immerhin reden wir von einer parlamentarisch vertretenen Partei.
Tobias N
02-05-09 10:51
Ich bin der Meinung, dass eine Diskussion über die Annäherung zur Linken überflüssig ist, solange sie aus der NATO austreten will und einen sofortigen Abzug aus Afghanistan fordert. Hinzu kommt ihre Forderung nach der Abschaffung von Hartz4. Außerdem frage ich mich, ob die Grünen sich an einer Art Klassenkampf gegen Reiche beteiligen möchte.
Ampel oder Jamaikakoalitionen wären relativ fragil, da in jeder dieser Koalitionen mindestens eine Partei dabei wäre, die für einen politisch völlig anderen Kurs als die Grünen stehen würde. Ich glaube dass eine CDU/FDP/GRÜNE Koalition zumindest den Grünen bestimmt mehr Entscheidungsspielraum geben würde, da die CDU bemüht wäre, diese Koalition auch 4 Jahre fortzuführen, also auf unser "Wohlwollen" angewiesen wäre. Allerdings muss man hinzufügen, dass Schwarz-Gelb jedoch noch ganz weit weg von unseren politischen Zielvorstellungen ist.
Eine Ampel ist relativ illusorisch, da die FDP noch marktradikaler als die CDU ist.
Ich möchte jetzt noch mein Lob aussprechen für die offene Kritik an unserem Wunschpartner "SPD". Ich wünsche mir in Zukunft auch noch eine klarere Abgrenzung zu dieser Partei.
Tim
25-04-09 04:32
Bei den derzeitigen Umfrageergebnissen, die (unverständlicherweise) gerade den Neoliberalismus der FDP (auch als Folge von schwächelnden Volksparteien; in diesem Fall der Union) überraschend stark sieht, und da ich befürchte, dass gerade deshalb eine Ampel oder Schwampel-Koalition nicht erstrebenswert ist, ist es dringend an der Zeit, dass auch wir Grünen uns grundsätzliche Gedanken zu zukünftigen Koalitionsmöglichkeiten machen.
Ich bin kein Freund der "Linken", Tatsache ist aber, dass uns diese Partei derzeit näher steht als die SPD, die ihren Kurs wohl noch sucht. Mit den veränderten politischen Rahmenbedingungen eines fünf-Parteien-Parlaments müssen wir uns auf absehbare Zeit abfinden (worüber ich nicht einmal unglücklich bin). Dies bedingt auch, dass wir unser Verhältnis zur Linken überdenken müssen (strategische Partnerschaften bei bestimmten Themen gibt es ja bereits).
Nur weil die SPD einen Zickzackkurs fährt und sich die Option einer Mehrheit links des Neoliberalismus für die anstehende Bundestagswahl bereits verwehrt hat, heisst das noch nicht, dass wir uns ähnlich plump in Lagerdenken stürzen müssen. Ganz im Gegenteil: im Sinne verantwortlicher Politik wäre es angemessen Unterstützung für unsere Politik auch im Lager des politischen Gegners zu suchen (zum Teil sind ja sogar FDP und Union in der Lage sinnvolle Themen mit zu tragen; siehe Datenschutz bzw. Gen-Mais). Hierzu gehört unbedingt auch der Linken die Hand zur Partnerschaft zu reichen!
Jochen Sauer
05-04-09 15:21
"Die SPD blinkt rot-grün, doch notfalls sucht sie sofort als Juniorpartner einer Großen Koalition bei Frau Merkel Unterschlupf. Mit einer Politik der Formelkompromisse und des Stillstandes."

Das müsstet Ihr mit SPD oder CD/CSU erstmal besser hinkriegen. Muss dies Polemik unbedingt sein?
Kommentar

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