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Der Freund, der Dich kennt

Neun von zehn Internet-Surfern nutzen Google. Bist Du einer von ihnen? Dann weiß Google, wen Du magst, was Du gern isst, wen Du wählst. Wir erklären, wie der Suchmaschinenbetreiber Deine Daten einsammelt.

11.03.09
  • Suchmaschine Google

    Suchmaschine Google: Bei jeder Suchanfrage speichert Google Deine IP-Adresse (die Adresse Deines Computers), Deinen Browser, Dein Betriebssystem und den jeweiligen Suchbegriff. Google merkt sich darüber hinaus, ob Du dem ersten Treffer gefolgt bist oder weitere Ergebnisse aufgerufen hast und wenn ja, welche.
    RSM, Jakob Wintgen
  • Google Mail

    Google Mail: Google wertet den Inhalt Deiner Mails „zu verschiedenen Zwecken“ aus, wie es in den Datenschutzbestimmungen heißt. Dazu gehört vor allem das Verschicken von personalisierter Werbung. Wenn Du also einem Freund via Google-Mail schreibst, dass Dein Auto kaputt ist, wirst Du kurz darauf Angebote verschiedener Autohändler zugeschickt bekommen.
  • Internetbrowser Chrome

    Google Chrome: Der neugierige Browser Chrome informiert Google über jede Seite, die Du besucht hast.
  • You Tube

    Youtube: Auch You Tube, das zu Google gehört, speichert alle Aktivitäten der angemeldeten Nutzerinnen und Nutzer. Mit einem Cookie, einem kleinen Programm, das auf Deinem Computer installiert wird, werden IP-Adresse , Browser, Datum und Uhrzeit gespeichert.
  • Google Notizbuch

    Notizen: Google speichert Deine Notizen, Deine IP-Adresse, das Datum, die Uhrzeit und den Webbrowser. Google liest den Inhalt Deiner Notizen nicht mit, generiert aber aus den gespeicherten Informationen personalisierte Werbung.
  • Google Kalender

    Kalender: Google merkt sich Deine Kalendereinträge. Andere dürfen aber nur mitlesen, wenn Du es erlaubst.
  • Google Toolbar

    Google Toolbar: Google beobachtet genau, welche Instrumente und Funktionen Du nutzt. Die Daten werden ausgewertet, um eine Optimierung der Dienste zu erzielen. Wie das geschieht, dazu schweigt Google.
  • Google Texte und Tabellen

    Texte und Tabellen: Google merkt sich, wie oft Du mit diesem Programm arbeitest und wohin Du klickst.
  • Google Handy G1

    Google Handy G1: Das neue Google-Handy ist auch Reiseführer und Shoppingguide. Das hilft dem Nutzer. Und Google. Denn auf diesem Weg lassen sich wertvolle Informationen über das Nutzerverhalten Handybesitzers sammeln. Bei jeder Anwendung der neu angebotenen Dienste werden laufend persönliche Daten und Informationen an Google und seine Partnerfirmen übermittelt.
  • iGoogle

    iGoogle: Das Unternehmen speichert die Daten Deiner personalisierten Startseite in einem Cookie auf Deinem PC oder auf eigenen Servern, je nachdem, ob Du den Service registriert oder anonym nutzt.
  • Google Desktop

    Google Desktop: Der Google-Desktop sammelt den Inhalt Deiner Festplatten inklusive der Chat-, Web-Protokolle und E-Mail-Inhalte. Es legt die gesammelten Informationen auf Deinem PC ab und verwendet die Informationen, um die Ergebnisse Deiner Websuche mit dem Inhalt Deiner Festplatte abzugleichen.
  • Google Talk

    Google Talk: Wenn Du dieses Programm zum Chatten nutzt, merkt sich Google die Personen, mit denen Du häufig kommunizierst. Es speichert außerdem, wie viele Daten dabei übertragen werden. Wenn Du auch die Option wählst, den Gesprächsinhalt auf den Google-Servern abzulegen, filtert Google diese Daten, um Dir personalisierte Werbung zu schicken.

Wie hieß noch gleich das tolle mexikanische Restaurant, das  eine Freundin neulich empfohlen hat? Kein Problem, es gibt ja Google. Im Handumdrehen ist die Antwort da. Während Du Dich darüber freust, wie einfach das war, freut sich Google über die schönen Daten, die Du eben hinterlassen hast.

