30 grüne Jahre (1): Gründung der Grünen

Wie war es, als die Grünen in den Bundestag einzogen? Oder später regierten? Diese und andere prägende Meilensteine der Grünen Chronik werden hier in 30 Geschichten anlässlich unseres 30. Geburtstags in Erinnerung gerufen.

Ein neues Projekt

Heinrich Böll und Joseph Beuys

Atomkraftwerke, Wettrüsten, Waldsterben, Diskriminierung und Überwachung – diese und andere Probleme werden in den späten 70er Jahren von den etablierten Parteien ignoriert. DIE GRÜNEN treten an, diese Lücke zu füllen. Sie kommen aus Umweltverbänden, der Friedens- und Anti-Atom-Bewegung, Dritte-Welt-Gruppen und Fraueninitiativen.

Schon ab 1977 ziehen grüne und bunte Listen in die ersten Kommunalparlamente ein, vor der Europawahl 1979 schließen sie sich erstmals als "Sonstige Politische Vereinigung" zusammen. Der Erfolg bei der Europawahl gibt Schwung, Selbstvertrauen – und auch Ressourcen.

12./13.01.1980: Gründungsparteitag der Bundespartei Die Grünen

1980 folgt dann die offizielle Parteigründung. Die ersten Sprecher sind Petra Kelly, August Haußleiter und Norbert Mann. Aber was heißt hier Partei? "DIE GRÜNEN sind die grundlegende Alternative zu den herkömmlichen Parteien", steht in der Gründungssatzung. Das erste Programm bündelt die grünen Grundsätze im Vierklang "ökologisch, basisdemokratisch, sozial und gewaltfrei".

1977/1978

  • Überall in der Bundesrepublik werden grüne und bunte Listen gegründet und erreichen bei Kommunalwahlen insbesondere in der Nähe von Atomkraftwerksstandorten erste Gemeinderats- und Kreistagsmandate. Bei Landtagswahlen in Hamburg, Niedersachen, Bayern und Hessen werden Achtungserfolge erzielt, die 5-Prozent-Hürde wird aber verfehlt.

1979

  • 16./17.03.: Zur Europawahl wird in Frankfurt/Main das Listenbündnis DIE GRÜNEN als „Sonstige Politische Vereinigung“ (SVP) gegründet.
  • 10.06.: Europawahl: DIE GRÜNEN erreichen 3,2 Prozent.
  • 07.10.: Wahl in Bremen: Die „Bremer Grüne Liste“ schafft mit 5,1 Prozent erstmals den Sprung in die Bürgerschaft – erster Einzug der GRÜNEN in ein Landesparlament.

1980

  • 12./13.01.: Gründungsparteitag der Bundespartei DIE GRÜNEN in Karlsruhe.
  • 16.03.: Wahl in Baden-Württemberg: GRÜNE schaffen mit 5,3 Prozent erstmals Einzug in den Landtag.
  • 21.-23.03.: Der 2. Bundesparteitag in Saarbrücken verabschiedet das erste Bundesprogramm und wählt Petra Kelly, August Haußleiter und Norbert Mann zu den ersten SprecherInnen.
  • 05.10.: Bundestagswahl: DIE GRÜNEN erreichen 1,5 Prozent.

 

Hier geht es zu allen Episoden unserer Serie "Grüne Geschichte(n)".

Weitere Jahreszahlen und Grüne Ereignisse finden Sie in unserer Überblicks-Chronik.

Quelle Abb.: Archiv Grünes Gedächtnis der Heinrich Böll Stiftung

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1977 - 1979

Vorgeschichte

1980 – 1983

Die ersten Jahre: 1980 – 1983

FAQs

Das wichtigste in Kürze

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Meilensteine der Frauenbewegung

146 Jahre Frauenbewegung. Unsere Chronik zeigt die entscheidenden Momente. Was wurde erreicht, was gibt es noch zu tun?

Ab 2009

Grün wächst

Kommentare

A.Kammen
06-02-10 15:24
Ich möchte hiermit auch nachträglich zum 30.ten gratulieren.
Ihr seid erwachsen geworden und keine Randpartei oder Koalitionspartnerpartei mehr ,Ihr seid fähig politische Veantwortung zu übernehmen ,Ihr denkt nicht mehr dörflich sondern auf Europaebene und Weltweit.
Ich bin stolz und froh das es euch gibt und hoffe das Ihr bei der Landtagswahl 19% der Stimmen erreicht ,einen richtigen Mehrwert erlebt.
Ich kann nur appelieren feiert dieses Jahr Euren Erfolg den Ihr bisher erreicht habt ,feiert feiert feiert,mit Sicht auf die Zukunft das Deutschland auch mehr Stolz auf sich ist .
Man kann nicht alles verbessern ,wohl aber von der Dorfpartei bis zum Europäischen Parlament die gleichen Werte vertreten ,ganz im Gegensatz zu den anderen Parteien .
Aus meiner Sicht die größte Stärke der Grünen,nutzt sie.
Pejo Boeck
19-01-10 18:35
Auch ich konnte in den letzten Wochen feststellen, dass ich nunmehr die Hälfte meines Lebens Parteimitglied bin. Dabei besitze ich noch einen Parteiausweis, der das Eintrittsdatum vom 13.12.1979 trägt. Es war der Tag, an dem der KV Dortmund gegründet wurde. Ich war für zwei Jahre einer von zwei Sprechern und natürlich habe ich auch das große Erlebnis der BDK in Karlsruhe mitgemacht. Für die jungen Mitglieder ist heute nicht vorstellbar,wie sehr wir damsls von der SPD und ihren Medien angegriffen worden sind und als Übergangserscheinung für wenige Jahre diffamiert wurden. Das galt erst recht für Ruhrgebietsstädte wie Dortmund. Dennoch haben wir uns durchgesetzt. - Heute allerdings sehe ich die die Zukunft in der aktuellen Parteienkonstellation sehr kritisch. Langfristig werden links von der SPD nicht zwei Parteien halten, die den regelmäßigen Einzug in die Parlamente schaffen. Es wird und es muss ein Prozess geben, der eine starke sozialökologische Partei hervorbringt: Ihr muss und wird es bessser als den heutigen Bündnisgrünen und der Liunkspartei gelingen,die sozialen, ökologischen und Friendsinteressen in einer Programmatik zu formulieren und daraus eine bündnisfähige Politik zu entwickeln. Wir haben große Erfolge erzielt, aber wir haben auch die Politik von Hartz IV zu verantworte. Und die Bündnisgrünen haben mehrheitlich den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg in Jugoslawien gebilligt. Und wir haben den militärischen Einsatz in Afghanistan möglich gemacht - eine schwere Bürde, die die Gesellschaft langfristig negativ verändern wird und schon verändert hat.

