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Wie viel Europa braucht der Euro?

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN vertreten die Ansicht, dass eine stärkere europäische Koordinierung der Wirtschafts- und Finanzpolitik vonnöten ist, um langfristig gestärkt aus der Krise herauszukommen. Wir wollen bei der Podiumsdiskussion am 14. Juni im Eugen-Gutmann-Haus in Berlin der Frage nachgehen, was konkret zu tun ist, damit Staaten wie Griechenland und die EWU ihre derzeitige Krise überwinden können und wie die Lasten zur Bewältigung der Krise verteilt werden müssen.

28.05.10

Die Europäische Währungsunion steckt in ihrer tiefsten Krise seit Bestehen. Die Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 hatte ihre Ursachen in der Liberalisierung und Deregulierung der Finanzmärkte und exzessiven Überschuldung der privaten Haushalte in etlichen Ländern. Mit der Finanzkrise drohte der Zusammenbruch systemrelevanter Banken oder Unternehmen. Die Staaten mussten Banken und Unternehmen retten, milliardenschwere Konjunkturpakete auflegen und ein Wegbrechen der Steuereinnahmen hinnehmen. Auf diese Weise wurde ein erheblicher Teil der privaten Schulden verstaatlicht. Das hat die vorher schon vorhandenen Probleme zu einer gefährlichen Schuldenkrise gemacht, die die gesamte Währungsunion gefährdet.

Der Euro-Rettungsschirm hat die Märkte kurzfristig beruhigt. Er reicht allein aber nicht aus, damit Vertrauen zurückkehrt. Die Vertrauenskrise kann nur durch eine neue Finanzmarktordnung, die Schuldenkrise nur durch einen Abbau von Schulden und eine koordinierte Steuer- und Wirtschaftspolitik gelöst werden.

Begleitet wird die Krise von einer Re-Nationalisierung der öffentlichen Diskurse, bei dem ein Teil der Akteure unmissverständlich für eine Umkehr der Europäischen Integration plädiert.

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN vertreten die Ansicht, dass im Gegenteil eine stärkere europäische Koordinierung der Wirtschafts- und Finanzpolitik vonnöten ist, um langfristig gestärkt aus der Krise herauszukommen.

Auf der Konferenz wollen wir die Frage diskutieren, was konkret zu tun ist, damit Staaten wie Griechenland und die EWU ihre derzeitige Krise überwinden können und wie die Lasten zur Bewältigung der Krise verteilt werden müssen. Was hat zu der Krise geführt? Wie ist die Lage in Griechenland zu Zeit? Welche Rolle spielt Deutschland? Welche Rolle spielen die Spekulanten? Was können wir von anderen Krisen lernen?

Außerdem wollen wir den Blick auf die grundsätzliche Frage richten, die uns die derzeitige Krise stellt: Wie viel Europa braucht der Euro? Welche institutionellen Strukturen sind notwendig um den Euro zu stabilisieren? Was plant die EU-Kommission?

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

Cem Özdemir    Reinhard Bütikofer    Gerhard Schick

 

Programm

„Wie viel Europa braucht der Euro?“

Podiumsdiskussion veranstaltet von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Am 14. Juni 2010 von 14 bis 17 Uhr

In der Rotunde
im Eugen Gutmann-Haus
der Dresdner Bank
Am Pariser Platz 6
10117 Berlin


Ablauf

14 Uhr Begrüßung: Heiner Herkenhoff, Beauftragter des Vorstands der Commerzbank AG, Leiter des Verbindungsbüros Berlin und Brüssel

14:05 Uhr Impuls: Cem Özdemir, Bundesvorsitzender von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

14:20 Uhr Impuls zur Lage in Griechenland: Konstantinos Botopoulos – Vorstandsmitglied von PASOK, Sozialistische Partei Griechenlands


Panel I: 14:45 Uhr

Gewinne privatisiert – Schulden sozialisiert – Zukunft verspielt?

Gerhard Schick (Moderation) – finanzpolitischer Sprecher der Grünen im Bundestag

Christian Kopf – Finanzanalyst, London
Christiane von Hardenberg - Redaktion: Financial Times Deutschland
Jeromin Zettelmeyer – Director for Policy Studies, European Bank for Reconstruction and Development


Panel II: 16:00 Uhr

Wie weiter in der Europäischen Währungsunion?

Reinhard Bütikofer (Moderation) – stellv. Fraktionsvorsitzender der Grünen im Europaparlament

Till van Treeck – Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung
Daniela Schwarzer – Stiftung Wissenschaft und Politik
Jürgen Kröger - Europäische Kommission

 

Akkreditierung für die Podiumsdiskussion

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Kasse, Bild von Markus Ram/Flickr

Zur Kasse bitte

Apfelkuchen und Wohnzimmerschränke werden beim Verkauf mit einer Umsatzsteuer belastet, Finanzprodukte nicht. Die Finanzumsatzsteuer könnte für mehr Gerechtigkeit sorgen. Wir erklären, wie sie funktioniert.

Frankfurter Börsensaal, Bild von Travel Aficionado/flickr.com (CC BY-NC 2.0)

Finanztransaktionssteuer in Europa einführen

Die grüne Finanztransaktionssteuer dämpft Spekulation, stabilisiert den Markt und belastet an der richtigen Stelle.

Eine Bank, Foto: keepwaddling1/flickr.com (CC BY 2.0)

Finanzprodukte besteuern

Eine Umsatzsteuer auf Finanzgeschäfte wäre gerecht und würde die Finanzmärkte stabilisieren, meint Gerhard Schick.

Kommentar

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Anita Schwaier
10-06-10 23:33
Thema Sparen:
Es gibt sehr viele umweltschädliche Subventionen und sehr viele Prestige- Projekte, die man problemlos streichen könnte. Dabei bekäme man schätzungsweise 100 Mrd EURO zusammen. Den Hartz IV Empfängern noch was wegzunehmen ist der brutalst mögliche Angriff auf den sozialen Frieden.
Die sinnvollen Einsparungen sollten öffentlich diskutiert werden. Nächste Woche schicke ich euch eine Liste mit Vorschlägen.
Würdet ihr was draus machen ?
Gruß, Anita
scouty
01-06-10 00:20
Eine andere Frage könnte sein: "Wie viel Euro braucht Europa?"
Dies ist auf 2 verschiedene Arten zu verstehen.

1.) Wie teuer wird die Rettung ALLER (fast) insolventer Staaten in der Eurozone in einem bestimmten Zeitraum? z.B. in den nächsten 2 Jahren (da kann sich schon der eine oder andere noch zugesellen...).

2.) Verbesserungen hat der Euro schon gebracht, aber hat er auch eine Zukunft??? Ein grenzenloses Europa (in jeglichem Sinne) ist klasse, aber könnte das nicht auch mit nationalen Währungen (weitestgehend) so weiter gehen...
Entweder muss wirklich, wie hier gefordert, die Politik der Eurostaaten VIEL enger zusammenarbeiten ODER
jeder der will kann sich wieder mit seiner Währung selbst helfen...und nicht nur den anderen.
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