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"Union und FDP mussten bluten"

Beim Thema Bürgerrechte, Bildung und Klimapolitik hat Schwarz-Gelb große Zugeständnisse machen müssen. Jetzt wird es im Saarland grüner

12.10.09

Warum haben sich die Grünen im Saarland für Koalitionsverhandlungen mit Union und FDP entschieden?

Bei den Inhalten musste CDU und FDP bluten. Von der bisher schwarzen Bildungspolitik wird nicht mehr viel übrig bleiben: Längeres gemeinsames Lernen, Abschaffung der Trennung der Kinder nach der vierten Klasse, Einrichtung einer Gemeinschaftsschule, Abschaffung von Studiengebühren, kein Sitzenbleiben bis zur siebten Klasse. Aber auch in der Ökologiepolitik: eine Politik, die Nein sagt zur Kohlekraft, eine Umkehr der Gelder der öffentlichen Verkehrsmittel. In der Bürgerrechtsfrage ein klares Primat des Datenschutzes. In all den Fragen haben sich die Grünen durchgesetzt. Es ist eine grüne Handschrift. Insofern bleibt von CDU und FDP – wenn es denn umgesetzt wird – nicht mehr viel übrig.

Ist eine Koalition mit der Union und der FDP eine Option für den Bund?

Eindeutig Nein. Wir sind jetzt in der Opposition und machen uns keine Gedanken zu Regierungskonstellationen. Wir sind jetzt in der Situation, dass wir alles daran setzen, dass die Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken – so wie FDP und Union es forcieren – nicht durchgesetzt wird, dass nicht neue Kohlekraftwerke gebaut werden, dass Mindestlöhne eingeführt werden, dass Bürgerrechte geschützt werden. Hier wird man mit einer harten Opposition der Grünen rechnen müssen. Im Saarland hingegen ist es ein Experiment, das sich auf das Saarland bezieht. Das hat mit dem Bund überhaupt nichts zu tun.

Und sonst noch?

Und sonst ist überraschend, wie Herr Solms von der FDP sich in den letzten Tagen präsentiert hat. Man hat das Gefühl die letzten Jahre war er im Urlaub und bemerkt jetzt, dass Deutschland eine Schuldenbremse eingeführt hat, dass der Haushalt ungedeckt ist, dass wir riesige Ausgaben im Bereich der Bildungspolitik machen müssen, und sagt auf einmal: "Nachttigal, wir hören dir trapsen. Wir können uns auf einmal die versprochene Steuersenkung doch nicht leisten. Das riecht sehr stark nach Wahllüge und dem ersten gebrochen Wahlversprechen der FDP. Ich bin gespannt, wie es da weitergeht. 

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Sohrweide
31-10-09 02:38
Sowas nenne ich einfach Machtgeil! Wir Grünen-Wähler werden es Euch danken. Die Rechnung kommt mit den Nächsten Wahlen.
eradix
19-10-09 16:23
Mit Oskar Lafontaine an der Regierung - dass stelle ich mir schwierig vor.
Deswegen finde ich es gut, in den sauren, schwarz-gelben Apfel zu beißen.
Vielleicht ist die Ära des Oskar Lafontaine irgendwann vorbei, dann lässt sich wieder rot-grüne Politik machen.
eradix
Goodbyeman
19-10-09 13:47
Vor kurzem war ich drauf und dran den Grünen beizutreten. Doch dann kam das Saarland ...

Wenn die Eifersüchteleien der beiden kleinen linken Parteien in Deutschland so groß sind, dass eine davon beleidigt ausschert und mit schwarz-gelb förmlich durchbrennt, dann will ich diesen Verrat am Wähler nicht auch noch mit meinen Mitgliedsbeiträgen finanziell unterstützen! Das kann ich billiger haben, indem ich gleich der FDP beitrete. Den Grünen wird es in ein paar Jahren ähnlich gehen wie der SPD: Enttäuschte Wähler und Mitglieder werde ihr den Rücken kehren!
Wahrheit
19-10-09 09:10
Zum kotzen

Da kämpft Frau jahrelang an der Seite von Bündnis 90 die Grünen für den Ausstieg aus der Kernkraft, da gibt ma(n) sich fortschrittlich und "links", aber wenn es ums Eingemachte geht, da fällt Bündnis 90 um, so wie hier im Saarland. Da geht es plötzlich nur noch um Oskar, mit dem Frau nicht kann. Da lachen ja die Konservativen in CDU und FDP, so können diese ganz leicht an der Macht bleiben. Ein wenig Respekt vor dem Wähler, das sollte auch "Bündnis 90 die Grünen" im Saarland haben. Ja, auch die ach so bösen "Roten", auch sie wurden vom Volk gewählt, das ist ganz einfach zur Kenntnis zu nehmen. Macht doch endlich Schluss mit dem scheinheiligen Getue, bei Politik geht es um Macht, es geht auch im Saarland für oder gegen Atomenergie, da sollten persönliche Befindlichkeiten außen vor bleiben.
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