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Grüne Mitglieder bestimmen Prioritäten

Stell Dir vor, es ist Bundestagswahl und Du als grünes Mitglied entscheidest darüber, welche neun Themen bei der Bundestagswahl 2013 ins Zentrum der Kampagne gestellt und in einer möglichen Regierung zuerst angepackt werden. Genau das wollen wir machen! In einem Brief an alle Mitglieder von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN erklärt die politische Bundesgeschäftsführerin Steffi Lemke den Ablauf des Mitgliederentscheids.

Eine Stimmkarte wird auf der BDK 2011 in Kiel hochgehalten., Foto: © Ingo Kuzia
Auf Parteitagen, wie hier auf der BDK 2011 in Kiel, stimmen Delegierte ab, bei dem Mitgliederentscheid über die Prioritäten im Bundestagswahlkampf 2013 ist die Meinung von allen grünen Mitgliedern gefragt. Foto: © Ingo Kuzia

Liebe Freundinnen und Freunde,

grüne Politik wird immer wichtiger in unserem Land. Wir sind zur dritten politischen Kraft geworden und haben politische Entscheidungen in Deutschland und Europa geprägt – durch tausende Gemeinderatsvertreter, auf den Straßen bei den Anti-Atom-Protesten, durch Landesregierungen und durch Debattenimpulse im Bund und in Europa.

Dies ist uns gelungen, weil wir kritisch hinterfragen, leidenschaftlich debattieren und dann die besten Vorschläge auf den Tisch legen. Weil wir konsequent für unsere Positionen eintreten, auch wenn sie noch nicht Mainstream sind. Weil wir beherzt und respektvoll regieren. Vor allem aber, weil die Menschen spüren, dass es uns GRÜNEN darum geht, die Welt zu einem besseren Ort zu machen.

Jetzt stehen wir – wieder einmal – vor wichtigen Herausforderungen. Zum Einen gilt es Antworten auf die Krise der Finanzmärkte und die Krise unserer bisherigen Wirtschaftsform zu geben. Zum Anderen werden wir möglicherweise in genau dieser Zeit Regierungsverantwortung auf Bundesebene übernehmen. Solche wichtigen Herausforderungen haben wir immer dann am besten gemeistert, wenn wir sie gemeinsam angepackt und uns dabei immer auch selbst kritisch hinterfragt haben.

Wir spüren alle: Die politische Landschaft ist in stetig beschleunigter Bewegung, und es gilt neue Antworten - auch in neuen Formen - zu finden. Deshalb wollen wir auf dem Weg zur Bundestagswahl 2013 an vielen Stellen neue Wege gehen und mehr Beteiligung aller Mitglieder ermöglichen. Ganz wichtige Bausteine sind dabei die Erstellung unseres Wahlprogramms und ein Mitgliederentscheid über die neun wichtigsten Programmpunkte sein.

Erstellung des Wahlprogramms

Der traditionelle „Wahlprogrammprozess“ – eine Schreibgruppe erarbeitet einen ersten Entwurf, der Bundesvorstand berät darüber und verabschiedet einen Programmentwurf für den Parteitag, dann die Diskussion mit der Partei und der Zivilgesellschaft und die Entscheidung auf der Bundesdelegiertenkonferenz – genießt hohe Akzeptanz.

Der Bundesvorstand will aber in dem kommenden Wahlkampf noch stärker auf die Beteiligung von Euch, den grünen Mitgliedern setzen. Bereits im Februar haben wir alle Gremien gebeten, uns ihre Ideen und Prioritäten für das Wahlprogramm zu schicken. Um aber tatsächlich eine neue Qualität zu erreichen, möchten wir, dass zusätzlich wirklich jedes Mitglied mit seiner Stimme über die Ausrichtung des Wahlkampfes mitentscheiden kann.

Mitgliederentscheid über Programmschwerpunkte

Deshalb schlagen wir Euch vor, einen Mitgliederentscheid über die wichtigsten neun politischen Projekte unserer Partei durchzuführen – auf Basis des Wahlprogramms, das der Bundesparteitag vom 26. bis 28. April 2013 beschließt. Denn anders als in früheren Wahlkämpfen, als der Bundesvorstand die wichtigsten Themen und Projekte festlegte, entscheidet diesmal Ihr!

Welche Projekte im Mittelpunkt unserer Kampagne stehen, welche Vorhaben wir in einer möglichen Regierung zuerst anpacken und was die Schwerpunkte sind, an denen uns die WählerInnen und Wähler messen sollen – das entscheidet Ihr!

Und wie stellen wir uns das vor?

