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In den nächsten Jahren könnten eine Million neue Jobs entstehen. Wenn wir nur wollen

Dunkle Wolken ziehen über uns hinweg. Wir steuern auf eine Wirtschaftskrise zu, die so gewaltig ist, dass uns schon ihre Vorboten schaudern machen: Der private Konsum wird in diesem Jahr beinahe stagnieren, wegen der geringeren weltweiten Nachfrage könnte der Export um 8,9 Prozent schrumpfen. Die früheren Jobmotoren stottern. Die Automobilindustrie, Teile der Chemieindustrie und die Metallbranche sind von der Krise voll erwischt worden. Auch der Maschinenbau erwartet ein krisenhaftes Jahr. Allein im Januar brachen 42 Prozent der Aufträge weg. Kein Zweifel: Die Wirtschafts- und Finanzkrise wird zu massivem Stellenabbau in Deutschland führen.
Doch da ist auch Hoffnung: In Deutschland ruht ein großes, bisher ungenutztes Potenzial an Arbeitsplätzen. Investiert der Staat an den richtigen Stellen, können in den nächsten Jahren eine Million neue Jobs geschaffen werden. Dazu müssen die traditionellen Gewinnbranchen Deutschlands zukunftsfähig gemacht, neue Zukunftsbranchen gefördert werden.
Große Potenziale bietet der Dienstleistungssektor.
Er zählt seit Jahren zu Deutschlands Wachstumsbranchen, denn der demografische Wandel sorgt dafür, dass der Bedarf an Pflegedienstleistungen in Deutschland weiterhin wachsen wird. Allein zwischen 1999 und 2006 stieg die Zahl der Beschäftigten bei Pflegediensten um rund 17 Prozent, in Pflegeheimen um rund 27 Prozent. Trotz Konjunkturkrise rechnen die Wirtschaftsverbände 2009 mit einem Jobzuwachs von rund 50.000 Stellen. Und dabei ist das volle Potential noch nicht mal ausgeschöpft. Um den Dienstleistungssektor weiter zu fördern, müssen die Lohnnebenkosten im unteren Einkommensbereich gesenkt werden. Gerade hier wirken die hohen Kosten stark beschäftigungshemmend – die Löhne sind zu niedrig, es gibt wenig reguläre Beschäftigung und einen großen Anteil an Schwarzarbeit.
Ein weiterer wichtiger Wirtschaftszweig ist die Chemieindustrie. Sie ist eine der größten Industriebranchen der EU. Gleichwohl liegt hier noch viel Potenzial versteckt. Die Forschung in den Bereichen Ressourcenschonung und Energieeffizienz kann Arbeitsplätze bereitstellen und gleichzeitig Kosten sparen.
Viel Jobpotential steckt auch in der Bildung. Deutschland investiert seit langem zu wenig in diesen Bereich. Dabei haben Bildungsinvestitionen einen doppelten Effekt. Zum einen entstehen durch Investitionen neue Arbeitsplätze für Lehrerinnen, Betreuer, Professorinnen und Kindergärtner. Gleichzeitig sorgen sie für ein höheres Bildungsniveau und stärken so den Wirtschaftsstandort Deutschland.
Die krisengeschüttelte Automobilbranche benötigt dringend Unterstützung vom Staat. Allerdings nicht durch Abwrackprämien oder ähnliche Geldverschwendung. Die Zukunft der Automobilbranche ist eng verknüpft mit einer ökologisch nachhaltigen Ausrichtung. Um Innovationen in Energieeffizienz und Co2-Einsparung zu fördern, benötigen wir ein Marktanreiz- und Forschungsprogramm sowie eine Kfz-Steuerreform.
Kraftvolle neue Jobgaranten: Die Wachstumsbereiche Umweltschutz und erneuerbare Energien.
Bereits heute sind 1,8 Millionen Menschen in Deutschland im Umweltschutz beschäftigt, das sind 4,5 Prozent der Erwerbstätigen. Und es können weit mehr werden. Die weltweit nachgefragte Umwelttechnologie will entwickelt und gebaut, Anlagen zur Nutzung Erneuerbarer Energien müssen betrieben und gewartet werden. Allein in den zwei Jahren von 2004 bis 2006 entstanden 291.200 neue Öko-Arbeitsplätze. Einer Studie des Bundesumweltamtes zufolge können bis 2020 500.000 Jobs allein im Umweltbereich geschaffen werden. Bis 2030 sogar 900.000. Die Krise ist eine riesige Chance, die Wirtschaft ökologisch nachhaltig zu gestalten und dabei einen neuen Jobmotor zu errichten. Und Grüne Wirtschaft gibt es nicht nur im Technologiebereich. Auch in vielen traditionellen Wirtschaftszweigen wirken sich Investitionen in den Umweltschutz positiv aus: Im Stahl-, und Maschinenbau, in der elektronischen Industrie und besonders auch im Baugewerbe. Überall dort, wo es ökologische Anforderungen gibt, entstehen grüne Jobs. Investitionen in den Umweltschutz können damit auch ein Mittel sein, um die stark von der Rezession betroffenen traditionellen Branchen zu unterstützen. „Umweltschutz entwickelt sich zum integralen Bestandteil der Wirtschaft“, heißt es im Papier des Umweltbundesamtes.
Dass wirtschaftlicher Erfolg und ökologische Nachhaltigkeit sich ausschließen, ist eine Ansicht von vorgestern. Eine umweltorientierte Ausrichtung der Wirtschaft trägt zum Aufschwung bei.
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