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Die Kanzlerin badet!

"Milch darf nicht billiger sein als Wasser", fordern BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. Deswegen waren wir mit einer Guerilla-Aktion zum Milchgipfel vor dem Kanzleramt. Und auch Frau Merkel war dabei

29.05.09

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31-07-09 13:44
Der Fehler nicht nur bei den Milchpreisen, sondern der gesamten Agrarsubventionierung liegt in der Ausrichtung an mengenmäßigen Größen - z.B. Hektar Fläche, Tonnen Getreide oder eben Liter Milch. Gepaart mit den Fiktionen des Bauernverbandes von "kostendeckenden Preisen" und dem "bäuerlichen Familienbetrieb" ergibt sich das Dilemma der heutigen Landwirtschaft. Der Betrieb mit 30 Milchkühen oder 50 Hektar Marktfruchtanbau (Raps/Weizen/Gerste) kann kaum bis nicht davon Leben. Die Interessenvertreter der Bauern - auch Bauernverband genannt - argumentieren mit der Not in der Größenklasse 30 Kühe für bessere Preise. Nicht erwähnen sie dabei, dass sie selbst häufig ganz andere Betriebe führen. Dort reden wir schon mal von 100-200 Kühen und 500 Hektar Anbaufläche. Hier reden wir dann aber nicht mehr von Melkmaschine oder Handmelken, sondern von vollautomatischen Stallsystemen mit automatischen Fütterungssystemen, Fischgrätenmelkständen und Videoüberwachung. Großbetriebe haben schon mal gerne 200000 € Subventionen auf dem Konto, bevor sie anfangen, einen Liter Milch oder eine Tonne Getreide zu verkaufen. Diese Schieflage gilt es zu beseitigen. Wenn man dahin kommt, dass ein Kleinbetrieb "existenzfähig" ist, gewinnen auch die Plakate des Bauernverbandes zum Thema "Bauernhand pflegt grünes Land" auch eine Existenzberechtigung.

Wer vorschlägt, Kühe mit der Hand zu melken, hat dies noch nie getan. Und wer glaubt, dass der Biolandbau die Lösung für eine breite Masse ist, liegt in meinen Augen genauso daneben. Es ist schon ausreichend, wenn in der Agrarsubventionierung diejenigen das Geld bekommen, die auch die Zielgruppe sind. Und vor allem sollte mal klar gestellt werden, wer eigentlich diese Zielgruppe ist.Zur Zeit gehe ich mal davon aus, dass für 1€ Einkommen, das ein Landwirt erzielt, mindestens 20€ Subventionen erforderlich sind.
14-06-09 14:23
Die Aktion scheint mir, falls echte Milch
verwendet wird, etwas geschmacklos.
Man hätte das ganze auch patomimisch durchführen
können
03-06-09 19:47
@ Bernhard Müller: Ich bitte sie die Erzeugung von Milch nicht auf die leichte Schulter zu nehmen, gerade dann, wenn sie bis jetzt nur einmal einen kurzen Urlaub auf einem landwirtschaftlichen Betrieb gemacht haben. Ich selbst bin Sohn eines ehemaligen Landwirtes. Mein Vater musste vor einem Vierteljahr den Betreib aufgeben. Der niedrige Milchpreis brachte uns den Ruin. Ich möchte versuchen dir die Realität eines Heutigen Landwirtschaftlichen Betriebes darzulegen, denn die Argumentation mit diesem naiven Halbwissen ist inakzeptabel.
Zum Düngen des Bodens reicht der Stoffwechsel der Kuh nicht aus. Im Winter werden diese den Schlechten Wetterverhältnissen wegen in den Stall geholt. Dadurch bleibt im ganzen Winter eine Düngung aus. Zumindest einmalig vor der erneuten Verwendung der Flächen im Frühjahr muss also gedüngt werden, damit sich das Grünland ausreichend erholt und dann wieder als Futter bereit zu Stehen.
Die heutige Futterbereistellung für den Winter ist weit entfernt von dem ernten mit der Sichel Sichel und dem Zusammentragen weniger Schubkarren Gras. Für den Winter wird heutzutage eine Silage zusammengefahren, die ungefähr 150 Tonnen für 30 Tiere Umfasst. Das erfordert den Einsatz schwerer Maschinen. Für viele kleinere Landwirte kommen hier enorme Kosten auf, da diese Arbeit von Lohnunternehmen für nicht wenig Geld geleistet wird.
Weiterer Bestandteil des Winterfutters ist das getrocknete Gras, also das Heu, welches zusätzlich zu der Silage gefüttert wird. Nach dem Mähen darf man es nicht einfach liegen lassen bis es trocken ist, denn dann würde es durch die Nässe in den Nächten auf der Unterseite anfangen zu gammeln. Deswegen muss man es ein bis mehrmals am Tag wenden. Dazu wird erneut eine Maschine benötigt. Wenn es trocken ist wird es Maschinell gepresstes um eine Lagerbare Dichte und Form zu bekommen und eingelagert. Es kommen also hier Kosten durch die Maschinen auf den Landwirt zu um die er nicht herum kommt!
Kraftfutter ist Sache jedes Betriebes, der den Qualitätsstandarts seiner Meierei entsprechen möchte, den vollen Preis zu bekommen und dabei auch genügend Menge zu erzeugen.
Ja Kühe kann man mit der Hand melken. Ich finde diese Argumentation jedoch sehr schwach. In heutiger Zeit wird wohl kaum ein einziger Betrieb überleben können, wenn er die Kühe mit der Hand melkt. Da kommt ein derartiger Zeitbedarf und Aufwand auf einen zu, sodass auch bei Erhöhung des Milchpreises dieser nicht im Geringsten die Kosten des Produzierenden Betriebes decken kann. Man muss hier schon etwas Zeitgemäß denken, mit der Entwicklung gehen. Früher wurden die Steine für Pyramiden auch mit Menschlicher Kraft bewegt.
Früher gab es all diese Methoden vielleicht noch. Damals, als die meisten Betriebe Selbstversorger waren. Heute sind all deine Ideen nicht mehr realistisch.

Der Ansatz die Bequemlichkeit der Landwirte zu Bemängeln ist nicht hinnehmbar. Ein Zusammenpferchen von Tieren gibt es in Deutschland nicht, da es Jährliche Besuche von verschiedenen Kontrolleuren gibt. Diese überprüfen die Artgerechte Milchviehaltung!
03-06-09 06:28
@ Philmoell Dünger ist das, was bei der Kuh als Stoffwechselendprodukt übrig bleibt. Das fällt von alleine aus der Kuh, wenn sie auf der Wiese steht und verdaut. Kraftfutter zukaufen ist Sache der Massentierhaltung in den Agrarfabriken. Einen Teil des Grases mähen und trocknen, damit er im Winter als Heu zur Verfügung steht, kann man mit einer Sichel.
Als Kind habe ich sogar mal auf einem Bauernhof Urlaub gemacht. Damals hat mir die Bäuerin gezeigt, dass man die Kuh auch von Hand melken kann.
Wer es gerne bequem haben will und Melkmaschinen benutzt, soll den Strom aus der Biomasse gewinnen, die beim Verdauungsprozess der armen Kühe anfällt, die dann aus arbeitstechnischen Gründen (Bequemlichkeit der Landwirte) in engen Ställen zusammengepfercht stehen müssen.
Wer als Bauer höhere Preise für seine Milch haben möchte, soll auf biologische Erzeugung nach den Richtlinien des Bioland Verbandes umstellen.
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