Hilf GRÜN beim Wachsen

Rekordmeldungen bei den Umfrage- und Mitgliederzahlen sind für BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN kein Selbstzweck. Die Partei will weiter wachsen, um die Wirksamkeit grüner Ziele und Ideen zu erhöhen – und 2011 noch mehr politische Verantwortung zu übernehmen.

Die Grünen wollen wachsen, um die Wirksamkeit grüner Ziele und Ideen zu erhöhen. Foto: pppspics/flickr.com (CC BY 2.0)

»Wer sind wir und wenn ja, wie viele?« Diese Frage stellt sich den Grünen gerade täglich neu. Anders als früher zielt sie jedoch nicht auf die Identität, sondern die Schlagkraft der Partei. Denn die Grünen wollen Verantwortung übernehmen und weiter wachsen. Bei Wahlen wie an Mitgliedern. Diskussionen, ob die Grünen nun eine Volkspartei werden wollen oder nicht, hält die Parteispitze dabei für wenig zielführend. »Die Zeit der Volksparteien ist vorbei und sie wird durch uns nicht verjüngt werden«, sagt Cem Özdemir, Bundes-vorsitzender von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. »Es gibt keinen Grund abzuheben, aber auch keinen, in Angststarre zu verfallen«, bekräftigt seine Co-Vorsitzende Claudia Roth. Auch die Politische Bundesgeschäftsführerin Steffi Lemke kann mit dem Begriff wenig anfangen. »Wir wollen nicht weiter wachsen, weil wir anstreben, Volkspartei zu werden, sondern um möglichst viel grüne Programmatik in die Realität umzusetzen«, sagt sie. »Wenn wir sagen, dass wir zuerst auf die Inhalte schauen, dann ist das absolut ernst gemeint.«

Auf Rekordjagd

Und dieser Ansatz überzeugt. Die überwiegende Anzahl der Neumitglieder tritt der Partei bei, um sich politisch zu engagieren und für die Grundsätze von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN einzusetzen. Es ist der gesamte grüne Ansatz, Politik zu denken und zu gestalten, der die Neuen bewegt und der Partei einen Rekord nach dem anderen beschert. Mitte September begrüßten die Grünen das 50.000 Mitglied, mittlerweile ist der Höchstwert von 51.812 aus dem Jahr 1998 geknackt – und die Eintrittswelle flaut nicht ab. Unter dem Motto »Hilf Grün beim Wachsen« startet die Partei zudem für das kommende Superwahljahr 2011 eine Mitgliederwerbeaktion. In den Umfragen liegen die Grünen längst vor den so genannten »kleinen« Parteien. Über 20 Prozent Zustimmung bundesweit – auch das ein Allzeit-Hoch. Keine Frage, der Zeitgeist ist grün. Der gewachsene Zuspruch stelle die Partei vor eine große Aufgabe: »Die Aufgabe nämlich, aus dieser Stimmung nun auch Stimmen zu machen und ehrlich hart weiter an unseren Konzepten zu arbeiten«, sagt Claudia Roth.

Dass diese Konzepte in der Breite der Gesellschaft angekommen sind, wundert Roths Kollegen Cem Özdemir wenig: »Während die anderen Parteien in alten Denkmustern feststecken, ist das politische Ziel, das wir Grünen seit 30 Jahren konsistent entwickelt haben, inzwischen in vielen Punkten hegemonial«, bekräftigt er. Heute werde eben höchstens noch darüber gestritten, wie radikal und schnell die Vision einer CO2-freien Wirtschaft umgesetzt werden könne, »nicht mehr grundsätzlich über das Ob.« Doch Özdemir warnt auch vor übertriebener Euphorie. Zustimmung verliere die Partei dann, wenn sie stehen bleibe oder ihre Ziele aus den Augen verliere: »Wenn wir unsere Ziele ernst nehmen, braucht es eine ehrliche Analyse, Mut zu unbequemen Positionen, Gestaltungsanspruch mit Augenmaß und intensive Gespräche mit den Bürgerinnen und Bürgern.«

>>Die Menschen setzen auf uns, weil wir Ecken und Kanten haben<<

Angesichts des schnellen Wachstums stellt sich die Frage: Sind die Grünen heute noch dieselben wie früher? Als »Schmarrn« bezeichnet Claudia Roth die Sorge, die Grünen würden jetzt ihre Wurzeln verlieren und sich zu einer rein bürgerlichen Partei wandeln. »Bei aller Veränderung, die wir sicher in den letzten zehn, 15 Jahren erlebt haben, sind wir uns doch immer treu geblieben. Wir sind nicht grau, uniform, ideen- und mutlos wie die Anderen«, meint Roth: »Wir haben eine klare Vision, einen grünen Kompass und vielfältiges Personal,das glaubwürdig unterschiedlichste Themen und Milieus vertreten kann. Die Menschen setzen auf uns, gerade weil wir Ecken und Kanten haben. «Dennoch muss die Schlagkraft der Partei noch erhöht werden, um den gestiegenen Erwartungen und Anforderungen gerecht zu werden. Der Unterstützungsfonds für Wahlkämpfe und die Weiterbildungsoffensive, die auf dem Bundesparteitag im November in Freiburg beschlossen wurden, sind ein erster Schritt in diese Richtung. Weitere dürften folgen. Denn während etwa andere Parteien in ihren Zentralen für jedes politische Thema ganze Mannschaften beschäftigen, arbeiten in der Grünen-Bundesgeschäftsstelle in Berlin heute gerade einmal 34 Festangestellte – inklusive Hausmeister.

