
Teil 9 unserer Serie "Grüne Geschichte(n)": Anti-Atom-Bewegung
Die gesetzliche Krankenversicherung wurde vor 125 Jahren erfunden. Zeit für eine Reform!
Atomkraft ist weder günstig noch sicher. Zwanzig Fakten zum Weiterverbreiten
Bildungssenatorin Christa Goetsch über die Hamburger Schulreform

Die Beharrlichkeit der Verleugnung und Dissimulierung von Risiken ist beunruhigend. Und dafür wird stereotyp die Behauptung, es fehle an wissenschaftlichen Risikobeweisen und der Pauschalierung dass keine neue Technologie risikofrei sei.Das klingt recht klug, folgt aber rein der Befürworterideologie.
Es gibt wissenschaftliche Belege dafür, die man bei aufrichtigem Interesse an Gegenargumenten auch selbst ausfindig machen kann.
Unter der Frage, wem eine solche Technologie im Bereich Grundnahrungsmittel tatsächlich nutzt, ist äußerst kritische distanziertere Betrachtung sicher geboten.
Es wäre auch bisher hinreichend möglich die Menschen auf der Erde zu ernähren. Hunger in der Welt ist eine Frage von Geld und Macht. Und das wird es auch mit gentechnisch veränderten Lebensmitteln bleiben. Vor allem, wenn die gentechnisch reine Produktion verdrängt und verunreinigt wird. Ich kann schwer nachvollziehen, warum das so schwer zu begreifen ist, dass es viel weniger um fortschrittliche für Mensch und Umwelt vorteilhafte Entwicklungen als um
jedes noch nicht in überzähligen Studien nachgewiesene Risiko für zukünftiges Leben auf dem ganzen Planten im Interesse von mächtigen Geschäften oder profitabler Macht in Kauf zu nehmen.
Die Risikoleugner mögen sich einmal damit befassen, was gerade in Mexiko dem Ursprungsland von vielfältigen Maissorten durch Verunreinigung mit Genmais (gezielt oder nicht?), geschieht. Die Bauern werden zunehmend ihrer natürlichen Lebensgrundlagen beraubt un din die abhängigkeit von Chemie-Gen-Saatgutmonopolen gezwungen. Außerdem tauchen offensichtlich unkontrollierbar Mutationen und neue Pflanzenkrankheiten auf.
Die Gen-Mach-Bewegung unter dem Marketing von wissenschaftlich technischem Fortschritt ist weltweit angelegt. Aber vor allem in Europa gibt es mit den Grünen noch differenziert begründeten einen Widerstand.
Die Sache muss doch tatsächlich im ganzen Kontext und nicht nur technologisch gesehen werden.
Erschreckend, dass selbst wache Geister auf die breit angelegte Verharmlosungsstragie ansprechen.
Ist die Entfremdung von der Natur selbst bei an sich Grünen Anhängern doch teilweise fortgeschritten, dass nicht einmal die einfache Logik Gene von Lebewesen insbesondere von Grundnahrungsmittlen zu manipulieren, eben unberechbare Gefahren in sich birgt. Und die wollt Ihr Befürworter jetzt schon ausreichend berechnet haben. Züchtung mit direkter Genmanipulation gleichzusetzten ist naiv.
Für meine Begriffe werden hier sich hier Geschäfts- und Machtinteressen mit Hilfe politischer Institutionen (EU, Landesregierungen) möglichst durchgedrückt und die Risiken für Mensch und Natur vorsätzlich in Kauf genommen. Die Öffentlichkeit wird darüber getäuscht, nur zweckdienliche Wahrheiten kommen ans Licht und viele unterliegen der entsprechend manipulierten Meinungsbildung. Schade.
Andere Meinungsbilder und Beweise dafür gibt es längst, von kritischen Journalisten und Wissenschaftlicher recherchiert.
Wenn Ihr sie sucht, findet Ihr sie auch.
Anonym am 25.9. kritisiert, dass es nicht genügend Freilandversuche mit gentechnisch veränderten Pflanzen gibt. Dem kann ich nur zustimmen. Es sollte aber auch erwähnt sein, dass selbst der akademischen Forschung (hier ist nicht die Rede von grossen Saatgutkonzernen!) extreme bürokratische Hürden in den Weg gestellt werden, und die Durchführung von solchen Freilandversuchen sehr oft durch Aktivisten gestört wird. Um Risiken abzuschätzen sind Studien nötig - gleichzeitig heisst dies aber auch, dass sie ermöglicht werden müssen!
