Anträge und Tagesordnung

Für ein europäisches Agrarmodell - das Ressourcen schützt, Tiere respektiert, gesunde Lebensmittel liefert, nicht auf Kosten Anderer wirtschaftet und eine moderne bäuerliche Landwirtschaft erhält!

Nummer des Antrags: E-04 - Europapolitik

AntragsstellerIn: Martin Häusling u.a.

Weitere AntragsstellerInnen: Ulrike Höfken (KV Bitburg –Prüm), Alexander Bonde (KV Ortenaukreis), Johannes Remmel (KV Siegen), Robert Habeck ( KV Flensburg-Land), Heide Rühle (KV Stuttgart), Bärbel Höhn (KV Oberhausen), Nicole Maisch (KV Kassel), Christian Meyer (KV Holzminden), Bettina Hoffmann (KV Schwalm-Eder), Dietmar Johnen (KV Bitburg –Prüm), Martina Feldmayer (KV Frankfurt), Sigrid Erfurth (KV Werra-Meißner), Eva Raabe (KV Schwalm-Eder), Jürgen Bischof (KV Schwalm-Eder), Ernst Träbing (KV Schwalm-Eder), Hermann Häusling (KV Schwalm-Eder), Stefan Arndt (KV Schwalm-Eder), Ina Möllenhoff (KV Wiesbaden), Marianne Häusling (KV Schwalm-Eder) u.a.

Dringender Handlungsbedarf

Wie Lebensmittel entstehen und was das mit unserer Umwelt, unserer Landschaft und unserer Gesundheit macht, das geht alle an. Wir alle sind Verbraucher und wir leben in einer Umwelt, die überwiegend durch Land- und Forstwirtschaft geprägt wird. Sowohl in der landwirtschaftlichen Produktion, als auch in der Weiterverarbeitung unserer Lebensmittel läuft heute vieles nicht im Sinne gesunder Systeme. Die Intensivierung der Landwirtschaft bedroht unsere Ressourcen, Boden, Wasser und Biodiversität. Massentierhaltung und Antibiotikaeinsatz zeigen einen beängstigenden Verlust ethischer Maßstäbe im Profitwahn liberalisierter Märkte. Mehr als ein Drittel unserer Lebensmittel landen in Deutschland auf dem Müll, 50% der gesamten Erzeugung wird nach Schätzungen des Europäischen Parlaments in der EU weggeworfen. Unsere Fleischproduktion hängt an Sojaimporten, die 20 Mio. ha  ausserhalb Europas beanspruchen. Für damit zusammenhängenden Folgen wie Hunger,  Regenwaldzerstörung, Landflucht und Vergiftung sind wir mitverantwortlich. Wir müssen effizienter und bewusster mit Nahrungsmitteln umgehen. Wir müssen die  Tierhaltung an die Fläche binden und den einheimischen Eiweißpflanzenanbau fördern.

Schwarz-Gelb liegt regelmäßig vor der Industrie auf den Knien

Anstatt den Änderungsbedarf zu akzeptieren, drücken Ilse Aigner und Schwarz-Gelb regelmäßig beide Augen zu, um dringend notwendige Auflagen für Pflanzenschutz, Lebensmittel- und Exportindustrie abzuwenden. Gentechnik wird in Brüssel wo immer möglich durchgewinkt und die Wirkungen von Glyphosat verharmlost. Wir fordern: Umwelt- und Tierschutz sowie internationale Fairness müssen Vorrang haben vor agrarindustriellen Interessen.

Die Zukunftsperspektive der Landwirtschaft ist GRÜN – oder gar nicht

Landwirtschaft und Ernährung sind die GRÜNSTEN Themen überhaupt. Die einzige Partei, die hierzu konsequente, in sich stimmige und moderne Antworten und Ideen bietet, sind die GRÜNEN.

Wir bieten Alternativen zum Tunnelblick von industrieller Power-Produktion und Exportwahn, wir sind für ökologisches und tiergerechtes Wirtschaften in fairen, regionalen Kreisläufen.

