30 grüne Jahre (15): Fusionsprozess von Bündnis 90 und Die Grünen

Wie war es, als die Grünen in den Bundestag einzogen? Oder später regierten? Diese und andere prägende Meilensteine der Grünen Chronik werden hier in 30 Geschichten anlässlich unseres 30. Geburtstags in Erinnerung gerufen.

Vereinigung auf Augenhöhe

Für die gemeinsame Sitzung der parallel stattfindenden Parteitage von Bündnis 90 und DIE GRÜNEN am 17. Januar 1993 in Hannover werden Banner mit den Parteinamen aufgehängt.
Für die gemeinsame Sitzung der parallel stattfindenden Parteitage von Bündnis 90 und DIE GRÜNEN am 17. Januar 1993 in Hannover werden Banner mit den Parteinamen aufgehängt.

Nach der Wahl 1990 schließen sich erst West- und Ost-GRÜNE zusammen, später GRÜNE und Bündnis 90. Gemeinsam bundespolitisch stark zu werden, statt einzeln unterzugehen, ist das Ziel. Der Weg bis zum Vereinigungsparteitag 1993 ist steinig, denn die kulturellen Unterschiede erweisen sich als ebenso groß wie die Sorge der zahlenmäßig weit unterlegenen Ostdeutschen, im gemeinsamen Projekt unterzugehen.

Vereinigungsparteitag in Leipzig: Der neu gewählte Bundesvorstand einer frisch fusionierten Partei, 15. Mai 1993.
Vereinigungsparteitag in Leipzig: Der neu gewählte Bundesvorstand einer frisch fusionierten Partei, 15. Mai 1993.

Doch es hat sich für alle gelohnt: Die Bürgerbewegten sichern so ihren dauerhaften bundespolitischen Einfluss. Die West-GRÜNEN entwickeln einen stärker an Dialog und Konsens orientierten Politikstil. Und das Land erlebt das seltene und kostbare Beispiel einer ost-westdeutschen Vereinigung auf Augenhöhe.

Werner Schulz.

Werner Schulz, Gründungsmitglied von Bündnis 90, sagte in einer Feierstunde zum 15-jährigen Bestehen von Bündnis 90/DIE GRÜNEN: "Unsere Vereinigung vor 15 Jahren war alternativlos, beispielhaft, zukunftsweisend und erfolgreich. Sie war die Voraussetzung für den Fortbestand zweier noch junger Parteien, die Fortsetzung der parlamentarischen Arbeit und die Ausgangsbasis für die spätere Regierungsbeteiligung."

Die Vereinigung habe einen langen Vorlauf gehabt, so Werner Schulz. Mit Einzug der Grünen in den Bundestag 1983 habe ein Teil der Grünen die DDR-Opposition aktiv unterstützt. „Wir hatten plötzlich allein auf totalitärer Flur aktive Verbündete. Das ist unheimlich wichtig gewesen und das vergisst man im ganzen Leben nicht. Schon allein deswegen waren die Grünen unsere genuinen Verbündeten. Vorausgreifend nannte sich die Volkskammer-Fraktion deswegen auch Bündnis 90/Grüne.“

Heute habe sich, entgegen seiner Erwartung, Bündnis 90 im grünen Tee aufgelöst, so Werner Schulz. "Aber wenn die Chemie in Ordnung ist, dann geht auch die Substanz nicht verloren."

Hier geht es zu allen Episoden unserer Serie "Grüne Geschichte(n)".

Weitere Jahreszahlen und Grüne Ereignisse finden Sie in unserer Überblicks-Chronik.

Quelle Abb.: Archiv Grünes Gedächtnis der Heinrich Böll Stiftung

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30 grüne Jahre (14): Parteitag in Neumünster 1991

Eine Wasserpistole und Jutta Ditfurths Parteiaustritt. Doch Neumünster war vor allem ein Arbeitsparteitag. Teil 14 der "Grüne Geschichte(n)".

1990

Wahldebakel: 1990

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30 Grüne Jahre = 30 Grüne Geschichten

Wie war es, als die Grünen in den Bundestag einzogen? Oder später regierten? In 30 Geschichten erzählen wir die Geschichte unserer Partei.

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30 grüne Jahre (21): Joschka Fischer über die rot-grüne Bundesregierung 1998

Joschka Fischer über Lust und Last des Regierens, Schlafmangel im Dienst und die Haltung als Außenminister. Teil 21 der "Grünen Geschichte(n)".

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30 grüne Jahre (13): GRÜNE im Einheitsjahr 1990

Im Einheitsjahr 1990 unterschätzen DIE GRÜNEN den Wunsch der Mehrheit der Bevölkerung nach Wiedervereinigung und fliegen aus dem Bundestag. Teil 13 unserer Serie "Grüne Geschichte(n)".

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