back
  • .Merkels fauler Kompromiss

    Geschenk für Atomkonzerne

    Statt die Erneuerbaren zu stärken, macht sich Schwarz-Gelb zum Geldeintreiber der Atomlobby.

  • Claudia Roth und Cem Özdemir im Videointerview über die Zukunftsforen
    .Grüne Zukunftsforen

    Mission: Zukunft

    Die Zukunftsforen bilden die Grundlage für eine breite inhaltliche Diskussion in der Partei - auch für das nächste Bundestagswahlprogramm.

  • Ein grüner Pfeil zeigt nach oben.
    .Umfragewerte der Grünen

    Ein historisches Hoch - aber keiner hebt ab

    Ein Interview mit Steffi Lemke über die Umfragewerte der Grünen.

  • .Afghanistan

    Mutprobe Frauen-Fußball

    Claudia Roth über ihre Eindrücke des umkämpften Landes in einem Reisetagebuch für FR-online.

  • .Stadtplanung

    Nein zu Stuttgart 21

    Das Aktionsbündnis K21 informiert über die Pläne und organisiert den Protest.

  • Ölverschmierter Vogel
    .Ölpest

    Hände weg vom Mittelmeer!

    Nach dem Golf von Mexiko nimmt sich BP das Mittelmeer vor. Doch der Protest wirkt!

  • .Flut in Pakistan

    Das Schlimmste kommt noch

    Britta Petersen über die Situation im Distrikt Nowshera in Pakistans Provinz Khyber Pakhtunkhwa.

  • Längere Laufzeiten bedeuten immer auch mehr Atommüll. Foto: Rainer Zimmermann/Flickr
    .Laufzeitverlängerungen

    Die haltlosen Argumente der Atombosse

    Wir widerlegen die Behauptungen.

  • Ein gemalter Atompilz. Foto: groovelock/Flickr
    .Nukleare Abrüstung

    Atomarer Lackmustest

    Ein Gastbeitrag von Annalena Baerbock und Agnieszka Malczak über Atomwaffen, Atomausstieg und das neue NATO-Konzept.

  • .Grüne Geschichte

    Nach dem Massaker von Srebrenica

    Teil 18 der "Grünen Geschichte(n)": Die Frage der militärischen Gewalt.

next
ZurückDu bist hier:ThemenEuropa

Das Netz wählt grün

Peter Sunde, Betreiber der Internetplattform The Pirate Bay, steht in Schweden vor Gericht. Der Vorwurf: Beihilfe zur massenhaften Urheberrechtverletzung. Jetzt ruft er zur Wahl der Grünen auf. Wir haben mit dem Europakandidaten Jan Philipp Albrecht darüber gesprochen

03.06.09

Jan Philipp Albrecht

Jan Philipp, die Betreiber von The Pirate Bay haben eine neue Wahlkampagne („Vote or die“) gestartet, in der Peter Sunde zur europaweiten Wahl der Grünen aufruft. Wie stehst Du dazu?

Ich freue mich sehr darüber. Peter Sunde steht für eine europaweite Bewegung, die sagt: Freier Austausch von Kultur und Wissen muss möglich sein. Wir Grünen haben die Ideen dafür. Wir Grünen stehen für eine fairen Ausgleich zwischen Internetnutzern und Kreativen, ohne Kriminalisierung und mit einer Vergütung. Wir stehen für eine zeitgemäße Netzpolitik.

Was heißt das?

Was in letzter Zeit in Sachen Internet politisch vor sich geht, ist ein Skandal. Vorratsdatenspeicherung, Online-Durchsuchung und die unverhältnismäßige Kriminalisierung von Filesharern müssen gestoppt werden.

Machst Du Dich mit Deiner Freude nicht zum Sprachrohr von Kriminellen, sollten die Angeklagten im Revisionsurteil für schuldig befunden werden?

Noch hat das Revisionsverfahren nicht begonnen und noch wurde kein abschließendes Urteil gesprochen. Kultur muss geremixt, neu verteilt werden dürfen. Das Bereitstellen einer Plattform ist noch lange kein Verbrechen.

Ein Argument der Netzpiraten: Die Plattform sei nichts weiter als eine spezialisierte Suchmaschine. Sie befürchten: Betreiber könnten haftbar gemacht werden für das, was in ihren Suchergebnissen erscheint.