GRÜNE Agrarpolitik in den Regionen…

GRÜNE AgrarministerInnen in Deutschland zeigen, dass GRÜNE Landwirtschaft in den Bundesländern und Regionen möglich ist und dass Agrarpolitik auch anders geht! Sie erhalten dafür unsere volle Unterstützung.

… beginnt mit Europa

Die agrarpolitischen Rahmenbedingungen für das Handeln unserer Agrarminister werden aber in Brüssel geschaffen. Die gemeinsame Agrarpolitik ist die erste und einzige vergemeinschaftete Politik in Europa, und das nicht ohne Grund. Sie ist der wichtigste Kern der europäischen Integration und bietet Stabilität – auch im Hinblick auf die Europa-2020-Strategie mit dem Ziel, ressourcenschonend, regional und sozial zu wirtschaften. Gäbe es die gemeinsame Agrarpolitik nicht, hätten wir anstatt einer Vielfalt von Strukturen ein industrialisiertes amerikanisches Agrarmodell mit Monokultur-Landschaften und dort, wo die naturräumlichen Voraussetzungen ungünstig sind, geisterhaft entvölkerte ländliche Regionen. Trotzdem besteht auch in Europa dringender Handlungsbedarf: Ohne zukunftsfähige Rahmenbedingungen in der europäischen Agrarpolitik kann es keine GRÜNE Länderagrarpolitik geben!

EU-Agrarpolitik ökologischer und gerechter gestalten

Wir setzen uns für die Gestaltung einer nachhaltigen und zukunftsfähigen europäischen Landwirtschaftspolitik und für einen ausreichenden Finanzrahmen ein, der die notwendigen Änderungen ermöglicht. Wir fordern eine deutlich  gerechtere und ökologisch nachhaltigere europäische Agrarpolitik, vor allem bei den Direktzahlungen. Die Vergabe öffentlicher Gelder muss konsequent an die Erbringung gesellschaftlich gewünschter Leistungen gebunden werden. Wir unterstützen die GRÜNE Europafraktion in ihrem Einsatz für eine erneuerte Agrarpolitik.

Ländliche Räume fit machen

Die Gelder für die Entwicklung des ländlichen Raums haben viele ländliche Regionen in Europa erst überlebensfähig gemacht. Sie haben Natur- und Kulturlandschaften erhalten, deren Finanzierung heute, z.B. dank Tourismus, auf eigenen Füßen stehen kann. Wir fordern ein ausreichendes Budget für den Erhalt vitaler ländlicher Regionen, für Agrarumwelt- und Investitionsprogramme mit echtem Mehrwert für Beschäftigung, Ökologie und Tierschutz.

GRÜNE Forderungen für eine nachhaltige Agrarpolitik

  • Geld für nachhaltige Bewirtschaftung und faire Preise.
  • Arten- und Sortenvielfalt statt Monokulturen.
  • Eine junge Agrarpolitik: Neue Formen der Zusammenarbeit fördern statt Verdrängungswettbewerb.
  • Eine demokratische Agrarpolitik: Partei ergreifen gegen Spekulation und Marktmacht.
  • Eine gesunde Agrarpolitik - Gegen industrielle Massenerzeugung, Fehlernährung und Lebensmittelverschwendung.

Kommentare

Ingrid
11-11-12 16:07
Diesem Antrag kann ich nur zustimmen. Eine moderne Agrarwirtschaft in Kombination mit ökologischer Kreislaufwirtschaft und modernen, aber regionalen Vermarktungskonzepten als auch Aufgaben im Landschafts- und Naturschutz wäre vielleicht auch wieder für junge Menschen als dauerhafter Arbeitsplatz interessant. Anschubfinanzierung für neue Landwirtschaften zur Gründung von Existenzen??? Wäre das nicht wünschenswert für viele Arbeitslose junge Leute hier und auch in "Krisenstaaten" wie Spanien ud Griechenland?
Ein erheblicher Bedarf besteht doch auch in der ökologischen Landwirtschaft, deren Ziel ja sein sollte, den Bedarf regional zu decken und nicht Produkte aus Amerika, China oder sonstwo energieaufwendig her zu transportieren.
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