Suchmaschinen protokollieren jede einzelne Eingabe. Google speichert auf seinen Servern nicht nur Suchbegriffe, Datum und Uhrzeit, sondern auch die IP- Adresse des Fragenden. Anfangs speicherte Google diese Daten für einen unbegrenzten Zeitraum. Nachdem das Unternehmen scharfe Kritik durch EU-Datenschützer einstecken musste, werden die Daten inzwischen nach 18 Monaten anonymisiert. Den Nutzern hilft das wenig: Niemand ist unbeobachtet, dessen Spuren anderthalb Jahre lang zu sehen sind.

Was die Suchmaschine über Dein Surfverhalten gespeichert hat, ermöglicht detaillierte Aussagen über Deine Hobbies, Deinen Beruf, Dein Einkommen, Deine politische Einstellungen und Deine Religionszugehörigkeit. Von Menschen, die regelmäßig Suchmaschinen nutzen, kann so ein umfassendes Profil erstellt werden, mit dessen Hilfe zum Beispiel personalisierte Werbung geschaltet und verschickt werden kann. Viel Spaß mit dem neuen Viagra!

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Springer vor Reichtagsgebäude, Foto: © skaisbon/photocase.com

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Spielverderber
22-04-10 21:04
Das Internet und auch die Funktionen, die uns im Internet inzwischen zur Verfügung stehen, finde ich toll!
Aber dennoch sollte man, wie im Straßenkehr auch, die Gefahren kennen und wissen wo sie auf uns lauern könnten, damit man ihnen aus dem Weg gehen kann. ;-)

@Lenny:
Dass Du nicht verstehen kannst, warum darum so ein Wirbel gemacht wird, kann ich gut verstehen, denn ich habe selbst recht lange dafür gebraucht um zu kapieren, was wirklich dahinter steckt. Denn meistens werden nur Andeutungen gemacht, ausführliche Erläuterungen findet man, wenn übehaupt, nur selten. Deswegen will ich versuchen Dir dies an einem Beispiel zu erklären:

Zielgruppenorientierte Werbung:
Facebook bietet zielgruppenorientierte Werbung an:
D. h. Frauen, die so um die 40 sind, bekommen Werbung zu Klamotten, Reisen, Kosmetika, Spiele und Ü30-Partys angezeigt.
Die Männer erhalten Werbung zu Spielen, Mobiltelefonen, Computern, Geldanlagen, Zeitschriften und Büchern, Kosmetika für den Mann, Ü30-Partys u.v.a.m..

Die Werbung selber finde ich zwar blöd, meistens nervt sie, aber schrecklich finde ich sie nicht. Manchmal kann sie sogar ganz nützlich sein. Bei Facebook habe ich zwar noch keine wirklich interessante und damit nützliche Werbung (=Information) gesehen ;-), aber woanders kann das schon mal vorkommen.
Ich kann es auch gut nachvollziehen, wenn Firmen zielgruppenorientiert werben wollen. Auch das ist erst einmal nichts Schlimmes.
Schlimm ist es allerdings, wenn (zusätzlich) die Werbung für die Manipulation von Gruppen (z.B. Frauen, Männern, Alte, Junge) oder gar von ganzen Gesellschaften (z.B. Deutsche, Franzosen, Europäer) verwendet wird, indem man z.B. bei der einen Gruppe Informationen (Themen) einfach weglässt. Natürlich wird sich deswegen nicht sofort die Gesellschaft ändern. Aber der stete Tropfen höhlt den Stein. Man kann das Ganze auch als Gehirnwäsche bezeichnen, die mittelfristig oder langfristig ihre Wirkung zeigen wird. Und schon allein aus diesem Grund ist der Wirbel darum nicht nur gerechtfertigt, sondern extrem wichtig!