Viele Menschen sitzen in einer Runde zusammen und diskutieren., Foto: © Ingo Kuzia
Am 8. & 9. Juni 2013 sollen sich grüne Mitglieder überall im Land zu Versammlungen treffen, gemeinsam über die neun Schwerpunktthemen für die Bundestagswahl 2013 diskutieren und am Ende ihre Stimme abgeben. (Bild: Mitgliederworkshop auf dem Parteitag in Kiel 2011) Foto: © Ingo Kuzia
  • Am 8. und 9. Juni 2013 (also sechs Wochen nach dem Programmparteitag) sollen in allen Kreisverbänden Mitgliederversammlungen stattfinden, in denen über den Wahlkampf und die inhaltliche Schwerpunktsetzung diskutiert wird – und zwar am besten überall gleichzeitig! Am Ende der Versammlung hat jedes Mitglied vor Ort die Möglichkeit, abzustimmen. Der Kreisverband wird damit zum „Wahllokal“. Schließlich wird das Ergebnis an die Bundesgeschäftsstelle übermittelt. Am Abend haben wir dann ein bundesweites Ergebnis – und unsere Schwerpunktprojekte für einen Politikwechsel in unserem Land!
  • Wir haben uns natürlich die Frage gestellt, ob Mitglieder auch außerhalb dieser Versammlungen abstimmen können sollten? Wir glauben, dass es politisch sinnvoll und auch organisatorisch praktikabler ist, uns auf die Abstimmung im „Wahllokal Kreisverband“ zu konzentrieren. Dort findet die Debatte statt, dort werden die Argumente ausgetauscht. Wir werden aber auch für diejenigen, die nicht an der Debatte und Abstimmung vor Ort teilnehmen können, eine Möglichkeit zur Abstimmung anbieten.
  • Um bereits im Vorfeld möglichst breit zu diskutieren und auch die Öffentlichkeit an diesem spannenden Projekt teilhaben zu lassen, wollen wir den Mitgliederentscheid durch eine Online-Debatte im Format „3 Tage wach“ auf gruene.de begleiten, die bereits am 6. Juni 2013 beginnt und ihren Höhepunkt in einer Live-Übertragung des Ergebnisses findet.

Der grüne Mitgliederentscheid ist eine vollkommen neue Form von Beteiligung: Jede Stimme zählt und beeinflusst den Wahlkampf und auch potentielles Regierungshandeln.

Wir wollen diesen neuen grünen Weg gemeinsam mit Euch gehen.

Wir haben die Idee des Mitgliederentscheids mit den Landesvorsitzenden diskutiert und wissen, dass die Aufgabe anspruchsvoll ist. Aber überall überwog die Begeisterung und die Vorfreude, so dass der Bundesvorstand entschieden hat, sich auf den Weg zu machen und diese Idee konkret werden zu lassen. Wir haben noch nicht alle Fragen zur genauen Ausgestaltung beantwortet – denn wir wollen dies auch gerne gemeinsam mit Euch tun. Aber wir wollen jetzt beginnen – und bitten Euch deshalb, das Wochenende 8./9. Juni 2013 ganz konkret und fest in eure Jahresplanung 2013 aufzunehmen.

Wir hoffen auf Eure Begeisterung. Denn natürlich brauchen wir Euch und Euer Engagement dafür. Die Diskussion ist eröffnet. Machen wir den Mitgliederentscheid 2013 zum Ausdruck einer (noch) besseren grünen Beteiligungskultur!

Mit erwartungsvollen Grüßen!

Steffi Lemke

 

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Hier bist du entscheidend!

Die Grüne Basis wird über die neun Schwerpunkte des Wahlprogrammes abstimmen.

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Das ist lebendige Basisdemokratie

An diesem Mittwoch stehen unsere Schlüsselprojekte fest.

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Dein Argument für Dein Projekt

Argumentiere jetzt für Dein Projekt in der Onlinedebatte zum Mitgliederentscheid.

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Politik zum Mitmachen

Beim Mitgliederentscheid kannst Du entscheiden, welche Projekte wir umsetzen. Steffi Lemke im Interview.

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Grüner Mitgliederentscheid: Neun knallgrüne Projekte

Der Mitgliederentscheid ist die beste inhaltliche Vorbreitung für den Wahlkampf, sagen Claudia Roth und Cem Özdemir.

