Antwort: Mehr Demokratie

Am letzten Tag des Parteitags stand die Zukunft der Demokratie im Zentrum. Direkte demokratische Beteiligung, der Kampf gegen Rechtsextremismus, der Schutz der Privatsphäre im Netz und die Zukunft des Urheberrechts waren nur einige Themen, über die kontrovers diskutiert wurde.

  • 01.01.1970
    Claudia Roth eröffnet auf dem letzten Tag der BDK die Demokratie-Debatte. Die Bundesvorsitzende sprach sich unter anderem für Volksentscheide auf Bundesebene und mehr Demokratie in der EU aus.
     
  • 01.01.1970
    Der ehemalige Schweizer Bundespräsident Moritz Leuenberger erklärt den Delegierten das direktdemokratische System seines Landes. Er sei ohne missionarische Absichten gekommen. "Unsere Demokratie definiert sich über Abstimmung", so Leuenberger. Aber die Bürgerinnen und Bürger müssten sich auch ständig mit der Materie auseinandersetzen.
     
  • 01.01.1970
    Zum ersten Advent gab's für alle Delegierten leckere Stollen - natürlich Bio!
     
  • 01.01.1970
    Bundesgeschäftsführerin Steffi Lemke bringt den Antrag zum Thema Rechtsextremismus ein. "Ein NPD Verbot allein löst das Problem nicht, wir stellen die anderen Dinge nach vorne." Zum Beispiel die Stärkung der Zivilgesellschaft und die Aufklärung der Fehler des Verfassungsschutzes.
     
  • 01.01.1970
    Anetta Kahane, Vorsitzende der Amadeu Antonio Stiftung, forderte die Grünen auf, den Kampf gegen Rechts zum Querschnittsthema zu machen.
     
  • 01.01.1970
    Bissig und kontrovers waren viele Debatten der BDK. Besonders viele Abstimmungen gab es in der Finanzdebatte am Samstag.
     
  • 01.01.1970
    Cem Özdemir beim Besuch der zahlreichen Aussteller des Parteitages - hier auf einem Hand Bike beim Stand des Deutschen Behindertensportverbandes.
     
  • 01.01.1970
    Bundesvorstandsmitglied Malte Spitz bringt den netzpolitischen Antrag ein: "Die Debatte - Urheber gegen Nutzer - muss beendet werden." (Fotos Ingo Kuzia)
     
  • Heute auf der BDK – Teil 3

    Der dritte und letzte Tag der BDK in Kiel stand im Zeichen der Diskussion über Rechtsextremismus und Demokratie, sowie Netzpolitik und eine Reform des Urheberrechts.

    Nazis, Nein Danke!

    Claudia Roth eröffnete die Debatte über Rechtsextremismus mit der erneuten Forderung über ein Verbot der NPD. "Es ist unerträglich, dass diese Leute vom deutschen Staat mit Millionen von Euro unterstützt werden." Ein NPD-Verbot genüge aber nicht, um rechtes Gedankengut aus der Gesellschaft zu verbannen. Bildung und Aufklärung seien die besten Waffen im Kampf gegen den Extremismus. Zudem müsse sicher gestellt werden, dass das Problem des Rechtsextremismus nicht auf die Debatte über ein NPD-Verbot reduziert wird. Opferschutz und Prävention müssten ebenfalls im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen.

    In ihrer Gastrede betonte auch Anetta Kahane (Vorsitzende der Amadeu Antonio Stiftung), dass der Schlüssel im Kampf gegen Rechts in der präventiven Verhinderung der Entstehung rechtsextremen Gedankenguts liege. Neben der Förderung von schulischer und politischer Bildung sei es darum unabdingbar, auf allen gesellschaftlichen Ebenen gegen rechtes Gedankengut zu Felde zu ziehen. Anetta Kahane forderte BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN deshalb auf, ein zentrales Bundeskonzept zur Bekämpfung rechter Gewalt zu entwickeln, sollte die Partei 2013 die Regierungsverantwortung übernehmen.

    Mehr Mitbestimmung der Bürgerinnen und Bürger

    Mit dem Antrag "Demokratischer Aufbruch in Zeiten der Krise" wollen BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN durch Volksentscheide auf Bundesebene die politische Teilhabe der Bürger stärken. "Demokratie ist die Basis zur Lösung gesellschaftlicher Probleme und nicht ein Hindernis dafür", sagte der Europaabgeordnete Sven Giegold, der den Antrag des Bundesvorstandes in die BDK einbrachte. Ein Demokratiedefizit sei auch der Grund für den weltweiten Erfolg der Occupy-Bewegung. Kaum ein Thema rufe derzeit mehr Demokratie-Zynismus hervor als das weltweite Regierungsversagen in der Finanzkrise.

