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Astrid Schneider, Mitglied der Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus und Sprecherin der Bundesarbeitsgemeinschaft Energie von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, räumt mit dem trügerisch schönen Schein auf, Uran wäre ewig verfügbar. Ein Gastbeitrag.

Die Atomenergieverfechter stellen Uran als einen unendlichen Brennstoff dar – schier immateriell: ohne Nachschubprobleme drehen sich Atome nur so im Atomkraftwerk und schweben sauber dahin. Keine Kohle, keine Steine, kein Bergbau kann das schöne, saubere, umweltfreundliche Image der Atomkraft trüben. Funktioniert der Brennstoffkreislauf, sei die Reichweite des Urans praktisch unbegrenzt, erläutert auch das deutsche Wirtschaftsministerium.
Das einzige Problem: Den Brennstoffkreislauf gibt es nicht. Die Idee ist alt, die praktische Umsetzung bislang nicht gelungen. Der schnelle Brüter sollte Uran bebrüten und so die Ausbeute des spaltbaren Materials um den Faktor 50 steigern. Neben weiterem spaltbaren Uran würde im schnellen Brüter vor allem Plutonium anfallen. Die bisherigen Versuche schnelle Brüter zu betreiben, scheiterten auch an der noch vielfach größeren Gefahr, die von diesem ausgeht: Plutonium ist einer der giftigsten Stoffe weltweit, Millionstel Gramm des Stoffes sind für Menschen tödlich – die schnellen Brüter jedoch hoch explosiv, die Materialtechnik bislang unbeherrscht.
Die Atomwirtschaft hat ein dickes Problem. Schon längst hätten schnelle Brüter das knappe Uran strecken und Atommüll vermindern sollen – stattdessen verbraucht sich der Rohstoff kontinuierlich und wird langsam knapp. Schon machen neue Wortschöpfungen die Runde. Statt vom Brennstoffkreislauf reden Wissenschaftler schon von der Einwegkreislaufwirtschaft: dem ‚one way through fuel cycle’. Gemeint ist bei dieser verzeifelten Wortschöpfung der Atomgemeinde, dass es statt eines Brennstoffkreislaufes leider eine Einbahnstraße gibt: Vom Uranbergwerk über die Brennstäbe hin zum Atommüll.
Uranverknappungen und Preissteigerungen mit bis zu 1300 Prozent auf dem Spotmarkt für Uran waren bereits die Folge. Viele Länder wie Deutschland haben sich bereits aus der Forschung am schnellen Brüter ausgeklinkt, unsere alte Baustelle in Kalkar ist heute ein Freizeitpark.
Andere Länder wie Frankreich und China haben sich zu einem ‚Generation IV’-Forum zur gemeinsamen Projektentwicklung zusammengeschlossen. Doch das Resultat ist mager. Selbst der am weitesten fortgeschrittene schnelle Brüter in Frankreich wird von den Forschern selbst erst ab 2050 zum kommerziellen Einsatz vorgesehen – falls die Menschen in Europa die explosive Plutoniumkraftwerke dulden. Bis 2050 müssen wir aber mit dem Klimaschutz schon längst fertig sein und bereits 90 Prozent CO2 reduziert haben – mit erneuerbaren Energien ist das machbar. Wir Grüne werden alle Kräfte mobilisieren diese Wahnsinnstechnologie der schnellen Brüter zu verhindern.
Atomkraftbefürworter argumentieren wir bräuchten dringend Atomkraft, da diese die preiswerteste und am schnellsten sicher verfügbare CO2-freie Energiequelle sei. So schlägt die aktuelle ‚Technology Roadmap – Nuclear Energy’ der Nuclear Energy Agency vom Frühjahr 2010 vor, die Atomkraft zum Klimaschutz bis 2050 auf die mehr als fünffache Menge der heute laufenden Atomkraftwerke auszubauen: auf 2000 Gigawatt (GW) Gesamtleistung weltweit (heute gibt es 375 GW). Die Roadmap räumt aber ein, dass für diese Aussichten der schnelle Brüter erforderlich sei. Ohne diese Perspektive wäre sonst bis 2050 alles bekannte Uran aufgebraucht.
