Hamburger Grüne wollen Koalition mit CDU beenden

Fraktion und Landesvorstand haben auf einer Klausurtagung am Samstag einstimmig beschlossen, die Koalition mit der CDU zu beenden. "Wir müssen nach knapp 100 Tagen feststellen, dass der Neustart nicht gelungen ist und dass die innere Stabilität in dieser Koalition nicht mehr da ist," erklärte Fraktionsvorsitzender Jens Kerstan. Hamburgs Grüne streben nun Neuwahlen an. Die Bundesvorsitzenden Roth und Özdemir nannten die Entscheidung "konsequent und richtig".

Fraktion und Landesvorstand bei der Pressekonferenz am Sonntag.

Bei ihrer Klausurtagung in Hamburg hat die GAL-Bürgerschaftsfraktion am späten Samstagabend den Beschluss gefällt, dass sie die schwarz-grüne Koalition beenden will. Anwesend waren auch die drei grünen Senatsmitglieder sowie der siebenköpfige Landesvorstand. Nach dem einstimmigen Votum der Fraktion schloss sich der Landesvorstand der Entscheidung an.

Jens Kerstan, der Vorsitzende der GAL-Bürgerschaftsfraktion, sagte: "Der Rücktritt des Ersten Bürgermeisters Ole von Beust war für Hamburg und die schwarz-grüne Koalition eine tiefe Zäsur. Wir Grüne standen vor der Frage, ob wir das Bündnis fortsetzen wollen. Die Partei entschied sich im August für einen Neustart der Koalition. Es wurden damals klare Erwartungen an die weitere Zusammenarbeit formuliert. Gleichzeitig haben wir gesagt, dass wir nicht auf Biegen und Brechen bis zum Ende der Wahlperiode in dieser Koalition bleiben müssen.

Wir müssen nach knapp 100 Tagen feststellen, dass der Neustart nicht gelungen ist und dass die innere Stabilität in dieser Koalition nicht mehr da ist - auch durch die zahlreichen personellen Wechsel im Senat.

Anlass für unsere Entscheidung ist der fünfte Rücktritt eines Senatsmitglieds binnen weniger Monate, der uns vor die Frage gestellt hat, ob wir diese Koalition erneut bestätigen wollen. Das mussten wir klar mit Nein beantworten. Für uns war das eine schwere Entscheidung. Die Arbeitsfähigkeit in der Koalition hat sich so verschlechtert, dass wir nicht mehr an eine erfolgreiche weitere Zusammenarbeit glauben. Wir sehen nicht mehr, dass diese Koalition die Kraft hat, wichtige Zukunftsprojekte für Hamburg zu stemmen."

Katharina Fegebank, die Landesvorsitzende der GAL, sagte: "Für einen weiteren Neustart sehen wir keine Chance, weil es keine hinreichenden Gemeinsamkeiten mehr gibt, um für Hamburg gute Regierungsarbeit zu leisten. Der gemeinsame Geist und die große Verlässlichkeit, die diese Koalition bis zum Sommer getragen haben, sind verflogen. Wir sind überzeugt, dass Neuwahlen das ehrlichste Angebot an die Stadt sind. Jetzt sollen die Bürgerinnen und Bürger die Gelegenheit haben, eine neue Regierung zu wählen."

Die Beschlüsse von Fraktion und Landesvorstand fielen einstimmig. Die drei Senatsmitglieder unterstützen diesen Schritt ausdrücklich. Die GAL-Fraktion wird in der kommenden Woche einen Bürgerschaftsantrag zur nächsten Sitzung einreichen, der Grundlage sein soll für einen Beschluss zu Neuwahlen. Der Landesvorstand wird für den 13. Dezember 2010 eine Landesmitgliedersammlung einberufen. Dieser wird empfohlen, den Weg für Neuwahlen freizumachen.

Die grünen Bundesvorsitzenden Claudia Roth und Cem Özdemir begrüßten den Schritt: "Die Entscheidung der Hamburger Grünen ist konsequent und richtig. Wenn die gemeinsame Vertrauensgrundlage in diese Koalition verloren gegangen ist, sind Neuwahlen die logische Konsequenz.

