Fleischeslust
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Nummer des Antrags: V-03 - Verschiedenes
AntragsstellerIn: Dr. Philipp Schmagold u.a.
Weitere AntragsstellerInnen: Andrea Piro (KV Rhein-Sieg), Stephan Hofacker (KV Coesfeld), Andrea Schwarz (KV Karlsruhe Land), Werner Winkler (KV Rems-Murr-Kreis), Jutta Paulus (KV Neustadt / Weinstraße), Alex Maier (KV Göppingen), Martina Wendler (KV Bayreuth-Land), Rainer Hauenschild (KV Esslingen), Bärbel Röhner (KV München-Stadt), Nils Rusche (KV Berlin-Neukölln), Katrin Reuter (KV Göttingen), Walter Heichel (KV Aalen/Ellwangen), Gisela Walter-Grohsschmiedt (KV Ortenau), Tobias Mobers (KV Rhein-Sieg), Pamela Masou (KV Dresden), Sebastian Seibel (KV Mannheim), Sabine Schäfer (KV Wetterau), Hans-Jürgen Reitmeyer (KV Recklinghausen), Gesche Hand (KV Braunschweig) u.a.
1. BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN fordern eine einheitliche Zeitrechnung im ganzen Jahr. Das bedeutet, dass auf die seit 1980 wieder gebräuchliche Zeitumstellung zukünftig verzichtet werden soll.
Variante 1: Sommerzeit / MESZ
Die Zeitumstellung wird durch eine ganzjährig geltende Zeitregelung auf Grundlage der heutigen Sommerzeit ersetzt.
Variante 2: Winterzeit / MEZ
Die Zeitumstellung wird durch eine ganzjährig geltende Zeitregelung auf Grundlage der heutigen Winterzeit ersetzt.
2. Da eine solche Regelung auf europäischer Ebene am meisten Sinn macht, bitten wir die Europäische Kommission, das Europäische Parlament, die Grüne Europafraktion und die Europäische Grüne Partei, eine entsprechende Initiative auf europäischer Ebene zu starten.
3. Die Bundestagsfraktion wird gebeten, diese Regelung im Deutschen Bundestag und -sobald wie möglich- als Teil der Bundesregierung zu unterstützen und einzufordern.
4. Beim eingeführten halbjährlichen Zeitwechsel ist weder aus ökonomischer noch aus ökologischer oder sozialer Sicht ein Nutzen erkennbar. Durch die Zeitumstellung wird nachgewiesenermaßen keine Energie eingespart und es besteht eine Gefahr für die Gesundheit zahlreicher Menschen. Kurz: Die Nachteile überwiegen deutlich, was im Folgenden erläutert wird. Die Beendigung der Zeitumstellung sollte zeitnah, mindestens jedoch innerhalb einer Frist von 5 Jahren, erfolgen.
Die Nachteile der Zeitumstellung:
Keine Energieeinsparung
Eine der offiziellen Begründungen für die zweimal jährlich praktizierte Zeitumstellung war die Einsparung von Energie. Diese ist allerdings nicht nachweisbar, insgesamt steigt der Energieverbrauch sogar noch an.
Beispielsweise wurde in einer Untersuchung durch dreijährige Beobachtung des Stromverbrauchs von 7 Millionen Haushalten in Indiana, wo die Sommerzeit erst 2006 eingeführt wurde, festgestellt, dass der Stromverbrauch nach der Umstellung auf die Sommerzeit um 1 bis 3 Prozent stieg. Die Einwohner Indianas zahlten rund 8,6 Millionen US-Dollar pro Jahr mehr für den zusätzlichen Energieverbrauch.
Dass die erwünschte Energieeinsparung auch in Deutschland nicht erreicht wurde, bestätigte das Umweltbundesamt. Es stellt keine positiven Energiespareffekte fest, da die Einsparung an Strom für Beleuchtung durch den Mehrverbrauch an Heizenergie durch die Vorverlegung der Hauptheizzeit „überkompensiert“ werde. Der zunehmende Einsatz von Energiesparlampen würde den Effekt in Zukunft zudem weiter verstärken. Kurz: Man spart während der Sommerzeit zwar abends elektrisches Licht, jedoch wird dann morgens mehr geheizt, besonders in den oft kühlen Monaten März, April und Oktober.
Gefahr für die Gesundheit
Mediziner haben negative Auswirkungen der Zeitumstellung festgestellt, da sich die Anpassung des chronobiologischen Rhythmus des Organismus als problematisch herausgestellt hat. Besonders Menschen mit Schlafstörungen oder organischen Erkrankungen haben hier offenbar größere Schwierigkeiten. Nach einer Studie von Imre Janszky und Rickard Ljung erhöht die Umstellung auf die Sommerzeit das Herzinfarktrisiko, in den ersten drei Tagen nach erfolgter Zeitumstellung immerhin um 25 Prozent.
Das Institut für Arbeit und Gesundheit der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IAG) gab Auskunft, dass der menschliche Körper mindestens eine Woche benötigt, um sich an die Zeitumstellung zu gewöhnen. Sensible Personen brauchen sogar noch länger. Besonders Frauen haben sehr mit der veränderten Uhrzeit zu kämpfen.
Mehr Autounfälle
Im ersten Monat nach der Zeitumstellung von der Winter- auf die Sommerzeit erhöht sich das Unfallrisiko um bis zu 28 Prozent, wie das Statistische Bundesamt ermittelte. Danach nahm im Verlauf von fünf Jahren die Zahl der Verkehrsunfälle mit Personenschaden jeweils im Monat nach der Zeitumstellung um bis zu 28 Prozent zu.
Aufwand der Umstellung
Jede Einwohnerin und jeder Einwohner muss alle Uhren in seinem persönlichen Umfeld zweimal im Jahr umstellen. Heutzutage gehören dazu neben Wand- und Armbanduhren eine Vielzahl von weiteren Geräten mit Zeitanzeige, inklusive diverser Rechnerprogramme. Insofern kann das Aufsuchen und Umstellen aller Uhren in einem Haushalt einen beträchtlichen Aufwand bedeuten. Manche öffentliche Uhren, z. B. auf U-Bahnhöfen, zeigen einige Tage eine falsche Zeit an.
Weitere Probleme
Die Zeitumstellung führt zudem zu Problemen in den Bereichen der Dienstpläne für Nachtschichten, öffentliche Verkehrsmittel und Informationstechnik. Schüler_innen können sich in den Tagen nach der Zeitumstellung schlechter konzentrieren. Landwirt_innen, die Milchwirtschaft betreiben, haben Schwierigkeiten, ihre Kühe auf veränderte Melkzeiten umzustellen.
Situation weltweit
Es gibt weltweit keine einheitlichen Regelungen ob und wann in den einzelnen Ländern eine Zeitumstellung stattfindet. Hier einige Länder, die bereits auf die Zeitumstellung verzichten: Russland, Japan, Teile Südamerikas, der überwiegende Teil Afrikas, große Bereiche Asiens. In den US-Bundesstaaten Arizona, Hawaii und Teilen von Indiana sowie in Puerto Rico, Guam, den Virgin Islands und American Samoa gibt es keine Zeitumstellung.
Begründung
Die Nachteile überwiegen deutlich, dies zeigt der oben dargestellte Antrag. Daher ist die Zeitumstellung so bald wie möglich zu beenden. Die weitere Begründung erfolgt mündlich.
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