Marktradikalen Spuk beenden

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und SPD trafen sich im Saal der Bundespressekonferenz, um für einen Regierungswechsel in Nordrhein-Westfalen zu werben. Sigmar Gabriel, Vorsitzender der SPD, und Hannelore Kraft, Spitzenkandidatin der SPD in NRW, saßen dort Seite an Seite mit Sylvia Löhrmann, Spitzenkandidatin der Grünen in NRW und den beiden Bundesvorsitzenden der Grünen, Claudia Roth und Cem Özdemir. Gemeinsam betonten die fünf Politiker: Es gehe darum Schwarz-Gelb zu stoppen. „Das Ende des marktradikalen Spuks wird in NRW eingeläutet“, sagt Sylvia Löhrmann.

  • 01.01.1970
    Auf der Bundespressekonferenz am 19. April warben BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und SPD für einen Regierungswechsel in NRW und klare Signale an den Bund.
     
  • 01.01.1970
    „An Rhein und Ruhr kann der atomare Wahnsinn gestoppt werden“, sagte Claudia Roth.
     
  • 01.01.1970
    Beide Parteien mobilisierten jetzt auch für die Anti-Atom-Proteste am 24. April, um ein deutliches Zeichen gegen die Pläne von Schwarz-Gelb zu setzen.
     
  • 01.01.1970
    Auch „das Ausbluten der Komunen" müsse gestoppt werden, sagte Cem Özdemir.
     
  • 01.01.1970
    Der Bundesvorsitzende der Grünen erinnerte auch daran, dass es bei der Wahl in NRW zwei Stimme gebe, die die Wähler verteilen könnten.
     
  • 01.01.1970
    Aus Sicht des SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriels ist für diesen Erfolg eine Sache besonders wichtig: die Wahlbeteiligung. Wenn die Wahlbeteiligung hoch ausfalle, dann werde die Wahl für Rot-Grün ausgehen.
     
  • 01.01.1970
    Sylvia Löhrmann, Spitzenkandidatin der Grünen in NRW, verwies auf die katastrophale Situation in den Komunen: „Schwarz-Gelb hat die Städte und Gemeinden systematisch in den Ruin getrieben.“
     
  • 01.01.1970
    Dass die Finanzsituation der Komunen dringend verbessert werden muss, darüber sind sich Grüne und SPD einig.
     
  • 01.01.1970
    Hannelore Kraft, Spitzenkandidatin der SPD in NRW, fand das Bild einer verlässlichen Verantwortungspartnerschaft für eine mögliche rot-grüne Koalition. „Ich glaube fest daran, dass wir gemeinsam reagieren werden“, sagte sie.
     
  • 01.01.1970
    Die Pressekonferenz fand in einer gelösten Stimmung statt: Einmal kam viel Gelächter auf, als Hannelore Kraft erzählte, sie habe gerade den Wahl-o-Maten ausprobiert. Sylvia Löhrmann fragte direkt: „Bist du bei uns gelandet?“ Kraft verneinte mit einem Lachen, aber die Übereinstimmungen seien ihr dabei noch einmal sehr deutlich aufgefallen.
     
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    Es gehe darum, mit der Pressekonferenz ein deutliches Signal zu setzen, was ein Regierungswechsel in NRW gerade auch in Hinblick auf den Bund bedeuten könnte. „An Rhein und Ruhr kann der atomare Wahnsinn gestoppt werden“, sagte Claudia Roth. Beide Parteien mobilisierten jetzt auch für die Anti-Atom-Proteste am 24. April, um ein deutliches Zeichen gegen die Pläne von Schwarz-Gelb zu setzen.

    „Das Ausbluten der Kommunen muss gestoppt werden“, sagte Cem Özdemir. „Die Kommunen sind die Orte, an denen die Menschen spüren, wie es dem Land geht“, pflichtete ihm Sylvia Löhrmann. „Schwarz-Gelb hat die Städte und Gemeinden systematisch in den Ruin getrieben.“ Einig sei man sich auch bei der Bildungspolitik, betonte Sylvia Löhrmann. Statt sturem Festhalten am Dreigliedrigen Schulsystem müsse dieses aufgebrochen werden. Daneben gelte es, die unsoziale Kopfpauschale zu stoppen. Auch bei diesen Themen ziehen Grüne und Sozialdemokraten an einem Strang.

