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Viel Grund zur Sorge

Drei Wochen nach der Wahl zeichnet sich der radikale schwarz-gelbe Kurswechsel bei den Bürgerrechten, der Atomkraft und Energiepolitik und im Haushalt ab. Cem Özdemir warnt vor den freundlichen Worten.

19.10.09

 

Wie geht es den Bürgerrechten bei den Koalitionsverhandlungen?

Alles, was wir bislang wissen, gibt nicht gerade Anlass zu sagen, dass der FDP die Freiheitsrechte ein wirklich wichtiges Anliegen wären. Wenn die FDP abwägen muss zwischen Freiheitsrechten und Bürgerrechten auf der einen Seite und ihren Interessen in der Wirtschafts- und Finanzpolitik, dann merkt man: Bei den Steuersenkungen ist das eigentliche Herz der FDP.

Der große Lauschangriff, wegen dem Frau Leutheusser-Schnarrenberger zurückgetreten war, bleibt. Ich bin mal gespannt, ob Frau Leutheusser-Schnarrenberger das erklären wird. Die Internetsperren, die ja auch für uns ein wichtiges Wahlkampfthema waren, sind jetzt erst einmal für ein Jahr aufgeschoben, aber was passiert danach? Auch im BKA-Gesetz bekommt der Schäuble genau das, was er schon hatte. 

Wie geht es mit der Atomkraft weiter?

Auf der einen Seite sollen die Laufzeiten für die Atomkraftwerke ohne Limit verlängert werden. Auf der anderen Seite werden neue Kohlekraftwerke gebaut. Das heißt, wir kriegen eine Situation, dass wir im Netz einen Energie-Stau haben werden. Die Vorrangregelung für erneuerbare Energien, die Rot-Grün durchgesetzt hatte, die ist damit obsolet.

Obsolet ist aber auch das schwarz-gelbe Gerede von der sogenannten Brückentechnologie. Man merkt, es geht nicht um eine Brückentechnologie, sondern es geht de facto darum, die erneuerbaren Energien abzuwürgen.

Kommen jetzt die versprochenen Steuersenkungen?

Wir kriegen jetzt aktuelle Zahlen auf den Tisch: 30 Milliarden Mindereinnahmen. Auf der anderen Seite 20 Milliarden für Steuersenkungen. Wenn man dann fragt, wie sollen sie gegenfinanziert werden, lautet die Antwort: Unter anderem bei der Agentur für Arbeit. Das heißt dort werden Leistungen gekürzt und Kurse gestrichen von Menschen, die darauf angewiesen sind. Warum? Weil dann einige wenige von Steuersenkungen profitieren. Das zeigt das Gesicht der FDP.

Dein Gesamteindruck von den Koalitionsverhandlungen?

Man merkt, dass die Koalition bemüht ist, das ganze in Watte zu verpacken. Aber immer, wenn man dann ein bißchen daran kratzt und unter die Oberfläche schaut, merkt man, dass Schwarz-Gelb tatsächlich einen radikalen Kurswechsel vorbereiten. Auch wenn es verbal eingepackt wird in freundliche, nette Worte nach dem Motto: "Macht Euch keine Sorgen." Es gibt viel Grund zur Sorge vor allem in den Feldern, die wir gerade besprochen haben.

... uns sonst noch?  

Erstens der Kongress der Grünen Jugend. Herzlichen Glückwunsch an die beiden Bundesvorsitzenden der Grünen Jugend. Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit mit ihnen und einer selbstbewussten Grünen Jugend.

Zweitens hat sich die European Green Party in Malmö in Schweden getroffen. Sie haben einen neuen Vorstand gewählt, dem ich auch herzlich gratuliere. Eine besondere Freude ist natürlich das bundesdeutsche grüne Mitglied. Annalena Baerbock ist dort in den Vorstand gewählt worden.

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Kampfansage der Fraktionsvorsitzenden!

Renate Künast und Jürgen Trittin, das Spitzenduo des Wahlkampfs, führen nun die Bundestagsabgeordneten in der Opposition.

Schwarz-Gelb muss höllisch aufpassen

In der Grünen Woche hat Cem Özdemir Steuersenkungen kritisiert, Irlands Referendum begrüßt und dem DGB gratuliert.

21-10-09 12:39
Hallo lieber Ich-dreh-meine-Fahne-in-den-Wind-wie-es-mir-gerade-passt-Cem.
Als einer der bisher nur SPD und Grüne gewählt hat, muss ich leider zugeben, dass Frau Leutheuser-Schnarrenberger euch mittlerweile eines Vorraus hat: Glaubwürdigkeit.

Mir tut es weh das die Grünen sich so gedreht haben. Postengeschacher, Egoismus und die eigene schnelle Karriere scheint manchen mehr zu bedeuten als eine langfristige, glaubwürdige Politik und den Blick aufs Nacher.

Bitte tritt zurück, nimm vor allem die Künast gleich mit und mach somit den Weg frei für einen dringend benötigten Neuanfang.
20-10-09 15:14
Werter Herr Özdemir,

ich entschuldige mich hiermit beim britischen Volk für ihre Entgleisung und Verunglimpfung eines Mitgliedes der deutschen Regierung.

Ihre "recht - links - nationalen - antinationalen"
(suchen sie sich das aus was ihnen gerade passt wie sonst auch)
Äußerungen dienen leider einzig und allein der Selbstbeweihräucherung.
19-10-09 20:49
Mein lieber Cem Özdemir, wie soll man deine Worte ernstnehmen, wenn du in fast demselben Atemzug die Entscheidung von Ulrich und Co. verteidigst. Das Gerede von "Schwarz-Gelb" die höllisch aufpassen müssen, worauf aufpassen? Darauf dass ihr nich demnächst mit am Tisch sitzt? Das passt alles nicht zusammen was ihr hier bietet. Ich habe mir die Freiheit genommen die Anträge zur Gestaltung der "Grünen Opposition" durchzulesen. Ich bin erschüttert.... überall dasselbe seichte Gerede...man dürfe nicht ausschließen. Ausschließeritis.
Ihr seid unglaubwürdig, wenn ihr im Land mit Parteien koaliert die ihr im Bund bekämpfen wollt. Das ist nicht ernstzunehmen. Und ihr werdet sehen, wie leicht euch CDU und FDP in den kommenden Wahlkämpfen eure Zähne ziehen werden, immer mit dem Hinweis auf das Saarland oder Hamburg. Tragisch, denn die Grünen sind eigentlich wichtig, aber wenn ich die Anträge für den Bundesparteitag , auch den von AlWazir, lese, denke ich immer wieder dass ich es mit einer Neo-FDP oder einer Art GreenNewLabour zu tun habe. Strategisch, gerade nach dieser Bundestagswahl, ist die Saar-Entscheidung erst recht ein SuperGAU. Und es spricht nicht für die GRünen, wenn diese jetzt in einer Art und Weise über die Linke herzieht, wie es früher gleichfalls mit uns Grünen gemacht wurde. Ich habe mir auch die Mühe gemacht das Programm der Linken zur NRW-Wahl zu lesen, es entspricht nicht dem, wie es von euch und der Presse dargestellt wird. Kernforderungen könnten aus grünen Programmen stammen. Trotzdem tun die Etablierten und ja auch die Grünen, als habe dort der Betriebsrat des Irrenhauses ein Papier verabschiedet. Das ist unangemessen und gerade vor dem Hintergrund der eigenen Parteigeschicht, unwürdig!
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