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In sozialen Netzwerken wie facebook oder studiVZ geben Personen private Informationen über sich Preis. Doch lassen sich die Profile wieder löschen? Malte Spitz, Mitglied des Bundesvorstands von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, weist auf ungeahnte Schwierigkeiten hin

Herr Spitz, die GRÜNEN sind gegen die zunehmende Datenerfassung in sozialen Netzwerken und bei Google. Gleichzeitig sind Spitzenpersonal und Basis bei facebook vertreten. Wie passt das zusammen?
Den Kampf um mehr Nutzungsrechte müssen wir in den sozialen Netzwerken führen und nicht neben ihnen. Plattformen wie facebook bringen uns allen einen Mehrwert. Dennoch brauchen Nutzerinnen und Nutzer mehr Rechte und besseren Schutz. Wir wollen eine echte Profillöschung, außerdem sollen sie nicht ihre Rechte an Wort, Bild und sonstigen eingestellten Werken fristlos abtreten müssen. Alle müssen jederzeit Einsicht in die über sie gespeicherten Informationen erhalten.
Was ist denn überhaupt gefährlich daran, wenn die sozialen Netzwerke im Internet Daten über mich speichern?
Es kann sehr schnell gefährlich werden. Was passiert, wenn das Netzwerk verkauft wird? Wenn alle Daten von einem neuen Eigentümer genutzt werden können, der vielleicht ganz andere Interessen hat?
Wir wollen deutlich machen, welche die Chancen und Risiken sind, wenn man Informationen über sich im Internet preisgibt. Jede Person muss die Kontrolle über die von ihr eingestellten Daten haben. Daher ist es enorm wichtig, dass die Medienkompetenz der Nutzenden wächst.
Was kann ich tun, wenn ich nicht möchte, dass meine Daten bis in die Ewigkeit gespeichert werden?
Das ist nicht einfach. Oft bleiben Daten über Dich gespeichert, selbst wenn Du Dein Profil löschst. Das wird damit begründet, dass Du so schneller wieder ein neues Profil anlegen kannst, falls Du Dich erneut anmelden willst. Wir fordern die echte Profillöschung.
Du kannst eine Auskunft bei den Betreibern einholen, welche Daten von Dir abgespeichert sind. Wir gehen da mit unserem Angebot "Meine Kampagne" voran, dort kannst Du Dir selbst einfach und schnell eine Datenauskunft einholen und sehen, was auf der Plattform über Dich gespeichert ist.
Grundsätzlich solltest Du Dir selbst überlegen, welche Daten Du von Dir preisgibst; ob Deine Partyfotos, ob Dein Trennungsschmerz in ein solches Netzwerk gehören.
(19.03.2009)
Mehr Informationen findest Du hier:
"Netzwerke der Zukunft" - Beschluss des Bundesvorstandes von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN