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Ausgerechnet von den Grünen kommt diese Beschwerde über eine politische und pazifistische Stellungnahme der Kirche- verrückte Welt! Frau Käßmann hat im Übrigen gar keine politischen Handlungsanweisungen abgegeben, sondern ethisch und existentiell sehr berechtigte Fragen gestellt, die die Mehrheit der Bundesbürger angesichts des Afghanistankrieges umtreiben.
Eine differenziertere Stellungnahme zu Kriterien eines möglichen militärischen Einsatzes ist in einer Predigt wohl kaum möglich. Sie findet sich jedoch in der von Fachleuten in mehrjähriger Arbeit verfassten Friedensdenkschrift, die vor ca. einem Jahr vom Rat der EKD herausgegeben wurde und die übrigens - wie Frau Käßmann- den Vorrang ziviler Lösungen vor militärischen Lösungen fordert. Herr Fücks scheint sie nicht zu kennen- was für den Leiter einer politischen Stiftung ein Armutszeugnis ist.
Nach dieser ganz und gar unangebrachten Kritik ist für mich sehr fraglich geworden, ob ich die Grünen weiter wählen kann.
Claudia, schau dass du die Grünen wieder auf den richtigen Weg bringst!
in der DDR hat mich die evangelische Studentengemeinde politisiert. 1990 bin ich aus der Kirche ausgetreten, weil mit der Wiedervereinigung der Zwangs-Kirchensteuereinzug durch den Staat begann. Seitdem habe ich mich ökologisch engagiert und 20 Jahre lang die Grünen gewählt. Heute muss ich entsetzt sehen, wie der führende Grünenpolitiker Ralf Fücks die evangelische Ratsvorsitzende Bischöfin Käßmann wegen ihrer pazifistischen Haltung und grundsätzlichen Kritik am nicht gewinnbaren Afghanistankrieg diffamiert. Demnächst werdet ihr mich wieder beim evangelischen Friedenskreis treffen und nicht mehr an der Wahlurne - das hätte ich mir wirklich niemals träumen lassen!
http://www.welt.de/die-welt/debatte/article5597197/Einstweilige-Erkenntnisse-Rajendra-Pachauri.html