Ein parteiübergreifender Kandidat muss her

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN begrüßen den Rücktritt von Christian Wulff, weil der Bundespräsident mit den neuen Entwicklungen in der Affäre sein Amt endgültig nicht mehr mit Würde ausüben kann. Am 16. Februar hatte die Staatsanwaltschaft Hannover beim Immunitätsausschuss des Bundestags wegen des Anfangsverdachts der Vorteilsnahme einen Antrag auf Aufhebung der Immunität gestellt. Christian Wulff folgte vor nur 19 Monaten im Amt des Bundespräsidenten auf den überraschend zurückgetretenen Horst Köhler.

Christian Wulff ist als Bundespräsident zurückgetreten. Foto: Martin Hey/Flickr.com (CC BY 2.0)

Claudia Roth sagt: "Der Rücktritt von Christian Wulff war längst überfallig." Der Bundespräsident habe ein Amt, das Würde und Respekte brauche, belastet. Doch selbst bei seinem Rücktritt zeige er sich wenig einsichtig und auch die Kritik an den Medien sei nicht nachvollziehbar, so die grüne Bundesvorsitzende. Die Medien seien ihrer Aufgabe nachgekommen und hätten für Aufklärung gesorgt.

Das Amt des Bundespräsidenten wurde im Zuge der Affäre immer wieder in Frage gestellt, doch es brauche laut Roth eine moralische Autorität, die integrierend wirkt und über den Parteien steht.

Das Ziel müsse es jetzt sein, einen parteiübergreifenden Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten zu finden, sagt Cem Özdemir. Claudia Roth, Cem Özdemir, Renate Künast und Jürgen Trittin haben Angela Merkel heute schriftlich ein Gesprächsangebot unterbreitet (Brief als PDF). Vorher werden BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN auch keine Personen ins Spiel bringen. "Wenn wir jetzt Namen nennen, würden wir unseren Vorschlag, einen parteiübergreifenden Kandidaten zu finden, ad absurdum führen", so der grüne Bundesvorsitzende. Die Grünen hätten auch 2010 die Hand ausgestreckt, um einen gemeinsamen Kandiaten zu finden, doch damals sei das Gesprächsangebot nicht angenommen worden.

Angela Merkel hat in einer Erklärung bereits angekündigt, nach den Beratungen der Bundesregierung über einen Nachfolger auf SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zugehen zu wollen, um einen gemeinsamen Kandidaten für die Wahl zum Amt des Bundespräsidenten zu finden.

"Es ist erfreulich, dass es bei Bundeskanzlerin Merkel offenbar einen Lernprozess gibt, dass sie diesmal nicht mehr auf einen Kandidaten/eine Kandidatin setzt, der vor allem aus ihrem Koalitionslager stammen soll", sagt Cem Özdemir.

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Gauck soll es werden

CDU/CSU, FDP, SPD und GRÜNE haben sich am Sonntagabend auf den 72-Jährigen als gemeinsamen Kandidaten geeinigt.

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Freude am Diskurs

Joachim Gauck diskutierte mit der Grünen-Spitze über seine Pläne für die Präsidentschaft.

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Ein Präsident für alle

Grüne und SPD nominieren Joachim Gauck als Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten. Im Gegensatz zu Wulff ist Gauck ein Angebot an alle Demokraten.

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Glückwunsch, Christian Wulff! Danke, Joachim Gauck!

Christian Wulff wurde am 30. Juni 2010 von der 14. Bundesversammlung zum Bundespräsidenten gewählt. Wir blicken auf drei Wochen zurück, in denen Kandidat Joachim Gauck die Herzen und Köpfe der Menschen erreichte.

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Jamaika-Koalition an FDP gescheitert

Ministerpräsidentin will mit der SPD eine große Koalition bilden. Cem Özdemir: GRÜNE waren kein einfacher, aber verlässlicher Partner.

Kommentare

marco
17-02-12 19:01
.....zeige er sich wenig einsichtig und auch die Kritik an den Medien sei nicht nachvollziehbar, so die grüne Bundesvorsitzende. Die Medien seien ihrer Aufgabe nachgekommen und hätten für Aufklärung gesorgt.....

... meinte Frau Roth. Glauben Sie wirklich, was Sie da sagen. Natürlich war es eine investigative Hetzjagd bestimmmter Medien, die sich durch den Multiplikationseffekt und immer weitere z. Teil auch manipulierte " Verfehlungen " noch verstärkte.

Aber das können Politiker, die sich völlig abgehoben sogar durch die für "alle " geltenden Flughafenkontrollen bewegen nicht verstehen. Aber der Tag wird kommen, Claudia Roth......
Andartis
17-02-12 18:58
Prof. Dr. Horst W. Opaschowski

halte ich für einen überaus geeigneten Bundespräsidenten.
Als Zukunftsforscher genießt er internationales Ansehen. Gebildet, seriös, sympathisch, parteilos und hoch ankerkannt erfüllt er die Veraussetzungen, als ernst zu nehmenden Vorschlag diskutiert zu werden.
Frank
17-02-12 17:13
Bitte, liebe Bundespartei!

Ich will DEN Kandidaten für den Bundspräsidenten, und wenn die Piraten das nicht hinkriegen, dann sollten wir den übernehmen: Georg Schramm.

Ich weiss, dass der nicht parteiübergreifender Konsens sein wird. Aber den brauchen wir nicht! (Den Konsens).

Ja, er wird unangenehme Dinge als Präsident sagen, ja, er wird böse Dinge sagen, auch böse Dinge über Grüne. Aber das ist egal, das verkraften wir. Ja, er hat Winfried Kretschmann als "konservativ" bezeichnet. Und ich streite mich gerade nicht darüber, ob er da nicht Recht hat. Ich will ihn als Präsident. Damit endlich ein "Ruck durch Deutschland geht". Farblos ist er jedenfalls nicht.
Eckbertz
17-02-12 17:01
Liebe Grüne ! Gebt euch einen Ruck und stellt eure beste Frau für das Präsidentenamt zur Verfügung:

Katrin Göring-Eckart !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

ich bitte inständig, macht wenigsten laut! diesen Vorschlag!

Vielen Dank!!!
Bitte nicht Gauck wieder aufwärmen, denn der ist auch durch..., wenn er überhaupt will...!
Eckbertz
17-02-12 16:52
Bitte schlagt aus euren Reihen Frau Katrin Göring-Eckart für das Präsigentenamt vor!!! Sie kann es schaffen parteiübergreifend gewählt zu werden. Sie ist integer und jemand der das große Ganze im Blick hat. Endlich wieder jemand im Amt dem man auch zuhören kann.!!!
Volker
17-02-12 14:19
Da leider Rio Reiser als "König von Deutschland" nicht mehr in Frage kommt, wäre ich auch für Udo Lindenberg.
Liebe Bundesgrüne, bitte fallt nur nicht noch einmal auf den neoliberalen Herrn Gauck herein, welcher u.a. die Occupy-Proteste verhöhnt.
Urban
17-02-12 13:15
Es gibt doch einen Kandidaten, der allen Ansprüche gerecht wird:
UDO LINDENBERG
Auch wenn es vielen zunächst als Scherz erscheinen wird: es gibt doch kaum einen/eine Bessere(n)! Integer, engagiert & verdient.
Und einen Keller aus dem man Leichen graben könnte hat Herr Lindenberg gar nicht.
helli
17-02-12 13:01
entlich habt es durch mobbing geschafft. schämt euch!
ich schalte immer ab wenn ich euer gesicht sehe. machtgeil nenn man das. roth sollte sich selbst überprüfen (bildzeitung lesen vom 16.02.2012
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