    Nur die Schweiz nehme Großbanken in die Pflicht und habe starke Bankenkontrollen eingeführt, was auch auf die direkte Demokratie im Nachbarland zurückzuführen sei. Passenderweise hatten sich die Grünen als Gastredner den ehemaligen Bundespräsidenten der Eidgenossenschaft Moritz Leuenberger eingeladen. In seinem Gastbeitrag warb er für mehr direkte Demokratie in der Politik. Denn durch die direkte Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger an Entscheidungen steige auch deren Akzeptanz in der Bevölkerung. "Schließlich wird es so zum Projekt der Bürger selbst."

    Ein Urheberrecht für das 21. Jahrhundert

    Als letzter großer Themenbereich stand die Debatte über Netzpolitik und eine Modernisierung des Urheberrechts auf der Tagesordnung. Alle Bürgerinnen und Bürger sollen die Möglichkeit zu einem Breitbandanschluss bekommen. Außerdem soll Netzneutralität hergestellt werden – also die gleichberechtigte Durchleitung von Daten für alle Website-Betreiber. Die Abschaffung der Vorratsdatenspeicherung soll Internetnutzerinnen und -nutzern besseren Datenschutz garantieren.

    Mit Spannung war die Debatte über eine Modernisierung des Urheberrechts erwartet worden. Denn sowohl Künstlerinnen und Künstler, als auch Internetnutzerinnen und -nutzer sind bei BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN stark repräsentiert. Malte Spitz machte klar, dass das Urheberrecht umgestaltet werden müsse, um die Gesetzgebung an die neuen Gegebenheiten durch das Internet anzupassen. Dabei müsse eine Lösung gefunden werden, die für beide Seiten einen Fortschritt bedeutet. "Wir stehen bei Urhebern und Nutzern! Urheber müssen gestärkt werden und Nutzer müssen entkriminalisiert werden und Rechtssicherheit erhalten."

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Neue grüne Phase

Die 33. BDK wird inhaltlich vielschichtig und arbeitsintensiv. Am ersten Tag standen das Gedenken an die Neonazi-Morde und die Europa-Debatte im Mittelpunkt.

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Es geht um harte Arbeit

Cem Özdemir sprach in seiner Eröffnungsrede über die Herausforderungen für 2011: Programm weiter entwickeln und Wahlen gewinnen.

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Volles Programm

Der zweite Tag der BDK in Kiel wurde von der Finanz- und Wirtschaftsdebatte bestimmt.

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"Schäuble verharmlost"

Der neue Verfassungsbericht ist da. Die Ergebnisse sind erschreckend. Anetta Kahane, Chefin der Amadeu-Antonio-Stiftung, zu rechtsextremer Gewalt in Deutschland

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Überwachung stoppen!

Tausende setzten sich auf der Demo "Freiheit statt Angst" für Bürgerrechte und einen modernen Datenschutz ein.

Kommentare

Werner Winkler
29-11-11 14:53
@ Mike/John Albrecht: Moritz Leuenberger hat mir freundlicherweise sein Redemanuskript mitsamt der Erlaubnis, es weiter zu geben, geschickt - einfach kurze Mail an mich, dann bekommt ihr es: gruenes-buero-waiblingen@t-online.de
Christian
29-11-11 10:58
Gut ist, dass der Antrag zur Netzpolitik in einigen Punkten, die das Urheberrecht betreffen und ein Schlag ins Gesicht der Urheber waren, entschärft wurde. "Netz" ist nicht alles, liebe Grüne.
Aber auch der gegenwärtige Vorschlag, die Schutzrechte auf die Lebenszeit des Urhebers zu beschränken, geht an jeglicher Kenntnis der Lebenswirklichkeit vorbei. Wovon soll denn bitte die Familie eines möglicherweise früh verstorbenen Urhebers leben?
Momentan gilt weltweit die mindestens 50jährige Schutzfrist lt. Berner Abkommen und in der EU eine erweiterte Schutzfrist von 70 Jahren nach dem Tod des Urhebers. Eine 50jährige Schutzfrist nach Erscheinen wäre im Rahmen einer sicherlich notwenigen Reform vielleicht eine akzeptable Kompromissformel.
Mike
29-11-11 09:37
Ich bin entsetzt. Diese Kommentare sind ja grauenhaft hohl. Ist es Neid auf eine, bzw. die momentan einzige gute Politik im Land, oder dürfen hier nur Bildzeitungsleser posten? Eigentlich wollte ich nur fragen, wo ich den Beitrag von Moritz Leuenberger sehen oder lesen kann?
Oliver
29-11-11 07:48
@Gabi 28-11-11 19:09

