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Kein Design in Wuppertal?

An der Uni Wuppertal soll ein renommierter Studiengang geschlossen werden. Die Studierenden wehren sich in einer Protestaktion und haben auf "Hier Hilft Nur Grün" unter allen Anliegen die meisten Unterstützer gewonnen. Wir haben mit dem Initiator Thomas Schekalla gesprochen

05.08.09
  • Karton-Aktion "KD wird blockiert"

    Studiengang Kommunikationsdesign wird eingestellt

    Am 14. Juli 2009 erschien eine Pressemitteilung der Uni Wuppertal. In dürren Worten wird dort erklärt, dass der Studiengang Kommunikationsdesign "auslaufend eingestellt" wird. Für die Studierenden und Lehrenden kommt diese Nachricht aus heiterem Himmel. In der aktuellen Ausgabe des Uni-Magazins bezeichnet der Rektor den Studiengang noch als "zukunftsträchtig".
    © Daniela Tobias
  • Karton-Aktion "KD wird blockiert"

    "Wir werden blockiert"

    Einen Monat zuvor, Anfang Juni, hatten die Kommunikationsdesignerinnen und -designer noch vor dem Rektorat protestiert: Unter dem Motto "Wir werden blockiert" forderten sie, freie Professuren zu besetzen. Das war mit Verweis auf die finanzielle Situation der Uni stets zurückgewiesen worden - trotz hoher Studiengebühren.
    © Daniela Tobias
  • Karton-Aktion "KD wird blockiert"

    Wachmann vs. Studierende

    Zur gleichen Zeit kam auch eine Nachricht, die zur guten Nachricht hätte werden können. Der Studiengang Kommunikationsdesign wurde für das Bachelor-System akkreditiert. Mit sehr guten Noten. Der Rektor, Lambert T. Koch, sagte Anfang Juni noch, er sei "sehr erleichtert über den schlussendlichen Erfolg gemeinsamer Anstrengungen." Er sähe für den "zukunftsträchtigen Studiengang" endlich eine "gesicherte Grundlage".
    © Daniela Tobias
  • Karton-Aktion "KD wird blockiert"

    Persönlich und auf hohem Niveau

    Das Kommunikationsdesign-Studium in Wuppertal genießt international einen guten Ruf. Die Lehre werde auf hohem Niveau und in persönlicher Atmosphäre geführt, steht in einer Stellungnahme der Studierendenvertretung. Die Schließung werde die kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung der Stadt negativ beeinflussen.
    © Daniela Tobias
  • Karton-Aktion "KD wird blockiert"

    Thomas Schekalla

    Um die Petition der Kommunikationsdesigner gegen die Schließung des Studiengangs bekannter zu machen, hat Thomas Schekalla ihr Anliegen auf Hier Hilft Nur Grün eingetragen. Wenn alles gut geht, werden sie Anfang September Besuch von Renate Künast oder Jürgen Trittin erhalten.
    © Daniela Tobias

Thomas, was verbindet Dich mit dem Studiengang Kommunikationsdesign an der Uni Wuppertal?

Ich bin einer der letzten Diplomanden in dem Fach, seit 2004 studiere ich hier. Ich komme selbst aus Wuppertal und habe mich damals hier in meiner Heimatstadt beworben, da das Institut einen sehr guten Ruf hatte. Vor allem für seine hochqualifizierte Lehre.

Mit welchem Anliegen hast Du Dich an Hier Hilft Nur Grün gewandt?

Wir, die Studentinnen und Studenten, aber auch die Professoren, haben aus der Presse erfahren, dass unser Studiengang geschlossen werden soll. Lambert T. Koch, der Rektor , hat sich uns gegenüber bislang überhaupt nicht geäußert. Das kann nicht sein. Zumal Herr Koch noch vor kurzem sagte, der Studiengang „sei zukunftsträchtig“.

Welche Folgen hat die Entscheidung für Euch?

Im Wintersemester werden zum letzten Mal Bewerberinnen und Bewerber aufgenommen. Doch Professuren werden schon jetzt nicht mehr besetzt, es gibt schon jetzt drei freie Stellen. Ab 2010 geht jedes Jahr ein Professor in Rente.

Immer weniger Lehrkräfte bei gleicher Studierendenzahl – das ist besonders in kreativen Fächern wie Design verheerend für die Studienbedingungen. So macht der Rektor unsere Zukunftsaussichten kaputt.

Mehr als 1.600 Menschen haben Eure Petition im Internet bereits unterzeichnet. Warum hält der Rektor an der Entscheidung fest?

Keine Ahnung. Wir wissen aber, dass die Pressestelle und die Hochschulleitung sehr genau verfolgen, was sich tut.

Gibt es denn einen möglichen Kompromiss, auf den Ihr Euch einlassen könntet?

Unsere Professoren haben mehrere Konzepte vorgelegt, zum Beispiel für die Zusammenlegung mit dem Studiengang Druck- und Medientechnik in einen neuen Fachbereich. Leider ist das gescheitert.

Ansonsten sind unsere Spielräume begrenzt. Wir wollen den renommierten Studiengang erhalten und können nicht mit weniger arbeiten, als wir jetzt haben. Wir brauchen genügend Stellen.

Wer kann noch Einfluss auf den Rektor nehmen?

Wir haben auf regionaler Ebene eine ziemlich große Kampagne gestartet und bekommen viel Zuspruch aus der Politik. Der Oberbürgermeisterkandidat Dietmar Bell hat sich geäußert und den Erhalt der Studienplätze gefordert. Auch eine Reihe von Designagenturen und andere Hochschulen unterstützen unsere Forderung. Die endgültige Entscheidung hat aber der Rektor Lambert T. Koch.

Wie bist Du auf die Idee gekommen, Eure Petition auch auf Hier hilft nur Grün" zu kommunizieren?

Ich habe im Netz lange nach Wegen gesucht, noch mehr Leute auch bundesweite auf unsere Petition hinzuweisen. Über „Meine Kampagne“ auf gruene.de bin ich auf „Hier hilft nur Grün“ gestoßen. Ich fand die Idee gut, vielen Menschen zu helfen, ihre Sorgen und Ideen publik zu machen.

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Hier hilft nur grün!

Du hast selbst ein Anliegen und willst dafür werben? Trage dein Problem oder deine Idee hier ein. Wenn Du genügend Unterstützerinnen und Unterstützer findest, kommen Renate Künast oder Jürgen Trittin zu dir.

Bildung für alle!

Rund 240.000 Menschen haben bundesweit für ein besseres Bildungssystems protestiert

05-08-09 22:09
Renate und Jürgen, bald könnt ihr auch mal Schwebebahn fahren.
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