Fleischeslust
Welche politische Dimension der Genuss von Schnitzel, Gulasch und Co. hat, erklärt die Heinrich Böll Stiftung in ihrem Fleischatlas. MEHR
Welche politische Dimension der Genuss von Schnitzel, Gulasch und Co. hat, erklärt die Heinrich Böll Stiftung in ihrem Fleischatlas. MEHR
Der Monitoringbericht macht deutlich: Die Schwarz-Gelben Regierung kann die Energieeffizienzziele nicht erreichen. MEHR
Die von der Merkel-Regierung verabschiedete Beihilferegelung für die Industrie fördert weder den Klimaschutz noch entlastet Sie die Bürger. MEHR
Eine Geschichte über unfaire Ausnahmen, die Schwarz-Gelb der Industrie gewährt. MEHR
Wie wir bis 2050 unabhängig von fossilen Energieträgern werden können. MEHR
Wir erklären, warum Solarstrom ein wichtiger Baustein für die Energiewende ist. MEHR
Alle Infos rund um EU-Fiskalvertrag, ESM und die Position der Grünen. MEHR
Grüne Mitglieder können zehn Projekte für die Bundestagswahl 2013 auswählen. MEHR
Nummer des Antrags: SP-01-444 - Sozialpolitik
AntragsstellerIn: Beate Müller-Gemmeke
Weitere AntragsstellerInnen: Sven Lehmann (KV Köln), Bärbl Mielich, (KV Breisgau-Hochschwarzwald), Sylvia Kotting-Uhl (KV Karlsruhe), Katja Keul (KV Nienburg), Arfst Wagner (KV Schleswig-Flensburg), Hermann Ott (KV Wuppertal), Monika Lazar (KV Landkreis Leipzig), Harald Wölter (KV-Münster), Sabine Häuser-Eltgen (KV Limburg-Weilburg), Hartmut Wauer (KV Wangen), Jörg Rupp (KV Karlsruhe-Land), Krystyna Grendus (KV Odenwald-Kraichgau), Gabriele Frenzer-Wolf (KV Böblingen), Karen Ehlers (KV Böblingen), Verena Fuchslocher (KV Mannheim), Karin Fendler (KV Karlsruhe), Wilfried Weisbrod (KV Odenwald-Kraichgau), Hans-Peter Behrens (KV Rastatt/Baden-Baden), Doro Meuren (KV Neckar-Bergstraße) u.a.
Die Zeilen 444 bis 463 werden ersetzt durch:
„Für uns Grüne hat jegliche Arbeit ihren Wert. Erwerbsarbeit muss den Lebensunterhalts sichern, Sicherheit und Lebensplanung ermöglichen und gesellschaftliche Anerkennung und Wertschätzung sicherstellen. Alles zusammen ermöglicht den Menschen ein aktives gesellschaftliches Leben. Wenn der Stundenlohn aber in manchen Branchen unterhalb des Existenzminimums liegt, wenn Leiharbeitskräfte noch weniger verdienen als das Stammpersonal, dann spiegelt der Lohnzettel alles Mögliche wider, aber sicher nicht den Wert der geleisteten Arbeit. Und wenn Menschen immer wieder nur befristete Jobs bekommen, dann wird jegliche Lebensplanung unmöglich gemacht.
Der Anstieg der prekären Beschäftigung hat aber nicht nur negative Auswirkungen für die Beschäftigten, sondern auch Folgen für die Arbeitswelt insgesamt. In Betrieben, in denen immer mehr Festangestellte durch externe Leiharbeitskräfte oder Werkvertrags-Beschäftigte verdrängt werden, da zersplittern die Belegschaften. Vor allem aber werden mit diesen Beschäftigungsformen die Mitbestimmung, der Kündigungsschutz, tarifliche Standards und somit der soziale Schutz der Beschäftigten umgangen. Damit stehen kollektive Errungenschaften, die über lange Zeit hart erkämpft wurden, nur noch auf dem Papier. Der Jahrzehnte alte gesellschaftliche Konsens der Sozialpartnerschaft und die Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft werden damit aufgekündigt.