Wer hat den ihr den populistischsten Beitrag gepostet?

> Gabi

Bitte informiere dich doch.
John C. Albrecht
28-11-11 21:41
Ich suche vergeblich den Text der Gastredneransprache von Bundesrat (CH) Moritz Leuenberger. Haben Sie den Text dieses Referats und könnten Sie mir diesen zustellen?

john.albrecht@smile.ch
Thomas
28-11-11 20:51
Die grüne Diskussion über die Reformation des Urheberrechts offenbart deren erhebliche Unwissenheit über den Status Quo. Ich empfehle dringend VOR einer solchen Proklamation die Diskussion mit Verbänden der Urhebern (und ggf. die Lektüre einschlägiger Literatur). Dann würden sich der lautstarke Populismus schnell in ein devotes Schweigen verwandeln. Ein derartiges Geschwätz ist man eigentlich von anderen Parteien gewöhnt. Dies irritiert mich insbesondere deshalb, da ich mich in diesem Themenbereich - beruflich bedingt- einigermaßen auskenne und damit die Unzulänglichkeiten erkennen kann. Doch was ist mit den anderen Themen, in denen ich mich auf den Sachverstand grüner Politiker verlassen muß, da ich in diesen Themengebieten über kein ausreichendes Grundwissen verfüge?
GSD
28-11-11 19:09
Antwort: Nicht Rot-Grün
Gabi
28-11-11 17:29
Mehr Demokratie mit den Grünen? Ich lach' mich tot! Wer mehr Demokratie will, schafft den Anchronismus, den wir bürgerlichen Parlamentarismus nennen, ab.

Und den Kampf gegen die Banken nimmt Euch auch niemand ab, der in der Lage ist, sein Hirn zu benutzen.

Welche Partei war an der Regierung, als die Gewinne von Veräußerungen von Kapitalgesellschaften steuerfrei gestellt wurden?

Ach so, die Grünen, hätten wir fast vergessen.

Welche Partei war dabei, als der Spitzensteuersatz auf 42% gesenkt wurde.

Ach so, die Grünen, hättemn wir fast vergessen!

Welche Partei hat war dabei, als in Deutschland die Hegefonds zugelassen wurden?

Ach so, die Grünen, hätten wir fast vergessen.

Und WELCHE Partei hat mehrheitlich fürt die völkerrechtaswidrigen Überfallkriege der NATO auf Jugoslawien
und Afghanistan gestimmt?

Ach so, die Grünen, hätten wir fast vergessen.

Welche Partei hat ursächlich massiv zur aktuellen europäischen Krise beigetragen, indem sie mit fder Agenda 2010 das deutsche Lohndumping zementierte?

Welche Partei hat in 7 Jahren Regierungszeit keinen flächendeckenden Mindestlohn eingeführt?

Ach so, die Grünen! Hätten wir fast vergessen!

Welche Partei hat mit einem Scheinausstieg aus der Atomenergie die deutsche Anti-AKW-Bewegung verarscht?

Ach so, die Grünen, hättten wir fast vergessen?

Menschenfeinde, Scheindemokraten und Unterstützer des verlogenen Menschenrechtsimperialismus repräsentieren mich nicht.
Wolfgang
28-11-11 13:57
Fotos ohne Urhebervermerk! Schon mal ins Urheberrecht geschaut? Die Rechte der Urheber gehen Euch ja am Allerwertesten vorbei. 30 Jahre habe ich Euch gewählt, das war es dann.
Ich halt
27-11-11 22:18
Von wann ist denn der Artikel? also wann kann man endlich damit rechnen, dass sich die grünen auch endlich ins wendland begeben? welcher grüne war eigentlich so bekifft den parteitag dieses Wochenende anzusetzen?
Kommentar

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