    Und auch wenn man hier auf viele Gemeinsamkeiten verweisen wollte, sagte Claudia Roth, dass man als eigenständige grüne Kraft und nicht als „Revival-Doppelpack“ antrete. „Wir wollen unsere Inhalte an die Macht bringen“ und die größten Übereinstimmungen gebe es eben mit den Sozialdemokraten. Natürlich sei man etwa bei der Energiepolitik nicht immer einer Meinung, aber doch nah beieinander. Rüttgers und Pinkwart sollen am 9. Mai die rot-grüne Karte gezeigt bekommen.

    In der gelösten Stimmung der Pressekonferenz kam es zwischen Sigmar Gabriel und Cem Özdemir zu einem kurzen Dialog mit breitem Grinsen, wer denn nun eigentlich als erster Anti-Atom-Partei war oder jetzt der Große und der Kleine sei. „So sind die rot-grünen Männer“, sagte Claudia Roth lachend und Cem Özdemir pflichtete ihr bei, deswegen sei es auch gut, dass in NRW jetzt zwei Frauen das Ruder übernehmen wollen.

    Auch später kam noch einmal viel Gelächter auf, als Hannelore Kraft erzählte, sie habe gerade den Wahl-o-Maten ausprobiert. Sylvia Löhrmann fragte direkt: „Bist du bei uns gelandet?“ Kraft verneinte mit einem Lachen, aber die Übereinstimmungen seien ihr dabei noch einmal sehr deutlich aufgefallen. Gleichzeitig machte die Spitzenkanditin der SPD klar, dass es bei diesem gemeinsamen Auftritt natürlich trotzdem keinesfalls um eine Fusion der beiden Parteien gehe.

    Cem Özdemir konnte erklären, warum das auch gar nicht nötig sei: „Wir treten mit zwei Parteien an und es gibt ja auch zwei Stimmen.“ Der Bundesvorsitzende der Grünen zeigte sich vor dem sehr gut gefüllten Saal der Bundespressekonferenz erfreut, denn heute würde man für das Reden über eine rot-grüne Regierung in NRW nicht mehr belächelt, sondern eine solche Konstellation sei eine realistische Chance.

    Hannelore Kraft fand das Bild einer verlässlichen Verantwortungspartnerschaft für eine mögliche rot-grüne Koalition. „Ich glaube fest daran, dass wir gemeinsam reagieren werden“, sagte sie, und Sylvia Löhrmann fügte hinzu, dass dieses Ziel noch nicht erreicht sei und dafür gekämpft werden müsse.

    Aus Sigmar Gabriels Sicht ist für diesen Erfolg eine Sache besonders wichtig: die Wahlbeteiligung. Das Wahlergebnis hänge vor allem davon ab, wie viele Menschen am 9. Mai zur Wahl gehen würden. Wenn die Wahlbeteiligung hoch ausfalle, dann werde die Wahl für Rot-Grün ausgehen. Auch Sicht des SPD-Vorsitzenden könne damit ein neues sozial-liberales Projekt seinen Anfang finden. Aber die liberale Rolle könne eben nicht mehr die FDP übernehmen, weil es diese Partei der Freiburger Thesen nicht mehr gebe. „Die Grünen sind die neue liberale Kraft in Deutschland“, sagte Sigmar Gabriel.

    Allen bundespolitischen Spekulationen darüberhinaus erteilte Sylvia Löhrmann jedoch eine Absage. Sie komme wie Hannelore Kraft aus dem Ruhrgebiet und dort halte man die Dinge eher klein. „Lasst es uns in NRW ordentlich machen“, sagte Sylvia Löhrmann. Und Hannelore Kraft fügte hinzu, es brauche jetzt kein Projekt, sondern eine Perspektive und eine Vision. „Und wenn ich mir die Vision der Grünen und die Vision der SPD anschaue, gibt es ein großes Maß an Übereinstimmungen.“

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Im Angesicht der Katastrophe

60.000 Menschen demonstrieren gegen Atomkraft, während sich in Japan die Lage an dem beschädigten Atomkraftwerk Fukushima zuspitzt.

