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Nummer des Antrags: SP-01-583 - Sozialpolitik
AntragsstellerIn: Eike Heinicke u.a.
Weitere AntragsstellerInnen: Wolfgang Conzendorf, KV Altenkirchen; Tobias Müller-Roden, KV Altenkirchen; Eva Stidgen, KV KL Land; Andreas Markus, KV KL Land; Birgit Markus, KV KL Land; Dr. Anne-Marie Heinicke, KV KL Land; Dr. Dr. Rahim Schmidt, KV Mainz; Gabriela Seitz-Hoffmann, KV Weilheim-Schongau; Andrea Piro, KV Rhein-Sieg; Doris Siegfried ,KV KL Land; Dieter Siegfried, KV KL Land ; Carola Pfreundt, KV KL Land; Wolfgang Frey, KV Kusel; Gabriele Quaer, KV Kusel; Rüdiger Quaer, KV Kusel; Freia Jung- Klein, KV KL.-Land; Horst Henning, KV Kl. -Land; Jörg Schulz, KV Altenkirchen; Ulli Gondorf, KV Altenkirchen; Astrid Baer, KV Barmer u.a.
In Zeile 583 des Antrags SP1 (Seite 17/27) wird
zwischen „...Krankenkassen...“ und „...Wir wollen...“ einzufügen:
...und die ärztliche Versorgung allein der Selbstverwaltung der Ärzte überlässt. Von 2002 bis 2011 ging die Zahl der HausärztInnen um rund 2400, bei einem Zuwachs von 7245 bei den FachärztInnen, zurück. Wir wollen das Berufsbild von HausärztInnen aufwerten und fordern deshalb bundesweit, eigene Lehrstühle für hausärztliche Versorgung und Gesundheit an allen Medizinischen Fakultäten!
Wir wollen auf Augenhöhe mit PatientInnen und allen nicht-ärztlichen Berufen über die haus- und kinderärztliche Versorgung eine Langzeitversorgung von gesunden und kranken Menschen, ambulant bedarfsgerecht, inklusiv und barrierefrei sichern.
Die Kinder- und Allgemeinmedizin berücksichtigt somatische, psycho-soziale (familiäre), soziokulturelle und ökologische Aspekte, ein wesentlicher Teil wird dabei durch Gespräche zur Vorsorge und Information weit über die unmittelbaren Erkrankungen hinaus erbracht. Zur Stärkung und zum Schutz dieser ganzheitlichen, Wohnort nahen Primärversorgung wird es nötig sein diese Leistungen nach Zeit und bei den speziellen FachärztInnen, nach Sachleistungen abzurechnen. Die Gliederung des Behandlungsauftrags wird damit planbarer und für die PatientInnen überschaubar effetiv! Unumgänglich wird eine individualisierte Qualitätskontrolle auf Augenhöhe mit den PatientInnen sein.
Begründung:
Berufsbild aufwerten:
Alle Gebiets-FachärztInnen haben eigene Lehrstühle, ca. 90% der Kranken werden von AllgemeinmedizinerInnen versorgt oder mitversorgt, die oft nur mit Lehrbeauftragten auskommen müssen. HausärztInnen brauchen endlich einen eigenen identitätsstiftenden, klaren Aufgabenbereich außerhalb der Klinik, mit entsprechender Aus- und Weiterbildung. Bei dieser Ausbildung zu Vorsorge und Gesundheit (ähnlich niedergelassene KinderärztInnen) geht es um die Kompetenz Leid, Kosten und Ressourcen* zu mindern, einer Aufgabe, die der Attraktivität und Identität des hausärztlichen Berufes deutlich nützen würde.
* Ressourcen / Ökologie, die Ausscheidungen von Chemotherapeutika und Hormone belasten zunehmend auch die Trinkwasserqualität ( Diclofenac-diethylamin, Antikontrazeptiva im Bodensee)
Begründung eigene Lehrstühle:
FachärztInnen behandeln Krankheiten. HausärztInnen kümmern sich um Gesundheit.
Das bedeutet langfristig Ganzheitlichkeit und Nachhaltigkeit.
Es geht um Vorsorge und Information weit über die unmittelbaren Erkrankungen hinaus.
Messwerte und Handwerkzeug der Klinik prägen noch zu wesentlich Ausbildung und Handeln von HausärztInnen. Für das Erkennen von fraglicher Gesundheit brauchen wir quasi „feinere Siebe“, in denen schon die Tendenz krank zu werden hängen bleibt.
So sollte die Aus- und Weiterbildung, neben der klinischen Medizin („grobes Sieb“) die Schwerpunkte Vorsorge, Ernährung, Lebensführung und insbesondere Gesprächs-, Energie- Physikalische-, Umwelt-, Palliativ-, traditionelle, komplementäre Medizin und systemische Familientherapie beinhalten.
Begründung, getrennte Verwaltung und Bezahlung:
Die Verwaltung von Haus- und KinderärztInnen, die rund um die Uhr ambulant und in Bereitschaft arbeiten, sollte von den FachärztInnen die „lediglich“ in Sprechzeiten verfügbar sind, getrennt werden und aus verschiedenen “Töpfen“ vergütet werden.
ÄrztInnen, die im jeweiligen Fachgebiet tätig sind behandeln Fälle mehr oder weniger organbezogen. Die Betreuung bei HausärztInnen vollzieht sich personenbezogen vor Ort oft über lange Zeiträume; denn nur so kann über den entsprechenden Lebens- und Krankheitsverlauf ein Überblick entstehen. Bei langwierigen, chronischen Erkrankungen kann oft nur dadurch, ein für die kausale Therapie wichtiger ZUSAMMENHANG gebildet werden. Beispiel Spät- Borreliose, Nahrungsmittelunverträglichkeit über eine schlechte Darmfunktion. Kinder-, Hausärztinnen und internistische HausärztInnen leisten dezentral, vor Ort die Primärversorgung gesprächs- und zeitintensiv. FachärztInnen arbeiten vorwiegend über Sach- und Geräte Leistungen zentral (kliniknah) die spezielle ambulante, organbezogene Betreuung der PatientInnen.
Begründung, feinere, individuellere Qualitätskontrolle:
In schwierigen Fällen, z.B. bei chronischen Erkrankungen, wenn aus den Patienten wieder Einzelfälle geworden sind, kann dem klinisch austherapierten Kranken oft mit Zuspruch, Zeit und komplementärer Medizin zusätzlich zu bereits laufender Therapie geholfen werden.
Besonders bei solchen Fällen wird beispielsweise die wichtige ordnende und regelnde Funktion von Doppelblind-Studien aus der Klinik, abgelöst durch Einzelfallbeobachtungen, die der Einmaligkeit des Patienten und dem individuell verabreichten Medikament oder Verfahren besser gerecht werden.
(analog Erfolg in Psychotherapie und psychotherapeutisches Verfahren).
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