»Wer sind wir und wenn ja, wie viele?« Die grüne Antwort auf diese Frage lautet also: Für das, was wir vorhaben, sind wir noch zu wenige. (hb)

Schraegstrich 04/10 (Dezember 2010)

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"Wenn, dann die Grünen"

Ein Gespräch mit Neumitglied Alexandra Herz und dem damaligen Bundesschatzmeister Dietmar Strehl über die Motivation bei den Grünen mitzumischen - heute und vor 30 Jahren.

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Eure 25 Fragen für die KandidatInnen

Bis 12. Oktober werden die BewerberInnen für das Spitzen-Duo diese Fragen beantworten.

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Joschka Fischer über Lust und Last des Regierens, Schlafmangel im Dienst und die Haltung als Außenminister. Teil 21 der "Grünen Geschichte(n)".

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Lukas Beckmann war von Anfang an dabei und hat die Grünen 30 Jahre lang aktiv begleitet. Teil 30 der "Grünen Geschichte(n)": Ein Interview mit dem grünen Urgestein.

Kommentare

21-01-11 11:34
Ich höre nur immer Wachstum,uns geht es gut u.s.w.
In Diskussionen in den Medien fällt mir auf.es wird immer wieder auf Altersarmut,und Kinderarmut hingewiesen.Bis heute
sehe ich keine Taten.Immer mehr habe ich schon lange den Eindruck,die Politiker sind nicht mehr am Volk.

Parteipolitische Postensicherung, und Diätenerhöhung scheinen wichtiger.Die Leute,die unter der Armmutsgrenze leben, werden von vielen Politikern als notorische Faullenzer und Säufer hingestellt. Traurig!!

Alter ist kein verdienst,aber Rentner sind überhaupt kein
Thema mehr.Leider haben Sie keine Lobbyisten,wie die Grossindustrie. Mein Vorschlag ist,hebt Gräben aus, nehmt alle, die in Teilen der Regierung als saufende, faule Arbeitslose dargestellt werden,stosst alle Rentner hinein.So
haben alle Faulen Arbeit,Renten werden gespart,und Probleme gelöst.

Meine Frage:
Wie denken B´90 Grüne darüber?
Welches Programm haben Sie?
Frank
19-01-11 16:36
Die Grünen sollten jetzt aufpassen, Ihren Vorsprung nicht zu verspielen und abwägen was Sie wie machen.
Sie sollten klar Position beziehen damit die Wähler dran glauben, und die Grünen dann gewählt werden. Ansonsten stehen Sie vor einem Scherbenhaufen, und Die CDU geht wieder mit der FDP zusammen oder sogar mit der SPD.
Macht es doch so wie es in NRW die FDP gemacht hat, lasst Optionen für eine Ampel-Koalition offen, dann bekommt Mappus noch mehr Fracksausen.

Also beachtet eure Wähler und vergrault sie nicht auf den letzten Metern.



Mit freundlichen Grüßen



Frank Mayer
WAHRHEIT
05-01-11 10:22
Die Argumente wurden schon so oft wiederlegt. Schau z.B. mal hier
http://ungutmenschen.blogspot.com/2010/12/grune-anti-atomkraft-propaganda.html
Schau mal in: "20 Dinge die du über Atomkraft wissen musst".
Simon
05-01-11 10:12
@Wahrheit

Zunächst zu Island: Ja ich weiß um das Geothermie-Potenzial Islands. In Deutschland kann allein eine erneuerbare Energie nicht den ganzen Bedarf decken. Wie du aber sicherlich auch gelesen hast, gibt es vier Bundesländer in Deutschland, in denen der Anteil der Windkraft etwa 40 Prozent am Nettoenergieverbrauch beträgt.

Zu China: Wenn du den Spiegel (am Montag erschienen) liest, wirst du feststellen, dass diese Woche das Titelthema China auf dem Plan steht. Darin steht zum Beispiel auch, dass China anstrebt führend im Beeich der erneuerbaren Energien zu werden.