Kommentare

purpur
11-05-10 11:29
Herr kurt beck, haben sie sich den freudentag von helmut kohl schon für nächstes jahr in ihrem kalender vorgemerkt ? damit sie auch pünktlich zum händchenhalten da sind.
Andreas
11-05-10 04:12
Finde es gut, das die Grünen zumindest keine Fundamentalopposition machen wie die SPD oder die Linke. Schade ist jedoch das die Grünen immer am Rockzipfel der SPD hängen sobald es zu einer Wahl kommt. Die Wahrheit ist doch, dass die Grünen viel mehr Inhalte mit der CDU (HH und Saarland) umsetzen konnten, als mit der SPD. Aber diese Nibelungentreue scheint wohl von der Parteispitze gewollt zu sein.
Ganz nebenbei, die Generalsekretärin Fr.Lemke ist dermaßen unsympatisch, arrogant, frech und schnippisch, dass die Grünen froh sein können, das man diese Person immer erst nach der Wahl im TV (Berliner Runde) zu sehen bekommt!

PS: 88% haben nicht Grün gewählt, also auf dem Boden bleiben. Das ist schon mal jemand schwer gefallen (FDP).
Finanzwaal
29-04-10 15:44
An Stefan: Dass die Grünen es dabei belassen würden, Anreize zu setzen, das bezweifle ich. Außerdem: So manches, was man Westerwelle als Rechtspopulismus in die Schuhe schiebt, ist schlicht und einfach erlogen (Hartz VI-Empfänger wurden beispielsweise von seiner Seite nie als römisch dekadent oder faul bezeichnet und es stand in der FDP auch nie zur Debatte, die Regelsätze zu senken...). Viele der Bildungspolitischen Ansätze der FDP - so die Studiengebühren und Dein erwähntes Besipiel - halte ich auch für falsch, aber mir ging es in meinem Kommentar auch mehr um liebrale Grundsätze, die bei Grünen und FDP gerade in Sachen Wirtschaft doch sehr auseinandergehen. Dass Du da eine liberalere Haltung einnimmst als so manch anderer Grüner ist schön, aber ich rate Dir, nicht davon auszugehen, dass dies die herrschende Meinung der Partei ist! Das Wort "liberal" braucht im Übrigen kein "soziales" Anhängsel. Die Freiheit die im humanistischen Liberalismus vertreten wird hat nichts mit der Freiheit eines Robinson-Crusoe und dem Recht des Stärkeren zu tun, - auch im Neoliberalismus wird eine solche Position nicht vertreten, was wiederum vom Unwissen mancher Kritiker zeugt (allzu oft werden die "Liberalen" mit den "Libertären" verwechselt). Was den Liberalismus der Grünen angeht: Sie sind sehr weit im Vertreten einer Freiheit VON Unterdrückung und Zwängen, haben aber noch nicht die Relevanz der Freiheit ZUR Aktivität und Verantwortung erkannt, die den ganzheitlichen Liberalismus ausmacht. Liberalismus bedeutet eben nicht dass man vom Verantwortungsprinzip entbunden wird, sondern das genaue Gegenteil und es ist schlichtweg falsch jedwede Fehlentwicklung dieser Art dem (Neo)liberalismus zuzuschieben. Ich empfehle als Lektüre: "Die Furcht vor der Freiheit" von Erich Fromm und einen anschließenden Vergleich mit beispielsweise dem Grundsatzprogramm der JuLis.... Es würde dann auch helfen, die Tagespolitik der Liberalen (wie sie tatsächlich ist und nicht wie sie in vielen Medien abgehandelt wird) besser zu verstehen. Grüne und FDP zusammen hätten die doppelte Schlagkraft in vielen Bereichen. Ich plädiere dafür, Vorurteile zu hinterfragen und sich zu informieren!!!
