Liebe Netizens, liebe Generation C64, liebe Digital Natives,

Briefe zur Wahl: BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN an die Netznutzerinnen und -nutzer

Ihr habt ja in letzter Zeit echt viele Namen bekommen. Manche Leute behaupten, Ihr würdet nicht mehr so gern mehr als 140 Zeichen lesen – aber wir schreiben Euch heute trotzdem:

Kommen Euch die folgenden Worte bekannt vor: Überwachungsstaat, Totalüberwachung, informationelle Selbstbestimmung?

All diese Begriffe wurden in den Jahren 1981 bis 1983 geprägt, als der Widerstand gegen eine von der damaligen Bundesregierung geplante Volkszählung die Datenschutzbewegung innerhalb der Grünen stark machte. Damals hieß der einzige Access Provider des Landes noch „Deutsche Post“. Aber keine Angst, Oma und Opa erzählen jetzt nicht vom Krieg.

Seitdem ist ja auch viel passiert. Was 1983 riesige Rechenzentren im Statistischen Bundesamt beschäftigt hätte, könnte der Laptop, den Ihr da gerade vor Euch habt, heute ganz allein berechnen. Das Internet und das WWW sind für viele von uns ein ganz natürlicher Teil des täglichen Lebens geworden. Hier arbeiten wir, organisieren, informieren und streiten wir uns, hier lernen wir neue Freunde kennen und manchmal auch den Mann oder die Frau fürs Leben.

Viele von Euch haben das Gefühl, dass das Netz, seitdem es in der Alltagswelt der Mehrheit angekommen ist, von vielen in Beschlag genommen wird, die es lange Jahre kaum wahrgenommen haben. Die von Schwarz-Rot durchgewunkene Vorratsdatenspeicherung, die auch von der FDP mitgetragene heimliche Online-Durchsuchung, die Kriminalisierung von Privatkopien und Games zeigen, dass wir die mit dem Netz gewonnene Freiheit jeden Tag aufs Neue verteidigen müssen. Das von Ursula von der Leyen vorangetriebene Sperrgesetz hat das Fass zum Überlaufen gebracht.

Und ja, es stimmt: Auch in unserer Partei haben noch nicht alle verstanden, wie groß die Veränderungen sind, die sich gerade durch unsere Gesellschaft wälzen. Das ist nicht schlimm, denn wir wollen die Debatte über das Netz auch mit denen führen, die dem Medium noch mit Unwissen und Vorurteilen begegnen. Wir wollen sie lieber überzeugen anstatt sie zu überstimmen, wir wollen sie mitnehmen und nicht als vermeintlich Ahnungslose zur Seite schieben.

Wer Ängste und Vorurteile schürt bei denen, die sich im Netz nicht so gut auskennen, treibt die Spaltung unserer Gesellschaft voran. Eine digitale Kluft, die uns spaltet in welche, die die neue Technologie zu nutzen wissen und andere, die zurückbleiben, hilft uns nicht weiter. Dafür sind die Herausforderungen, vor denen wir stehen, zu groß.

Ein freies Internet ist kein Selbstzweck. Die großen Fragen unserer Zeit (Wie werden wir arbeiten? Wie schaffen wir soziale Gerechtigkeit? Bestehen wir die Klimakrise?) werden sich auch im Netz entscheiden. Dafür brauchen wir ein demokratisches Netz, in dem die Bürgerrechte ebenso gelten wie überall auch. Lasst uns dafür streiten und immer wieder erklären. Wir laden jede und jeden ein, sich an dieser Überzeugungsarbeit zu beteiligen.

Nach der Bundestagswahl wollen wir Grüne dafür sorgen, dass

  • die Vorratsdatenspeicherung und die heimliche Online-Durchsuchung rückgängig gemacht werden,
  • Webseiten, die Kindesmissbrauch zeigen, gelöscht werden anstatt eine Sperrinfrastruktur aufzubauen, die diese nur notdürftig versteckt,
  • eine Pauschalvergütung wie die Kulturflatrate geschaffen wird, die eine faire Entlohnung von Künstlerinnen und Künstlern ebenso ermöglicht wie den freien Austausch von Kultur und Kreativität im Netz. Und die den Abmahnwahn der Unterhaltungsindustrie ein für alle Mal beendet,
  • Internetzugänge für jede und jeden geschaffen werden – über freies W-LAN in unseren Städten und eine flächendeckende Breitbandversorgung auf dem Land,
  • ein freies Internet gesichert wird, das nicht den Interessen der Wirtschaft und des Staates untergeordnet ist,
  • Gamerinnen und Gamer nicht länger kriminalisiert und stigmatisiert werden.

Eure Grünen

Grün stärken – damit sich was ändert!