30 Jahre Grüne - ein Grund zum Feiern - JA. Aber auch ein Grund für harte Selbstkritik, für Politikkorrektur und für mehr strategische Weitsicht in der Parteienentwicklung in Deutschland.

Pejo Boeck,
heute einfaches Mitglied im KV Bielefeld, 1979 Mitbegründer und Kandidat der Bunten Liste Dortmund bei den Kommunalwahlen,1980 Landtagskandidat in NRW auf Listenplatz 10(zusammen mit dem damaligen NRW-Spitzenkandidaten Bauer Maas aus Kalkar, Beuys und mir waren drei aus dem Kreis Kleve stammende Kandidaten auf den ersten zehn Plätzen - auf diesem Weg einen Gruß an den erfolgreichen KV Kleve)und anschließend nochmals Direktkandidat in Dortmund bei der BT-Wahl 1983.
Gerd P. Werner
18-01-10 12:00
hallo, bin ein grüner der ersten stunde, habe einen rück- und ausblick zu 30 jahre grüne geschrieben. ist zu finden unter
www.mydrive.ch - dann einloggen mit benutzername leser3@kreon13 - dann password gruene - dann klicken auf verzeichnis grüne - dann öffnen 'ein rueck- und ausblick.pdf'.

Gerd P. Werner, Mitglied der GRÜNEN IM BUNDESTAG 1983-87
Werner Lode
17-01-10 08:41
Bei dem Gründungsparteitag war ich Delegierter der "Grünen Liste Hessen". Demokratisch gewählt von über 60 Mitglieder des Odenwaldkreises. (so war damals der Schlüssel, 60 : 1)
Leider wurden unser Landesverband, und somit alle Delegierte
von der Gründung ausgeschlossen.
Mit Hessen wurden die "Alternative
Liste Hamburg" sowie die "Alternative Liste Berlin" ausgeschlossen. Damit wurden die 3 aktivsten Landesverbände
ausgeschlossen. Die Gründe sind mir bis heute nicht verständlich. Nur, daß diese Landesverbände deutlich "linke
Positionen" vertraten, und dies wahrscheinlich auch der wahre Grund des Ausschlusses war. Ich warte bis heute auf eine ehrliche Aufarbeitung dieser damaligen Ausschlüsse.
Lukas F. Seebach
13-01-10 20:35
Auch ich wünsche "meiner" Partei, einer Partei, die immer anders war, stets eingegriffen und bei der das Wort "POLITIK" noch richtig verstanden wird, nämlich so, dass es in erster Linie Aufgabe ist, sich national um das Volk in den wirklich wichtigen Dingen zu kümmern und sich auch international mit den Brennpunkten zu beschäftigen, d.h. global auch über den Tellerrand zu blicken, alles, alles Gute zum 30. Geburtstag.
Dafür bin ich dankbar, dafür, dass es eine Partei gibt, die Elementares erkennt und - auch wenn sie mal nicht regiert - immer einen schwierigen Gegner darstellt.
In diesem Sinne einen herzlichen Glückwunsch!
Viel Erfolg für die nächsten 30 Jahre und den derzeitigen Parteichefs in der Opposition.
lothar depping
13-01-10 19:54
. In den letzten 14 jahren ihres lebens bis zum 17.11.2007 arbeitete ich mit einer der sechs gründungsunterschriftenverantwortlichen der günen dipl.-ing merete mattern, ökologin und architektin, intensiv an einem neuen weltverbunds-und klimamodellierungskonzept.
sie sagte mir, dass sie vor der grünenrealisation 10 jahre lang mit manfred siebke vom club of rome viele vorträge und grundlegende zusammenhänge bei vielen bürgerinis gehalten habe. unsere gemeinsame arbeit bezieht sich auf ein zukünftiges gesellschaftsmodell, welches heute nun per desertec vorbereitet wird, wozu ich die entsprehenden ideen und ansatzmöglichkeiten durch meinen vorsitz des vereins wüsten sos e.v. lieferte, dabei aber nun keine beziehungen zum club of rome pflegte. ich würde mich freuen, dieses thema nun in die grünen ideenkisten einbringen zu können.
jedoch bin ich momentan vollständig finanziell ruiniert, hätte aber zwecks sanierung dieser problematik und auch der grünenfinanzfrage gute vorschläge zu machen.
ansonsten herzlichen glückwunsch zum heutigen 30sten.
meldet euch.
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