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Der Bär bekommt grüne Beine

Das grüne Superwahljahr 2011 findet in Berlin seinen erfolgreichen Abschluss. Nach aktuellen Hochrechnungen erzielen BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN mit über 17 Prozent bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus ihr bestes Ergebnis aller Zeiten und könnten damit gemeinsam mit der SPD regieren - auch wenn nicht alle Wahlziele erreicht worden sind. Rot-Rot hat nach den Hochrechnungen keine Mehrheit, und die FDP fliegt aus dem Abgeordnetenhaus. Die Partei konnte mit ihrer anti-europäischen Politik keine Wählerinnen und Wähler gewinnen.

Jubel bei der ersten Prognose auf der Wahlparty im Festsaal Kreuzberg.

Renate Künast, die grüne Spitzenkandidatin für Berlin, bedankte sich auf der Wahlparty im Festsaal Kreuzberg zuerst bei den Wahlkämpferinnen und Wahlkämpfern. Die Männer und Frauen hätten fünf Jahre dafür gekämpft, dass Schluss ist mit Rot-Rot. „Das habt ihr geschafft“, sagte Renate Künast.

Beim Wahlkampf hätte es heftigen Gegenwind gegeben - am Ende seien nicht alle Wahlziele erreicht worden, sagte die Spitzenkandidatin. "Aber wir bleiben dran!" Auf jeden Fall seien diejenigen eines Besseren belehrt worden, die meinten, Berlin wolle gar keine Veränderungen. Denn die Berlinerinnen und Berliner hätten mit der Wahl gezeigt, dass sie ein Ende des rot-roten Dornröschenschlafs wollen.

Jetzt müsse sich die SPD überlegen, ob sie mit den Grünen zusammenarbeiten wolle. "Wir bringen den Zuwachs mit", sagt Renate Künast.

Volker Ratzmann, grüner Fraktionsvorsitzender im Berliner Abgeordnetenhaus, bedankte sich bei Renate Künast für ihren Wahlkampf. "Du hast es geschafft, dass wir in eine andere Liga aufgestiegen sind."

Claudia Roth fragte: "Ist Klaus Wowereit bereit für eine moderne Großstadtpolitik?" Die SPD müsse sich entscheiden, ob sie ein Signal zur Ablösung von Schwarz-Gelb 2013 im Bund setzen wolle. In jedem Fall sei es gut, dass die "freien Radikalen", die FDP, abgestraft worden seien, so die Bundesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. Und aus ihrer Sicht könne sich auch jetzt schon etwas im Bund ändern: "Wir sind in der Lage, Neuwahlen durchzuführen", sagte Claudia Roth. "Das wäre das richtige Signal."

Ja, es seien nicht alle Wahlziele erreicht worden, sagte auch Cem Özdemir. In jedem Fall sei jetzt die SPD gefragt, ob sie einen Politikwechsel für Berlin wolle. Doch: "Die Grünen gibt es nicht umsonst", so die grüne Bundesvorsitzende.

Ein anderes wichtiges Ergebnis sei, dass die FDP eine deutliche Klatsche für ihre anti-europäische Politik bekommen hätte. "Die Berlinerinnen und Berliner wollen mehr Europa", sagte Cem Özdemir.

 

ARD-Hochrechnung, 19.57 Uhr (in Prozent):

SPD: 28,6

CDU: 23,2

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: 17,4

Linkspartei: 11,6

FDP: 1,9

Piraten: 9

 

ZDF-Hochrechnung, 19.59 Uhr (in Prozent):

SPD: 28,4

CDU: 23,2

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: 17,6

Linkspartei: 11,6

FDP: 1,9

Piraten: 8,9

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Mit wem will Wowereit?

Renate Künast hat sich klar gegen eine gemeinsame Arbeit mit der CDU ausgesprochen. Aber mit wem würde die SPD nach einem Wahlsieg am 18. September in Berlin regieren wollen?