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Demonstrieren macht sexy

...verbessert die Muskulatur und schafft Möglichkeiten zur persönlichen unbelauschten Fraternisierung mit Gleichgesinnten

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Liebe Kinder (und Eltern),

ihr dürft nicht über die Zukunft unseres Landes abstimmen. Dabei müsst ihr ausbaden, was wir entscheiden

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Lieber Guido Westerwelle, lieber Klaus Wowereit, lieber Ole von Beust,

um Ihre Rechte und die der Homosexuellen in diesem Land zu stärken, werden Sie grün wählen müssen

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Schluss mit Frösche retten und ran an die Computer!

Das Internet hat die politische Sphäre verändert. Julia Seeliger schreibt, warum Politiker trotzdem nicht gezwungen sind, sich digital auszuziehen.

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Eine andere Welt ist möglich!

Grüne gratulieren Attac zum zehnten Geburtstag.

Kommentare

Anonym
25-09-09 13:38
[X] Piraten!!
Heinz2001
25-09-09 13:14
Warum wird eigentlich immer von "Netzgemeinschaft" oder von "Netzbürgern" oder von "Netizens" geredet?

Wir sind Bürger des Staates. Nicht mehr nicht weniger!

Ja es gibt Bürger die ab und zu das Internet benutzen / können ;-).

Mehr auch nicht. Ich finde diese Abgrenzung von "ihr seid Internetnutzer" "wir nicht" saudämlich.

Ich unterscheide doch auch nicht zwischen Eisessern, Brotessern oder Aldi Einkäufern.

Das Internet ist Teil der ein Gesellschaft, das selbst meine Eltern und meine Oma schon nutzen.

Jeder kann es nutzen! Jeder nutzt es bereits.

Kommt das bei euch großen Parteien mal an`????

Hallo?

Habt Ihr wirklich erst vor einem Jahr entdeckt, das es sowas wie das Internet gibt?

Mit kommt es wirklich langsam so vor.
Icke
25-09-09 13:03
Dümmliche Anbiederung, die nur zeigt, daß die Verfasser die angeschriebene Zielgruppe nicht mal ansatzweise begreifen.

Ist Euch das denn nicht wenigstens peinlich?
Mark
25-09-09 12:46
Schön bei den Piraten abgeschrieben...
Blub
25-09-09 12:45
Hey für abschreiben habs schon damals in der Schule ein F stat nen Hacken! Wenn ich mir so das Abstimm Verhalten bei den KiPo sperren ansehe vergesst ihr diese versprechen nach der Wahl ganz schnell wider...
uschile
25-09-09 12:14
WARUM ENTHALTEN SICH DIE GRÜNEN WENN ES DARAUF ANKOMMT ?

PEPSI ODER COLA ? !

AUCH IHR SEID KEINE ALTERNATIVE,...
Kaz
25-09-09 12:09
@tarandus
Ich mag weder SMS noch halte ich von solchen künstlichen Längenbegrenzungen viel.
Wenn die Redaktion hier meint, sie muss sagen, die Grünen Abgeordneten sind absolut unfähig, meinen es aber gut, muss man ihr klarmachen was sie sagt.
Weswegen soll man unfähige Abgeordnete zur Wahl antreten lassen und dann noch wählen?
tarandus
25-09-09 11:53
@Kaz 25-09-09 01:11

das waren mehr als 140 Zeichen, es hätte auch ein
"[X] Piraten" gereicht.
rob
25-09-09 11:42
Ich denke man muss schon zugeben, auch als pirat, dass einige piratenthemen schon bei den Gruenen aktuell waren, bevor es die Piratenpartei gab. Dass also teilweise eher in die andere richtung abgeschrieben wurde. Der grosse unterschied ist jedoch, dass die leute, die diese themen aktiv vertreten, bei den Gruenen nur ein teil von vielen sind (und nicht der wichtigste), bei den Piraten jedoch _alle_ einer meinung sind, da dies eben das vereinende element ist.
Dadurch sind die Piraten in dieser sache wesentlich glaubwuerdiger, als es die Gruenen sind. Wohlgemerkt: die partei, nicht die einzelnen mitglieder, denn diese koennen es durchaus ernst und ehrlich meinen. Es nuetzt nur nicht so viel, wenn sie sich nicht durchsetzen koennen und wenn ihre themen in kompromissen fuer andere themen geopfert werden.
Die Piratenpartei wird hoffentlich helfen, die prioritaeten innerhalb der anderen parteien wieder etwas geradezuruecken, auch wenn sie die 5% nicht schaffe.
Ronny
25-09-09 10:50
Glückwunsch - schön abgeschrieben von den PIRATEN! Haben das Eure Vorzeige-Politiker auch schon brav auswendig gelernt?

Na eigentlich wird sowas ja bewertet als betrugsversuch - Setzen, Sechs!

Was anderes stellt dieser heuchlerische Artikel ja auch nicht da - Ihr seht Eure Felle an die PIRATEN wegschwimmen, und müsst in blindem Aktionismus noch schnell reagieren!

Wo waren denn Eure Leute mit DIESER Meinung, als Ihr noch in (rot-grüner) Regierungsverantwortung standet??

Lächerlich - Deshalb: Änderhaken benutzen - PIRATEN wählen!
Kommentar

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