Liebe Herren Bernotat, Großmann, Josefsson, Villis,

Atomkraft, Briefe, Wahlaufruf

Briefe zur Wahl: BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN an die Atomlobby

Sie haben ja richtig blödes Pech gehabt. Dabei war er nicht  ungeschickt, Ihr  Plan, einen Stimmungswandel pro Atomkraft zu erzeugen.

Eine Kanzlerin, die Ihre Schrottreaktoren als die „sichersten Kernkraftwerke“ bezeichnet; die Legende vom billigen Strom, das Gerede von der Atomkraft als „Brückentechnologie“. Und schließlich eine von der Stromkundschaft bezahlte Werbekampagne für die Atomkraft. Am Allerbesten fanden wir die Geschichte von der Stromlücke – die war so dreist zusammengelogen, dass man sie fast hätte glauben können.

Doch dann das: Ein paar Monate vor der Wahl fliegt Ihnen der Pannenreaktor Krümmel um die Ohren. War da eigentlich Homer Simpson am Steuerpult? Und dann noch das Versuchsendlager Asse, das schon nach zwei Jahrzehnten in radioaktiver Lauge absoff. Obendrein fliegt die Fälschung der Gorleben-Akten auf, die Sie und uns nach der Bundestagswahl noch in einem Untersuchungsausschuss beschäftigen wird. Alles dumm gelaufen, aber die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler zahlen ja, nicht wahr?

Mal ganz im Ernst: Im Juni dieses Jahres waren zeitweise gleich sieben Ihrer Atomkraftwerke nicht am Netz. Sind deswegen in Deutschland die Lichter ausgegangen? Nein, wir haben im Gegenteil weiterhin Strom ins Ausland exportiert.

Es ist ein bisschen so, als würden Sie in der Sahara Heizdecken verkaufen wollen. Mit dem Unterschied, dass Sie riesige Gewinne machen, obwohl Ihr Produkt niemand braucht. Jeder Tag, den Ihre Reaktoren nach der Wahl am 27. September länger am Netz bleiben, spült Ihnen eine Million Euro in die Kasse - pro AKW wohlgemerkt.

Das Geschäft mit dem Risiko

Ein schöner Gewinn, vor allem wenn man bedenkt, mit wie vielen Steuermilliarden die Verbraucherinnen und Verbraucher in den Jahrzehnten zuvor Ihre Risikotechnologie subventioniert haben. Ein feines Geschäft, wenn man sich vor Augen führt, dass die alten Kisten schon seit Jahren abgeschrieben sind.

Logisch, dass Sie versuchen, die Alternativen so lange wie möglich zu verhindern: Strom aus Sonne oder Wind? Um Gottes Willen, das bringt die schönen Monopole in Gefahr.

Am schlimmsten ist, dass Sie Monat für Monat kiloweise strahlenden Müll produzieren und selbst nicht den Hauch einer Ahnung haben, was damit passieren soll.

Nein, wir setzen den Atomausstieg ohne Wenn und Aber fort. Wir wollen eine Energieversorgung, die uns nicht von einer weiteren endlichen Quelle abhängig macht und folgende Generationen für Jahrhunderte belastet. Wir werden Ihnen mit einer Brennstoffsteuer ein wenig von den ungerechtfertigten Profiten abzweigen, die Sie mit Ihrem Atomstrom verdienen.

In den kommenden vier Jahren werden wir acht weitere Meiler vom Netz nehmen. Die Einzigen, die Ihnen jetzt noch helfen können, sind CDU und FDP. Aber eigentlich auch nicht. Denn wir werden verhindern, dass die am 27. September die Mehrheit haben.

Kernige Grüße,

Ihre Grünen

Grün stärken - damit sich was ändert!


Diesen Brief twittern
  Diesen Brief twittern


Brief auf Facebook posten
  Diesen Brief auf auf Facebook posten

Klicke auf die Buttons, um das jeweilige Netzwerk zu aktivieren. Beachte, dass dadurch persönliche Daten an Facebook, Twitter oder Google übertragen werden.

http://www.gruene.de/uploads/tx_rsmttnewsext/waehler_bh_01.jpg

Liebe Wählerinnen und Wähler,

Mit diesen Schreiben an verschiedene Gruppen der Bevölkerung wollen wir eine Entscheidungshilfe für die Bundestagswahl am 27. September geben.

http://www.gruene.de/uploads/tx_rsmttnewsext/kinder_eltern_bh.jpg

Liebe Kinder (und Eltern),

ihr dürft nicht über die Zukunft unseres Landes abstimmen. Dabei müsst ihr ausbaden, was wir entscheiden

http://www.gruene.de/uploads/tx_rsmttnewsext/wechselwaehler_bh.jpg

Liebe Unentschlossene,

Sie schwanken zwischen den GRÜNEN und einer anderen Partei? Geben Sie uns einige Minuten, Sie zu überzeugen.

http://www.gruene.de/uploads/tx_rsmttnewsext/arbeitnehmer_bh.jpg

Liebe Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer,

wer profitiert von niedrigeren Steuern? Es sind diejenigen, die sowieso mehr haben

http://www.gruene.de/uploads/tx_rsmttnewsext/guido_bh.jpg

Lieber Guido Westerwelle, lieber Klaus Wowereit, lieber Ole von Beust,

um Ihre Rechte und die der Homosexuellen in diesem Land zu stärken, werden Sie grün wählen müssen