Kommentare

jens
07-05-13 13:03
ganz oben auf der liste MUß S21 stehen. dieses projekt verschwendet MRD an steuergeldern. die jetzt vereinbarten 6,5MRD werden niemals ausreichen, das wird wohl jedem realisten klar sein. der bahnhof leistet weniger als der bestehende. VE ist hinfällig, da auf grund falscher tatsachen entschieden wurde. baumängel (fehlender brandschutz bei 70km tunnel) scheinen keinen zu interessieren! hier ist die politik gefragt, und zwar eine politik die für den steuerzahler/bürger das beste herausholt....und nicht für immobielienhaie, etc.
momentan wird in der presse massiv auf hoeness eingeprügelt, der nur schlappe 20mio steuern hinterzogen hat (keine frage, das gehört bestraft. und bevor jmd fragt: ich bin kein bayern fan...sondern werder^^), ABER dass hier MRD von steuern verschwendet werden sollen und bereits werden UND DAS DIESE TATSACHEN IN DER PRESSE UND POLITIK SO WENIG RESONANZ FINDEN IST EINFACH UNGEHEUERLICH!!!!
für mich steht fest, die grünen bekommen meine stimme bei der bundestagswahl nicht, wenn sie dieses thema nicht intensiv publik machen. und mit dieser meinung stehe ich in bawü nicht alleine da: wäre heute landtagswahl, so würden die grünen bestimmt nicht mehr den MP stellen. dafür hat kretschmann einfach zu viel CDU blut in den adern!
OBEN BLEIBEN
@torsten
29-03-13 02:26
onlineabstimmung ist nicht so einfach - oder bist du auch für elektronische wahlcomputer wie in den usa (ja die, die so suuuper "fälschungssicher" sind ;)? mal davon abgesehn, ist es eh cooler wenn man sich zuerst im kv trifft und darüber diskutiert, worauf es ankommt.
@redaktion
29-03-13 02:23
warum entfernt ihr beiträge nicht, die die opfer der sowjetunion verhöhnen, indem dieses totalitäres system mit der EU gleichgestellt wird (= "EUdSSR").

diese menschenverachtende und dumme gleichmacherei sollte hier kein sprachrohr finden!
raphael kömp
02-12-12 12:30
Ich freue mich auf spannende Diskussionen unserem kv (:
Tino
26-11-12 14:05
Also die grünen-Mitglieder die ich so kenne haben weder das Geld für SUV's noch schicke Villen (geschweige denn Altbauwohnungen oder sowas).

Und die bestimmen viel mehr mit als viele andere, weil sie sich engagieren. In ihrer Freizeit. Und das sind auch diejenigen, die auf die BDK als Delegierte fahren und dort mitbestimmen...
Grün stinkt
26-11-12 05:51
Hallo Gast

Da hast du was falsch verstanden. Nicht das Volk darf die prioritäten bestimmen, sondern nur die Parteimitglieder der Grünen.
D.h. Personen mit hohem Einkommen, die in Jugendstilvillen wohnen und mit dem SUV
zum Bioladen einkaufen fahren.
Sowas nennen die Grünen dann "Basisdemokratie"
Svenja
16-11-12 15:32
Lieber "Gast",
dein Beitrag klingt eher so, als ob deine politische Heimat in der NPD liegt. Dementsprechend lass das mal unsere Sorge sein, was ins grüne Programm kommt.
Gast
14-11-12 14:43
Hurra wir dürfen Prioritäten bestimmen (aber keine Inhalte - das wäre ja noch schöner). Dabei darf man dann zwischen Pest und Cholera wählen nach dem Motto: Was ist Ihnen wichtiger?

- Bevölkerungsreduzierung äh ich meinte "Klimaschutz"
- Deindustrialisierung oder besser "Energiewende"
- EUdSSR als Zentralgewalt nach Entmachtung der Staaten und Bürger genannt "Euopäische Integration"
- Enteignung und Inflation durch Eurorettung - Verzeihung "Solidarität"
- Verdrängung der deutschen Bevölkerung äh Toleranz
- Zerstörung der Famile alias Gender Mainstreaming
oder vielleicht doch besser alles Gleichzeitig?
Jutta Paulus, KV Neustadt/W.
30-09-12 00:07
Kann mich den VorrednerInnen anschließn: auch ich stelle mir mehr Mitbestimmung via Wikis u.ä. vor!!!
Michah Weissinger
15-08-12 12:11
Ich schließe mich einigen meiner Vorredner an, wenn ich betone: Der Weg ist richtig, es fehlt aber noch an Konsequenz bei der Basisdemokratie! Auch bei der Erstellung des Programms sollte die Basis beteiligt sein - sei es über Umfragen im Wurzelwerk oder durch email-Befragungen oder andere offene Foren! "Schwerpunkte"" setzen, die gar nicht ins Programm aufgenommen wurden bzw. neue, kreative Idee zu kreiren, geht ja leider in diesem Verfahren nicht. Gerade in Sachen Eurokrise handelt die Bundestagsfraktion ja wie der Gärtner von Angela Merkel; schön allen störenden gedanklichen Zweige abchneiden und mitmachen.
Kommentar

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