Wir brauchen wieder soziale Leitplanken auf dem Arbeitsmarkt durch Maßnahmen, die das Tarifvertragssystem stärken und Tarifflucht bekämpfen. Niemand soll für weniger als 8,50 € die Stunde arbeiten müssen. Deshalb fordern wir einen flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn. Gleichzeitig müssen die Möglichkeiten geschaffen werden für mehr branchenspezifische Mindestlöhne und für mehr allgemein verbindlich erklärte Tarifverträge, die dann für alle Beschäftigten einer Branche gelten. Notwendig sind auch eindeutige Regeln bei Werkverträgen, um Missbrauch zu verhindern. Und es kann nicht sein, dass Leiharbeitskräfte 35 bis 45 Prozent weniger verdienen als die Stammbeschäftigten. Deshalb muss der Gleichbehandlungsgrundsatz “gleicher Lohn für gleiche Arbeit” uneingeschränkt gelten, ein Flexibilitätsbonus eingeführt und mehr betriebliche Mitbestimmung beim Einsatz von Leiharbeitskräften durchgesetzt werden. Für uns ist Leiharbeit nur zum Abfedern von Auftragsspitzen oder zum Überbrücken von kurzfristigen personellen Engpässen akzeptabel. Realität ist zudem, dass fast die Hälfte der Neueinstellungen nur noch in befristeten Arbeitsverträgen erfolgt. Wir wollen die Befristungsgründe verringern und die sachgrundlose Befristung abschaffen. Denn Sicherheit im Berufsleben ist die zentrale Voraussetzung für die Lebensplanung der Menschen.
Gute und gesunde Arbeitsbedingungen sind eine Zukunftsinvestition, die sich für die Unternehmen und Beschäftigten gleichermaßen lohnen. Heute ist das nicht immer der Fall. Ein eindeutiges Warnsignal ist die frappante Zunahme der Krankheitstage aufgrund arbeitsbedingter psychischer Belastungen am Arbeitsplatz. Gleichzeitig sind psychische Erkrankungen mit zurzeit 37 Prozent die Hauptursache für Frühverrentung. Denn die Arbeitsintensität ist in den vergangenen Jahren nachweislich angestiegen, gleichzeitig haben sich die Arbeitszeiten wieder verlängert. Flexible, nicht planbare Arbeitszeiten sowie Schicht- und Nachtarbeit nehmen zu und immer mehr Menschen arbeiten auch am Wochenende. Deshalb fordern wir eine Anti-Stress-Verordnung zum Schutz vor Stress am Arbeitsplatz. Außerdem müssen Gefährdungsbeurteilungen in den Betrieben verbindlich durchgeführt werden, die aufzeigen, welche gesundheitlichen Belastungen auftreten und wie sie vermieden werden können. Zum Schutz der Beschäftigten, aber auch mit Blick auf den demografischen Wandel und den drohenden Fachkräftemangel sind die Minderung von psychischen Gefährdungen und die Ausgestaltung alters- und alternsgerechter Arbeitsbedingungen das Gebot der Stunde. Denn die Beschäftigten sollen gesund bis zu einer Rente ohne Abschläge arbeiten und im Alter würdevoll ohne Armut leben können.“
Begründung:
Ein wesentlicher Schlüssel für gesellschaftliche Teilhabe liegt in der Arbeitswelt. In diesem Sinne fehlen bei den Ausführungen zum Arbeitsmarkt wichtige Aspekte in der Analyse und dementsprechend grüne Forderungen. Grüne Politik hat mehr zu bieten.
Kommentare
Wir freuen uns auf Meinungen zu diesem Artikel. Bitte beachtet unsere Nutzungsbedingungen.
Die Kommentarfunktion dient nicht dazu, direkt mit uns Kontakt aufzunehmen oder Fragen zu stellen. Dafür haben wir ein Kontaktformular.