Wenn Du zusätzlich verhindern willst, dass nach Deinem Urlaub neben Deinem Fernseher noch ein zweiter steht ;-) oder Du auch kein Bock auf Klonen hast (aus einem Lenny werden zwei = Identitätsklau), dann solltest Du, wenn Du es nicht bereits jetzt schon tust, Dein Geburtsdatum nur dann herausrücken, wenn dies z.B. für einen Vertragsabschluss absolut notwendig ist. Facebook & Co. geht das garnix an. Das Selbe gilt auch für viele Deiner "Internet-Freunde". Deine realen Freunde wissen wann Du Geburtstag hast und die, die es noch nicht wissen, aber wissen sollten, denen kannst Du es dann entweder persönlich, per SMS oder per Mail mitteilen. Das Selbe gilt auch für Deine Adresse, den Arbeitgeber, die Schule, wann Du mit wem und wann in Urlaub fährst und viele andere persönliche Informationen, wie z.B. Bilder von Dir und Deinen Freunden.
Manchmal mag die eine oder andere Funktion ganz nützlich sein, aber ich empfehle auch Dir:
Frage Dich bei jeder Eingabe, die Du tätigst, aber auch bei jeder Funktion die Du nutzen willst, ob wirklich Du derjenige bist, der den größten Nutzen daraus zieht. Meistens stellt sich nach diesen Überlegungen heraus, dass der Webseitenbetreiber noch einen viel größeren Nutzen (mehr Infos=mehr Geld=mehr Macht) daraus zieht. In diesem Fällen solltest Du vor einer Eingabe bzw. Nutzung absehen.

In diesem Zusammenhang:
nicht jedes Eingabefeld muss ausgefüllt werden. Und wenn man dazu gezwungen wird?
Ich rufe zwar ungerne zum Flunkern auf, aber im Internet ist flunkern an vielen Stellen notwendig geworden, wenn man zukünftig nicht als "gläserner" Mensch durch die Gegend wandeln will.

@Dominik:
Das Internet ist nicht böse und böse Cookies gibt es auch nicht, aber man kann mit Hilfe von Cookies, z.B. Flash-Cookies oder SuperCookies (DOMStorage) Personenprofile erstellen und damit was Böses anstellen.
Dafür benötigt man meistens nur die Surfgewohnheiten (Chronik) und Browsereinstellungen des Nutzers. Mit Hilfe dieser Angaben kann man inzwischen auch ohne die IP-Nummer jemanden identifizieren und weiter ausspionieren.
Übrigens: Flash-Cookies werden immer erstellt, auch dann, wenn ich es gar nicht will. Zusätzlich befinden sie sich in einem speziellen Ordner, der beim Löschen der Cookies über den Browser nicht berücksichtigt wird. Praktisch, gel?
Und:
Richtig ist, dass viele Systeme (z.B. WordPress) für spezielle Funktionen, z.B. das Login, Cookies verwenden. Zwingend erforderlich ist es aber nicht, denn es geht auch anders, wie z.B. bei XT-Commerce. JavaScript ist inzwischen bei mir meistens deaktiviert, da die meisten Webseiten auch ohne JavaScript tadellos funktionieren. Damit verhindere ich auch, dass Google mit Hilfe von Google-Analytics über mich weitere Informationen sammeln kann.
Lenny
04-02-10 14:35
Ich weiß trotzdem nicht wieso hierrum so viel Wirbel gemacht wird, ist doch schön wenn man nur Werbung bekommt die einen auch interessiert !

Irgendwie ist es schon erschrekend, aber die allgemeine Internet-Paranoia geht mir ziemlich auf die Nerven.
Allright
17-10-09 18:17
---Winziger Workshop über Datenspurenvernichtung---

Also ein Cookie ist eine winzige Datei, die auf dem Computer abgelegt wird und nicht ein ganzes Programm.
Bei einigen Browsern kann man sogar Cookies ablehnen und bei allen Browsern kann man Cookies löschen.
Also wer Google ein bissl ärgern will, löscht nach jeder Sitzung die Cookies:
z.B. Firefox:Strg+Umschalttaste+Entf und dann "Alles" auswählen und Cookies anhackeln
-Fertig-
google (und alle anderen Webseiten auch) denken, ihr seid neue Internetnutzer
iwitza
03-10-09 20:47
Google könnte den Namen des Benutzers zu seinen suchaktivitäten zurodnen, wenn dieser Benutzer einen anderen Google Service benutzt, wie z.B. Google Mail (Gmail), Youtube, oder die Social networking site Orkut. Anhand der dort gespeicherten Daten und den cookies, die Google auf unserem Computer speichert, kann man ein komplettes Profil der Person herstellen.

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