Stefan
28-04-10 22:32
@finanzwaal: Die Grünen sind eine liberale Kraft, mit sozialer Verantwortung. Nach der Wahlarena im WDR Fernsehen habe ich den Eindruck, dass die FDP zu eine "neoliberalen Sekte" geworden ist, die gar nicht versteht, was sozial überhaupt bedeutet ! Dann soll man gleich sagen, wir sind die Partei der Besserverdienenden. Wenn man Pinkwart über Studiengebühren reden hört und über Kinder die schon mit 10 Jahre sortiert werden sollen, ob sie einmal Abi machen oder HandwerkerIn werden, dann kann man nur sagen: Das ist 50er Jahre, nichts anderes.
Die FDP mag für bestimmte Leute im politischen Spektrum eine legitime Partei sein, aber mit sozial-liberal hat das nun gar nichts mehr zu tun. Hamm-Brücher wusste , warum sie ausgetreten ist.
Ich bin kein Mitglied bei den Grünen und einiges gefällt mir auch nicht , aber es ist eine Partei, in dem der soziale Liberalismus zumindest zum Teil eine "neue Heimat" gefunden hat, seit dem die FDP unter Westerwelle immer mehr nacht rechts "abgedriftet" ist. Übrigens das Zitat: "Wir brauchen vielmehr eine demokratisch legitimierte Klärung, welche Bereiche in Zukunft wachsen sollen und welche nicht", ist bezogen auf das Ziel einer ökologischen Marktwirtschaft und wird nicht staatlich verordnet, sondern über ein verändertes Konsumverhalten der BürgerInnen erreicht, staatliche Anreize, nicht Verbote (!), eingeschlossen.
Nach der Wahlarena bleibt bei mir der Eindruck, dass Rot-Grün passen würde, die Linkspartei absolut regierungsunfähig ist und Schwarz-Grün eine "Not-Lösung" wäre.
Ich präferiere Rot-Grün, könnte aber auch mit Schwarz-Grün leben. Ich denke es könnte die Grünen auch für bürgerliche WählerInnen attraktiver machen.
28-04-10 22:32
Bündnis 90 und Die Grünen sind in Vielfalt geeint und gemeinsam stark. Für Menschenrechte, Frieden, Umwelt und Demokratie.
28-04-10 22:25
Diese Diskussionen per Kommentare erinnern mich an die Disskussionen über Jamaika im Saarland im letzten Jahr.
hab keine Fragen mehr
28-04-10 22:23
lasst die Sonnenblumen sprießen: Jetzt. Für Morgen, denn aus der Krise hilft nur Grün. Mach mehr möglich, macht GRÜN möglich.
HappyElection
28-04-10 22:20
macht mehr möglich in NRW - NRW auf dem Weg in die Zukunft
VBE-Mitglied
28-04-10 22:19
Ich wähle auch GRÜN.

Schule der Zukunft - VBE (Verband Bildung und Erziehung
AI wählt GRÜN
28-04-10 22:16
Könntet Ihr nicht einmal diese ganzen Zeitungszitate rauslassen. Vor allem wird als Quelle "BILD" angegeben. Wahnsinn. Die BILD als zuverlässige Quelle zu verwenden. Die schafft es doch wirklich Zusammenhänge zu erkennen, wo gar keine existieren. Aber zwischen dem Massensterben im Mittelmeer und Atlantik und der hermetischen EU-Außengrenze kann kaum jemand Zusammenhänge erkennen. Traurig ist das.

Wie sagte Renate Künast: "Es hilft nicht, nur die Lippen zu spitzen, man muss auch pfeifen!"

Die "SZ" ist doch nun auch nicht die super-duper-tolle Zeitung.

In Bezug auf Menschenrechte haben Die Grünen ihre Kompetenz erwiesen. Ich wähle GRÜN.

Grüne und Amnesty International - gemeinsam stark.
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