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Lila: Selbst die Nuclear Energy Agency zeigt im Red Book - auf dessen Daten die Grafik beruht - sehr deutlich eine drohende Versorgungslücke auf. Sie geben zu, dass nur 68 Prozent des beim hohen Ausbauszenarios auf 663 GW Atomkraftwerke auftretenden Uranbedarfs nach aktuellen Förderprognosen gedeckt werden kann.
Orange: Wenn auch noch die bisher eingeplanten Minenprojekte in Kanada und Australien sich verzögern oder ausfallen wird die Versorgungslücke noch größer.
Weitere Hintergrundinfos über Uranproduktion und Uranbedarf (PDF)
Quelle der Grafik: 'Störfall Atomkraft' von Karl-W. Koch, Astrid Schneider, Ralph Thomas Kappler (Hg.) erschienen 2010 im VAS-Verlag
Nun warnen auch bereits die eigenen Berater der internationalen Atomorganisationen: Die Ux-Consultants errechneten, dass die Urannachfrage bei einem Ausbau der Atomkraft auf 870 GW bis 2030, schon im Jahr 2013 höher wäre, als das Angebot. Doch selbst beim niedrigsten Ausbauszenario auf 550 GW gäbe es bereits im Jahr 2025 zu wenig Uran-Brennstoff.
Mit anderen Worten: Eine Steigerung der weltweiten Atomstromproduktion ist gar nicht realisierbar. Sie würde sofort zu einer starken Uranverknappung führen. Heute noch Staaten zu sagen, Atomkraft könne sie aus der Energieimportabhängigkeit führen und ihre Energieprobleme lösen, ist einfach nur eine fahrlässige Falschaussage, die teure Investitionen in neue Atomkraftwerke zu ‚lost investments’ werden lassen kann.
Doch auch heute muss bereits mehr als ein Viertel des Urans aus Lagerbeständen kommen. Der Uranabbau kann gar nicht Schritt halten mit dem Verbrauch. Zudem gilt das wichtigste Minenprojekt der westlichen Welt, die Mine ‚Cigar Lake’, bislang als gescheitert.
Das Bundeswirtschaftsministerium will den Bürgern auf seiner Webseite weis machen, dass Uran eine ‚einheimische Energieressource’ sei. Das ist nicht nur glatt gelogen, sondern verdeckt auch die wahre Herkunft des begehrten Brennstoffes:
Deutschland ist zu 100 Prozent importabhängig beim Uran.
Die EU-25 ist zu 97 Prozent importabhängig.
Aber auch von ‚sicheren Herkunftsländern’ kann man nicht sprechen. Deutschland besitzt keine eigenen Uranminen, ist also schlicht und ergreifend beim Import von der Lage auf dem Weltmarkt abhängig.
Im Jahr 2009 kamen aber knapp 50 Prozent des Urans für den Weltmarkt aus Russland, Kasachstan, Usbekistan und der Ukraine. Weitere 12 Prozent kamen aus Afrika.
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Die Uran-Abbaubedingungen sind mittlerweile Gegenstand internationaler Empörung. In Namibia gibt es nicht einmal eine Umweltgesetzgebung für den Uranabbau. Durch Uran erkrankte Minenarbeiter in Niger werden als Aidskrank verunglimpft. Viele Bergbaustädte wie Arlit in Niger sind verseucht von Uranstaub aus den Abbauhalden.
Weitere Hintergrundinfos und eine Uranstudie gibt es auf der Webseite der Energy Watch Group.
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Ich habe ein neues, altes Thema für Sie. Das Einweg-, oder Dosenpfand ist ja grünlich in die Hose gegangen. Herr Trittin hat auch kein Interesse mehr an seinem früheren Lieblingsthemqa. Aber vielleicht interessiert es Herrn Özdemir, denn schliesslich sind es hauptsächlich seine Landsleute, die Dosengetränke im Ausland kaufen und hier ungestraft pfandfrei verkaufen, weil sie sich damit einen Preisvorteil ergaunern. Also Herr Özdemir, auf gehts
http://www.welt.de/politik/ausland/article11950521/China-prahlt-mit-Durchbruch-bei-Atomtechnologie.html