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Rot-Grün ist an Wowereit gescheitert

Daniel Wesener über die gescheiterten Koalitionsverhandlungen, Kompromissbemühungen und einen selbstherrlichen Bürgermeister.

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Auf Rekordjagd

Für BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN war es das erfolgreichste Jahr aller Zeiten. Grün wächst in den Kommunen und auf Landesebene, stellt einen Ministerpräsidenten und die Mitgliederzahlen boomen. Das Wahljahr im Überblick.

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Eine andere Politik ist jetzt möglich

Grüne Woche mit Renate Künast: Über das grüne Rekordergebnis, Koalitionsverhandlungen und das Wahlergebnis der Piraten.

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GRÜNE drittstärkste Kraft

Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis kommen GRÜNE in Schleswig-Holstein auf 13,2 Prozent. Eine Mehrheit jenseits von Schwarz-Gelb ist möglich.

Kommentare

Brigitta
25-09-11 18:11
Ich hoffe nur, dass ihr nicht bei der A 100 einknickt!!! Wer heutzutage noch Autobahnen durch die Stadt baut, ist von vorgestern. Und wer diese Politik in irgend einer Weise stützt ist nicht wählbar. Ich bin sehr für Kompromisse, aber alles hat Grenzen.
Peter
19-09-11 14:34
Vorsicht mit der nsicht, die Berliner wollten mehr Europa...

Im allgemeinen ist die FDP eher für ihr schlechtes Bild in der Regierung und die oberintelligenten Berliner Wahlplakate zurecht bestraft worden... ich sag nur "Lieber zügig zum Job als langsam aber sicher zum Jobcenter..."

Gruß, Peter
Günther
19-09-11 10:46
Na, ja, wer von ca. 30 % Umfrageergebnis schließlich bei 17,4 % hängen bleibt, sollte nicht so überheblich sein. Etwas mehr Nachdenklichkeit stünde auch den GRÜNEN gut zu Gesicht, oder hat die Partei ihr vollmundig postuliertes Ziel etwa erreicht ?
Sebastian
19-09-11 05:42
Super, ich freu mich. Hoffentlich vertut jetzt Wowereit die Chance nicht...

Auch ich hab bis zur letzten Sekunde ernsthaft mit dem Gedanken gespielt, die Piratenpartei zu wählen.

Bitte, bitte, liebe Grüne, nehmt den Einzug der Piraten als Schuss vor den Bug:

1.) In Zukunft bitte Spitzenkandidat/innen aufstellen, die auch in Berlin bleiben wollen (selbst wenn sie nicht Regierende Bürgermeisterin werden). Wozu wähle ich eine Kandidatin, die sich gleich nach der Wahl aus dem Staub macht?

2.) Bitte noch mehr auf Inhalte fokussieren! Und die Plakate witziger gestalten! Ihr habt doch in der Vergangenheit schon oft gezeigt, dass Ihr das könnt.

Viel Erfolg

Sebi
Robert ausm Bärlin! ;)
18-09-11 20:10
Rot-Grün wär da schon die derzeit bessere Lösung. Weiter so meine Grünen! Stetig klare Aussagen und "MACHEN" wird die Grünen noch zur Spitze im Bundesparlament verhelfen.
Weiter so! ;)
Thomas
18-09-11 20:07
Bei allem Jubel sollten wir uns genau anschauen, was den Erfolg der Piraten ausmacht. Gerade bei der Netzpolitik haben die Grünen noch viel aufzuholen. Ich erinnere nur an die unsäglichen Enthaltung bei vdLs Zensurgesetz.

Ansonsten werden die Piraten zu dem, was die Grünen in den Anfangsjahren mal waren. Damals hat die SPD große Fehler gemacht. Heute die Grünen?
Christian
18-09-11 19:23
Gratulation aus Eisenach. Berlin wird grüner.
s. teuerzahler
18-09-11 18:36
bekommen die berliner jetzt auch ein türkenministerium so wie in baden-württemberg?
Kommentar

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