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Landwirtschaft

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN stehen für eine nachhaltige Landwirtschaft, die vereinbar ist mit Verbraucherinteressen, dem Wasserschutz, dem Erhalt der Artenvielfalt und der Bodenqualität, die aber auch Wertschöpfung in den ländlichen Regionen schafft. Lebensmittelskandale, Gentechnik und quälerische Massentierhaltung haben das Vertrauen in die konventionelle Landwirtschaft erschüttert.

14.06.11
Grünes Plakat gegen Gentechnik.

Grünes Plakat gegen Gentechnik.
A.P./photocase.com

Die Nachfrage nach Biolebensmittel wächst seit Jahren im zweistelligen Prozentbereicht. Für uns GRÜNE ist klar: Nur eine Landwirtschaft, die sich an den Bedürfnissen und Wünschen der Verbraucherinnen und Verbraucher, an Umweltschutz und Tierschutz orientiert, wird langfristig Erfolg haben. Denn faire Preise für Landwirte lassen sich nur dann realisieren, wenn die Konsumenten mit an Bord sind.

Ökolandbau darf nicht länger als Marktnische für umweltbewusste Konsumenten abgetan werden. Er ist die Wirtschaftsform in der Landwirtschaft, die die natürlichen Ressourcen am Effizientesten nutzt, und damit der richtige Weg für die Zukunft. Wir GRÜNE wollen ihn zum Leitbild der Agrarpolitik machen und sein Lösungspotenzial durch angemessene Förderung, zum Beispiel im Bereich der Forschung, erschließen und weiterentwickeln.

Wir wollen eine gentechnikfreie Landwirtschaft, denn die ökologischen und gesundheitlichen Risiken sind längst nicht ausgeleuchtet. Außerdem befördert Gentechnik weltweit Monokulturen, gefährdet die Umwelt, erhöht die monopolistische Agro-Industrie und die Abhängigkeit der Landwirte von Saatgutherstellern. Die gentechnikfreie Erzeugung von Lebensmitteln muss Vorrang haben und vor Kontaminierung geschützt werden. Gentechnisch erzeugte Lebensmittel müssen entsprechend gekennzeichnet sein. Wir unterstützen die Forderung und Umsetzung, gentechnikfreie Regionen auszurufen und sich gegen den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen zu wehren.

Wir wollen die Risiken der Gentechnologie begrenzen und Verantwortungen festschreiben. Deshalb fordern wir Transparenz und eine klare Verursacherhaftung für Unternehmen und Forschungsinstitute, die medizinische oder Agro-Gentechnik betreiben. Patente auf Gene, gentechnisch manipulierte Pflanzen und Tiere darf es nicht geben.

Eine gemeinsame europäische Agrarpolitik ist auch in Zukunft unerlässlich. Denn nur gemeinsam, nicht konkurrierend, können die notwendigen Impulse für den Klimaschutz, den Artenerhalt, die nachhaltige Lebensmittelproduktion sowie die Entwicklung der ländlichen Räume gesetzt werden.

Die Agrarpolitik wird dieser Aufgabe aber nur dann gerecht, wenn sie echte ökologische oder soziale Lenkungswirkungen entfaltet. Dazu müssen alle verfügbaren politischen Instrumente genutzt werden, das Ordnungsrecht ebenso wie wirksame Marktregeln, zum Beispiel für die Milchproduktion. Wir GRÜNE wollen, dass in Zukunft öffentliche Gelder nur noch für die Erbringung gesellschaftlicher Leistungen gezahlt werden. Nur die Betriebe, die sich im Bereich Klima-, Umwelt-, Natur- und Tierschutz engagieren und Arbeitsplätze schaffen, sollen honoriert werden.

Eine grüne Agrarwende ist auch ein entscheidender Beitrag zum Abbau der Produktionsüberschüsse und damit der Exportsubventionen der EU. Durch die heutige Politik der Exportsubventionen für Nahrungsmittel wird die Landwirtschaft in vielen weniger entwickelten Ländern durch Dumpingpreise ruiniert. Dabei stellt die dramatische Hungerkrise eine der weltweiten Herausforderungen dar, die durch die Folgen des Klimawandels noch verschärft wird.

 

Hintergrundinformationen als PDF:

Grüne Wende jetzt! – für eine nachhaltige Landwirtschaft der Zukunft - Parteitagsbeschluss 2010 (PDF)

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Arbeiter auf Hochspannungsleitung, Foto: © seraph/photocace.com

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Gruene Aehren, Foto: Rosmary/Flickr.com (CC BY-NC-SA 2.0)

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Holger
09-09-11 11:14
besonders gut finde ich Ihren Beitrag zum Produktionsüberschuss.
Es ist unglaublich wie wir die EU alles tut um noch mehr Mich & Fleisch zu produzieren. Die Qualität der Produkte leidet, die Umwelt leidet, die Tiere leiden.Und wenn wir die Subventionen in den Liter-Preis Milch oder den Kilo-Preis Fleisch mit einberechnen ist die Massenware letztendlich genauso teuer wie Fleisch und Milch vom Bio-Bauern !?
Ich wohne auf dem Land. Der Dorfmetzger(Fam.Betrieb seit über 100 Jahren)darf plötzlich nicht mehr die Tiere der umliegenden Bauern schlachten. Er muß sein Fleisch vom EU-Schlachthof holen! Die umliegenden Bauern müssen nun Ihre Tiere an den EU-Schlachthof verkaufen und stehen in direkter Konkurrenz von Massentierhaltungsbetrieben!!!
Die Bauern bekommen nun viel weniger für Ihre "guten " Tiere und sind gezwungen ebenfalls Ihren Bestand zu erweitern und ebenfalls auf Massentierhaltung umzustellen...
Das will doch kein Mensch !!!
Und ausserdem komme ich viel in Europa rum. In Frankreich , Spanien, Griechenland schlachtet nach wie vor jeder Dorfmetzger seine Tiere selber. Nur wir Deutschen sind wieder die Deppen....
Lothar
22-06-11 22:16
Was tun die Grünen, um zu verhindern, dass Merkel und die schwarz-gelbe Koalition die Agrarpolitik Dacian Ciolos sabotieren? und insbesondere, zu verhindern, dass sein Reformplan, dass die Direktzahlungen als größter Ausgabenbereich der EU-Agrarpolitik an wirksame soziale und
ökologische Kriterien zu gebunden werden sollen, sabotiert wird?
Sabine
20-06-11 18:53
Sehr geehrter Herr Norbert,

warum wohnen Sie neben einem Weinberg, wenn Sie das stört? Wohnten Sie dort bevor der Weinberg dort war? Oder war der Weinberg dort bevor Sie dort hingezogen sind?

Ziehen Sie doch (wieder) in die Stadt und wählen zur Beruhigung ihres Gewissens grün...
Norbert
27-05-11 17:34
Wieso dürfen Winzer immer noch in Wohngebieten ungehemmt Pflanzenschutzmittel mit Hochleistungsturbinen in ihre Weingärten ausbringen und die umliegenden Grundstücke belasten ?
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