Die in dem Welt-Bericht erwähnten 3000 Jahre sehe ich skeptisch. Zudem ändert sich nichts daran, dass du kein einziges der grünen Argumente gegen Atomkraft widerlegst.
Colanuss
05-01-11 00:31
Das Erste, was die Partei jetzt tun sollte, ist, die Worte 'die jetzt' im Satz 'Was muss die jetzt Partei tun, um den steigenden Erwartungen gerecht zu werden?' in die richtige Reihenfolge zu bringen... Muhaha...
Ein völlig unpolitischer Kalauer... :D
manuel
04-01-11 19:26
LOL, heißt das, die hässliche fette ist endlich weg? Bestimmt wurde sie endgelagert ^^
Jens
04-01-11 17:13
Ja das stimmt. Sie hat die Partei verlassen. Sie hat einen Job in der Solarbranche angeboten bekommen.
Martin Bauer
04-01-11 16:39
Ich habe soeben erfahren, dass Claudia Roth zurückgetreten ist. Stimmt das? Und wenn ja, wieso?
WAHRHEIT
04-01-11 11:56
sorry, dass ich nochmal posten muss, aber sonst fehlt der Zusammenhang, also bitte nicht löschen!!!
@Simon: Zu dem Vergleich mit China sag ich nur:
http://www.welt.de/politik/ausland/article11950521/China-prahlt-mit-Durchbruch-bei-Atomtechnologie.html
und nun zu Island: In Erdkunde haste scheinbar gepennt. Die haben Wasserkraft und Geothermie ohne Ende. Das ist ne INSEL. Deutschland nicht.

Die Grünen schaden der Deutschen Wirtschaft enorm. Andere Länder bauen neue Atomkraftwerke und entwickeln neue Techniken. In Deutschland versuchen diese \\\"Öko- Aktivisten\\\" krampfhaft diese Technologie zu verhindern. Sie merken überhaupt nicht, wie ihr Verhalten Deutschland schadet. Deutschland ist hoch verschuldet, teilweise auch deshalb, weil Deutschland bei allem mitmachen will. So lächerliches wie Klimaschutz muss natürlich in Deutschland GAAAAANZ groß geschrieben werden. Aber wieso???Durch die Globalisierung gibt es einen harten Preiskampf. Ohne billige Stromerzeugung hat Deutschland keine Chance. Deutschland wirtschaftlich zu ruinieren, ist es das, was ihr Grünen wollt? Wahrscheinlich lacht sich die chinesische Regierung über den Schwachsinn, den ihr verzapft, tot. Die freuen sich, dass sie dadurch im Vergleich zu Deutschland noch billiger produzieren können. Bitte erklärt es mir. Was bewegt euch zu solchem Handeln. Deutschland zu 100% mit erneuerbaren Energien bis 2050 zu versorgen ist einfach eine kranke, unrealistische Idee. Die Kosten, besonders für den Ausbau des Stromnetzes sind untragbar. Schaut euch doch mal die WELT an. Deutschland ist im Vergleich zu anderen Ländern sehr klein. Dennoch haben wir 82Millionen Deutsche einen hohen Lebensstandart. Wollen sie diesen wirklich auf Spiel setzen, nur damit nicht irgendwo, tief in der Erde in einem Salzstock radioaktives Material lagert?
Ihr versteht es einfach nicht. Ihr kennt euch nicht mit Atomkraft aus. Als ich noch klein war, so ca.6 Jahre, haben mir meine Eltern auch erzählt:“ Atomkraft ist gefährlich, wenn das Kraftwerk drüben in Biblis in die Luft fliegt, sind wir alle tot“. Natürlich habe ich es geglaubt, ich wusste es ja nicht besser. Mittlerweile, ich bin in der 9. Klasse eines Gymnasiums, kenne ich mich mit Kernphysik sehr gut aus, da es mich interessiert. Ich weiß jetzt, von deutschen Atomkraftwerken geht so gut wie keine Gefahr aus. Sie gehören zu den sichersten der Welt. Aber anstatt diese Technik weiter zu perfektionieren, lassen wir uns von ein paar zurückgebliebenen Grünen einreden, Atomkraft wäre das personifizierte Böse. Es ist Fakt, die wenigsten Grünen kennen sich mit Atomkraft aus. Angst zu verbreiten ist ein wirkungsvolles Wahlprogramm, da sich viele Deutsche ja nicht so gut mit Atomkraft auskennen. Es ist leicht, zu den Leuten zu sagen: „Atomkraft wird euch umbringen“. Gefahren aus dem Weg zu gehen ist ein natürlicher Instinkt des Menschen, daher gibt es ja auch Menschen die die Grünen wählen. BITTE, hört auf Deutschland zu schaden, macht endlich die Augen auf.
Die wenigsten werden wahrscheinlich diesen Text lesen, wahrscheinlich wird er ja auch gelöscht. Ich bin mir auch sicher, dass sich bald Colanuss melden wird und verzweifelt versuchen wird, meine Argumente zu widerlegen.
Aber bedenkt. Wenn sogar ich, mit 14 Jahren in der Lage bin, mit Leichtigkeit eure verlogenen Argumente gegen Atomkraft zu widerlegen, was sagt das dann über euren Geisteszustand aus.
Ich appelliere an ihren, vielleicht noch vorhandenen Menschenverstand: „Ich will, dass auch noch die folgenden Generationen in Deutschland in Wohlstand leben können.
WAHREIT
03-01-11 20:29
@Simon: Zu dem Vergleich mit China sag ich nur:
http://www.welt.de/politik/ausland/article11950521/China-prahlt-mit-Durchbruch-bei-Atomtechnologie.html

und nun zu Island: In Erdkunde haste scheinbar gepennt. Die haben Wasserkraft und Geothermie ohne Ende. Das ist ne INSEL. Deutschland nicht.
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