Frau Künast, sie bedauern, dass sie President Obama noch nicht kritisch zur Grünen Gentechnik geäussert habe. Die Tatsache, dass Sie dem amerikanischen Präsidenten keine eigene Meinung zu diesem Thema zugestehen, sondern eine bestimmte Haltung offensichtlich voraussetzen, finde ich sehr erschreckend. Gerade die Grünen haben sich doch sonst die freie Meinungsbildung auf die Fahnen geschrieben.
Ich bin an sich seit langer Zeit Anhängerin der Grünen. Die Pauschalisierungen zum Thema Grüne Gentechnik machen mir die Unterstützung dieser Partei im Moment aber leider (fast) unmöglich.
Trotzdem gibt es natürlich inzwischen einige Studien, in denen Risiken durch herbizid- oder insektenresistente Gentech-Pflanzen nachgewiesen wurden (derzeit sind so gut wie alle Gentech-Pflanzen, die weltweit auf dem Markt sind und die in den Forschungspipelines der großen Agro-Gentechnik-Konzerne sind, herbizid- oder/und insektenresistent). Gerade weil Gentech-Pflanzen wie alle Organismen nicht rückholbar sind, wenn sie erst einmal in die Natur freigesetzt sind, sind wir Grüne hier für die strikte Anwendung des Vorsorgeprinzips.
Lukas Wilhem schreibt in seinem Kommentar, dass die gentechnische Veränderung von Pflanzen sei nichts anderes als Züchtung - und deswegen auch nicht gefährlich(er) - sei. Sorry, aber das ist schlicht falsch. Selbst die Befürworter der Agro-Gentechnik preisen den bekannten wesentlichen Unterschied ihrer Methode zur klassischen Züchtung: Mit der gentechnischen Veränderung können Gene zwischen verschiedenen Arten übertragen werden. Damit werden jedoch nicht nur Artgrenzen, sondern auch natürliche Schutzmechanismen überwunden, die sich im Laufe der Evolution als durchaus sinnvoll erwiesen haben. So gibt es zum Beispiel in der Natur bisher keine einzige Pflanze, die in allen Pflanzenteilen - sogar im Pollen - Gift erzeugt, erst Recht nicht Gift, das normalerweise von einem Bakterium produziert wird. Aber der gentechnisch veränderte Mais MON810, um den in Deutschland besonders gestritten wird, tut genau dies: Der Mais wurde gentechnisch so "umgerüstet", dass er selbst ein Pestizid ist und das Toxin wird sogar im Pollen produziert. Das Auskreuzungsproblem stellt vor allem auch ein sozio-ökonomisches Risiko für die gentechnikfreie Landwirtschaft dar, die sich mit zum Teil der sehr hohen Kosten vor ungewollten Verunreinigungen und zahlreichen teueren Analysen schützen muss. Aus grüner Sicht darf die Einführung einer neuen Technik in der Landwirtschaft nicht dazu führen, dass eine bereits bestehende Landwirtschaftsform (z.B. die ökologisch wirtschaftende Landwirte oder konventionell wirtschaftende Landwirte, die keine Agro-Gentechnik einsetzen wollen) oder zum Beispiel Imker, die ihren Kunden Honig ohne Gen-Pollen-Verunreinigungen verkaufen wollen, in ihrer Existenz bedroht wird. Wenn noch bedarf an Studien zum Thema ist, bitte an Sabine Riewenherm, Referentin für Biotechnologie und Bioethik der Bundestagsfraktion, wenden.
Ich werde sehr wahrscheinlich die Gruenen am Sonntag waehlen, trotzdem find ich diese Argumentation, Gentechnik als "schlecht und boese" hinzustellen sehr einseitig. Schliesslich greifen wir durch Zuechtung,Kreuzung und Landschaftsgestaltung schon seit Jahrtausenden aufs Erheblichste in die Natur ein und das auch noch auf gut Glueck bzw. "try and error".
Die Gentechnik gibt uns hingegen die Chance, gezielt und kontrolliert zu forschen und dadurch auch eventuelle (Langzeit)-Folgen besser ab-und einzuschaetzen.