Seit dem Rücktritt von Ole von Beust ist die Enfremdung beider Koalitionspartner immer deutlicher spürbar geworden. Mit zu vielen personellen Querelen und einem inhaltlichen Abrücken von vereinbarten Zielen hat die CDU die Fortsetzung des Bündnisses unmöglich gemacht."

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Keine Zeit für's Mittagessen

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Grüne Trainees 2012

Hier erfahrt Ihr mehr über die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Programms.

Kommentare

marc
29-11-10 01:21
In Hamburg sind die Grünen gescheitert. Mit Ole von Beust mussten einige Pillen geschluckt werden bsp. Moorburg als es dann ging die Schulpolitik neu zu gestalten würde dieser auch abgeschlagen durch den Volksentscheid. die Stadtbahn wird wohl nicht kommen da zu Teuer, also was haben die grünen in Hamburg erreicht????
Ich kenne viele die die Grünen gewählt haben aber sich nun abwenden darum denke ich das wird ein Harter Wahlkampf.
Zeitkrank
29-11-10 00:21
Ergänzung:
Grüne sind damals in HH mit einer "Schillfreundlichen-Partei"/CDU eine Koalition eingangen - wenn das nicht machtgeil ist...
Zeitkrank
29-11-10 00:15
Der Kapitalismus hat sich in jede Partei gefressen. Das Ziel heisst: jeder Bürger sollte unfrei arbeiten & konsumieren & lächelnd auf Parties die Hände von A* schütteln: auch "Networking" genannt - & eine Prise "Öko-Bewusstseins-Image" für das Profil auf Facebook.
Die Lage ist düster, mit oder ohne Grün...wir brauchen einen feurigen Wechsel im Denken - das jetztige System macht Menschen samt seiner Umwelt kaputt.
Stefan
28-11-10 23:57
Menschlich verständlich.

Politisch unklug.

Strategisch falsch.

Die Grünen gehen ein hohes Risiko ein. Das alte Lagerdenken ist zurück.
Markus Denkel
28-11-10 22:33
1. Die GRÜNEN und die CDU in Hamburg die Volksabstimmung verloren.

2. Ole von Beust hat jetzt mehr Zeit für seinen 19 Jährigen Lebenspartner

3. Ole von Beusr hat als CDU-Reformer und Kapitän des GAL/CDU-Bootes sprich Seenatskoalition verlassen.

4. Die Grünen wollen mehr Macht in Hamburg und die Gunst der Stunde zur ökologischen Volkspartei aufzusteigen nutzen.

5. Ein Regierungswechsel kann die Bundesratsverhältnisse änder.

6. Die grünen könnten in Hamburg den Bürgermeistersessel bekommen

7. Mehr Grün in Hamburg?
tobias
28-11-10 22:33
Endlich ist die Gurkenpolitik erstmal vorbei. Soweit so gut, nur haben die Grünen in HH einen großen Teil mitverschuldet. Mal schauen wie es weitergeht...
Hamburger
28-11-10 22:26
Schon vor dem Weggang von Ole von Beust hatte man das Gefühl, dass es innerhalb der CDU reichlich Stimmen gegen den gemeinsamen Kurs mit der GAL gab. Klar dass es unter dem Freund von schlagenden Verbindungen Ahlhaus kaum noch eine Basis für Geinsamkeitwn gab.
Churcher
28-11-10 20:57
Toll,
da ist ja die ganze CDU Rhetorik in den Kommentaren versammelt.
Ich glaube auch nicht, dass es schlau war diese Koalition platzen zu lassen - wäre sie aber auch nie eingegangen.
Ab heute erzählen uns unsere Stars dann wieder was sie alles richtig gemacht haben und wie toll sie sind - dass ist dann die größte Freude.
Immerhin kann ich ab heute wieder mitarbeiten - ist doch auch schön.
Agnes Küster
28-11-10 20:39
Zurück an den Rockzipfel der SPD. Nein Danke! GAL ist keine Alternative mehr.
R. Beu
28-11-10 20:36
Sehr schade. Wirkt auf Nicht-HamburgerInnen nur auf rot-grün und Unfragewerte schielend. Lsngfristig für uns Grüne politisch schädlich.
Kommentar

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