Anträge und Tagesordnung

Änderungsantrag zu SP-01

Nummer des Antrags: SP-01-426 - Sozialpolitik

AntragsstellerIn: KV Dahme-Spreewald

In Z. 426 nach „integriert werden können.“ … bis  … „Finanzierung“

sollen eingefügt werden:

Der „Zweite Bildungsweg“ ist dabei seit vielen Jahren die vielfältig genutzte Chance, neben und auch statt berufsbezogener Fortbildung schulische Abschlüsse bis hin zur Hochschulreife zu erwerben – dieses Bildungsangebot muss auch zukünftig nicht nur erhalten, sondern insbesondere in den Flächenstaaten erreichbar vorgehalten bzw. ausgebaut werden und in seiner Tagesform „finanziell leistbar“ sein durch Förderung auch über die 30-Jahre-Grenze hinaus. Daher muss die …

Begründung:

In der breiten Bildungsdiskussion gibt es seit einigen Jahren eine von Ministerin Schavan und auch den Gewerkschaften getragene – an sich begrüßenswerte – Zielsetzung, dem (schulischen) Zweiten Bildungsweg ausgebaute beruflicher Fort- und Weiterbildung an die Seite zu stellen, allerdings ihn auch ggs. beim Hochschulzugang durch das Studium mit/durch Berufsabschluss gänzlich überflüssig zu machen. Hier ordnet sich dann auch der mit großer Mühe gestoppte Versuch von Frau Schavan ein, den ZBW-Kollegs die Bafögförderung der Studierenden zu streichen, während die Förderung im Bereich beruflicher Aufbaustudien (z.B. Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung) breit ausgebaut wird. Zugrunde liegt dem die Zielsetzung, durch enges Andocken der Fortbildungen und des Studiums an die berufliche Vorbildung bzw. Ausbildung die Studienwünsche berufs- und damit wohl wirtschaftsnäher kanalisieren zu können. Der Zweite Bildungsweg hat aber seine sehr eigenständige Berechtigung, indem bei ihm auch Menschen lernen können, die ohne spezifische Ausbildung „nur“ gearbeitet haben, die auch Arbeitslosenzeiten haben und die lebensumständebedingt keine hinreichenden Voraussetzungen für derartige Exzellenz-Förderungen mitbringen. Lernen zu lernen in erwachsenengerechter, schulischer Weiterqualifizierung bedeutet für sie die grundlegende Voraussetzung, um überhaupt erst Zugang zu einer Berufsausbildung zu bekommen bzw. ggs. auf ein erfolgreiches Hochschulstudium jenseits des Bereichs der bisherigen Berufstätigkeit oder bisheriger Arbeitslosigkeit. Der ZBW bietet die nachweislich chancenreiche Option, schulische Defizite konzentriert und erwachsenengerecht aufzuarbeiten, Begabungen auszuloten bis hin zum Abitur, z. B. in Bafög-geförderten (auch) Tageskursen. Entgegen dem vielzitierten Postulat vom lebenslangen Lernen wird die Bafög-Förderung allerdings in der Regel auf Unter-30-Jährige beschränkt.

Es gilt daher die seit Jahren bewährte ZBW-Option nicht nur zu festigen, sondern über das „Fällen“ der 30er-Bafög-Grenze zu stärken und im Angebot, insbesondere in den strukturschwachen Flächenländern, auszubauen.

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