Kommentare

ThomasB
29-09-09 12:43
Und da fängt es auch schon an, Hr. Grossmann fordert die Verlängerung der Laufzeiten, gerade auch bei den ältesten Reaktoren.
Und wenn er das Geld, das eingenommen wird, zumindest zum Teil in erneuerbare Energien stecken will, gilt es doch genau aufzupassen, daß hieraus nicht neue Monopole entstehen...
Chrossi
28-09-09 11:06
Also wenn das wirklich machbar ist Herr Schillak, bitte setzen sich auch aktiv für den Bau von Speicherkraftwerken ein oder entwickeln sie bitte ein revolutionäres Speichermedium gleich mit..Umwandeln von Energie ist ja kinderleicht. Nur eben beim Speichern da drückt der Schuh. Denn in einem derartig dicht bevölkerten Land wie Deutschland haben wir leider kaum Platz für die erforderlichen Energiespeicher. Ich sehe jetzt schon wieder die militanten Umweltschützer vor Talsperrenbaustellen demonstrieren wenn wir dann mal aus der Atom und Kohlekraft ausgestiegen sind.
Ingo Schillak
23-09-09 23:21
Wenn ein wechsel zu regenerativen Energien und der damit verbundene Ausstieg aus der Kernenergie nicht machbar wäre, würde ich mir selber, als angehender Umweltschutztechniker im Fachbereich der Erneuerbaren Energien einen Bärendienst erweisen. Denn wenn wir nicht in der Lage wäre, mit unseren Konzepten eine sichere Stromversorgung zu gewährleisten, würde die Bevölkerung schneller zur Kernenergie zurück renenen als wir "Austieg" rufen könnten.
Mit INTELLIGENTEN Konzepten, ist eine sichere Energieversorgung in Deutschland schon in wenigen Jahren zu 100 % aus Regenerativen Energien, in Verbindung mit Erd-/Biogas KWK Anlagen realisierbar.

Die einzigen, die Kernkraft benötigen, sind die Aktionäre und Vorstandsmitglieder der großen Stromkonzerne, sonst niemand.
ProAtom
20-09-09 19:08
"Ein paar Monate vor der Wahl fliegt Ihnen der Pannenreaktor Krümmel um die Ohren."

Auf der Internationalen Bewertungsskala für nukleare Ereignisse der IAEO zur Bewertung von Unfällen in kerntechnischen Anlagen nimmt der Vorfall die unterste Stufe ein (INES 0).

Ich muss schon sagen, da waren wir wirklich sehr nah dran an einem Reaktor, der uns um die Ohren fliegt..
Redaktion
19-09-09 00:54
Hallo Susann,
Joschka Fischer arbeitet für eine Gaspipeline, nicht für Atomkraftwerke. Mal abgesehen davon, dass er das als Privatmann tut: Für die Grünen ist Erdgas als relativ klimafreundliche Brückenenergie Bestandtteil unseres Energieszenarios. Siehe auch: http://www.gruene-bundestag.de/cms/publikationen/dok/195/195618.broschuere_energie_2_0.html
Viele Grüße
Die Redaktion
Susann
18-09-09 20:44
ihr habt bei der Ansprache an die Atomlobbyisten noch einen Namen vergessen: Joschka Fischer
Kratzt ziemlich an der Glaubwürdigkeit der Partei, wenn DER Vorzeigepolitiker Der Grünen auf seine alten Tage nun auch als RWE-Berater tätig ist!!!Mein Kreuz kriegt ihr nicht mehr!!!
Noch ein Ingenieur
18-09-09 06:47
Doch, es gibt auch Ingenieure, die GRÜN wählen.

Ja, noch hat die Kernenergie leider einen so hohen Anteil an der Grundlast, aber...

Wind --> nicht immer da, aber über Aufrüstung des Netzes und Forschung an Speichern besser verteilbar

Wasser --> nicht erwähnt, aber grundlastfähig, leider fast ganz ausgebaut in Deutschland

Sonne --> mit dem richtigen Kraftwerkstyp (solarthermisch) auch nachts nutzbar über z.B. Flüssigsalzspeicher

Kraft-Wärme-Kopplung --> deutlich effizienter bei der Primärenergienutzung als alle anderen Verfahren; bei Zusammenschaltung zum virtuellen Kraftwerk auch deutlich schneller regelbar als AKWs und damit besser zu regenerativen Energien passend

Und das Wichtigste: Energiesparen in allen Bereichen, Energieeffizienz steigern

Ach ja, und mit der Verlängerung der AKW-Laufzeiten braucht man mir erst zu kommen, wenn man mir auch erklären kann, wo wir mit dem Müll dann hin wollen, diesmal mit Gutachten ohne staatliche Einflussnahme. Durch die ganzen Vorkommnisse hat die Atomindustrie ihre Glaubwürdigkeit selber zunichte gemacht...
Ingenieur
17-09-09 23:06
Grüne Ideologie - Kontra Realität
Was mich brennend interessiert, ob ihr Grünen Schlappenträger wirklich an den Mist glaubt, den Ihr so verbreitet?
Die dumme Bevölkerung könnt Ihr täuschen, mit euren ausgeluschten immer gleichen Falschaussagen. Wie hoch ist denn euer Wähleranteil bei Ingenieuren? Wer mit Begriffen wie Grundlast, Mittellast und Spitzenlast etwas anfangen kann, merkt schnell, dass die Grüne Stromlüge nicht aufgehen kann.

Grundlast = Strombedarf der rund um die Uhr gebraucht wird
Wind = nicht immer da
Sonne = Nachts nicht da
Anteil Kernernergie Grundlast = 48%
Schlussfolgerung: DA IST EINE LÜCKE!!!
Anonym
17-09-09 09:02
die grünen sind weicheier.....atomkraft ist super!....die spinnen...die grünen
Kommentar

Wir freuen uns auf Meinungen zu diesem Artikel. Bitte beachtet unsere Nutzungsbedingungen.
Die Kommentarfunktion dient nicht dazu, direkt mit uns Kontakt aufzunehmen oder Fragen zu stellen. Dafür haben wir ein Kontaktformular.



CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz

Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.