Es darf nicht sein, dass Suchmaschinenbetreiber haftbar dafür gemacht werden, was hinter den Suchergebnissen steht. Sonst wären sie dazu gezwungen, Zensur zu betreiben und müssten nach eigenem Bemessen entscheiden, was gefiltert wird und was nicht. Der Staat muss gegen die Anbieter von tatsächlich illegalen Angeboten vorgehen. Allem voran brauchen wir einen wirksamen Kampf gegen Kinderpornografie oder auch Rechtsextremismus im Netz. Allein Internetuser zu bevormunden und eine riesige Sperrinfrastruktur aufzubauen, ist jedoch völlig falsch.

Ist Filesharing und die Bereitstellung der technischen Möglichkeiten dafür keine Straftat?

Nach geltendem Recht ist der Austausch von Kopien illegal. Doch ob das politisch richtig ist, möchte ich in Frage stellen. Denn das Recht auf eine Privatkopie ist ein Grundrecht. Das aber als Verbrechen gebrandmarkt wird. Wir müssen alternative Wege beschreiten statt Totschlaginstrumente zu nutzen, wie es viele europäische Regierungen tun. Sie beseitigen Stück für Stück die Freiheit im Internet und der Kultur.

Es gibt eine tiefe Kluft zwischen Kunstschaffenden und Netzusern. Die einen fürchten um ihr Einkommen, die anderen bestehen auf die Freiheit im Netz und den offenen Zugang zu Wissen und Kultur. Sind diese zwei Interessen miteinander vereinbar?

Dafür müssen wir sorgen. Natürlich ist es wichtig, dass es einen Ausgleich gibt zwischen Künstlertum und freier Internetnutzung. Eine Lösung ist die Kulturflatrate (Jeder zahlt einen pauschalen Betrag, der den Kulturschaffenden wieder zugeführt wird. Anm.d.Red). Die Bekämpfung des Filesharing nutzt Künstlerinnen und Künstlern wenig. Bisher gewinnen in erster Linie die Rechteverwerter, die Unterhaltungsindustrie.

Das große Ganze dreht sich nicht um den Schutz der Künstler, sondern um die Macht der Konzerne?

Ganz genau. Normale Nutzerinnen und Nutzer werden kriminalisiert, um die Einnahmen der Medienindustrie zu sichern, auf Kosten der Grundrechte und einer freien Gesellschaft. Unterhaltungsindustrie und Sicherheitspolitiker errichten ein Konstrukt von Gesetzen, die den freien Wissensaustausch begraben wollen. Gerade auf europäischer Ebene gilt es, gegen solche Pläne vorzugehen. Wir wollen nicht wie in Frankreich, dass möglichen Tauschbörsennutzern der Internetzugang mindestens drei Monate lang abgeschaltet werden kann.

Warum ist das Urheberrecht so lebensfern?

Vielen Politikern ist das Internet – ein Teil unserer Realität – fremd. Deshalb braucht Europa neue Politiker, die sich auch im Netz bewegen. Die wissen, dass die Speicherung und Auswertung von IP-Adressen ein enormer Eingriff in die Privatsphäre eines Menschen ist. Das Netz ist Teil unserer Lebenswelt, auch wenn viele Politiker das nicht verstehen. Wir leben dort und werden dort dauerüberwacht. Dagegen kämpfe ich.

Kommentar schreibenVersendenBookmark
Bild von Christian Bahls

"Wir werden benutzt"

Internetsperren? Nicht in unserem Namen, sagt Missbrauchsopfer Christian Bahls

07-06-09 18:56
Es ist immer das selbe Problem Großkonzerne machen über Lobbyisten Politik. Sowas gehört gesetzlich verboten nicht das Filesharing. Für mich ist das versteckte Korruption. Das Filesharing ist doch letztendlich eine Auswirkung der Gier durch überteuerten CD und DVD Produkte der Medienindustrie. Jetzt wehren sich die Menschen einfach. Ich sehe keinen Grund dafür warum ein Schauspieler in den USA für einen Film 10 mio. Dollar verdienen muß soviel wie ich wohl in 40 Arbeitsjahren nicht verdienen werde. Ist meine Arbeit schlechter? Und was ist mit den pauschalen Abgaben die wir bereits über Rohlinge und Drucker zahlen? Ist unsere Brieftasche eigentlich ein Selbstbedienungsladen für die Großkonzerne zbs. der Medien- und Energieindustrie.
06-06-09 19:36
Aber ruft thepiratebay nicht zur Wahl der Piratenpartei auf?
Hab ich mich da verkuckt?

Naja, kleine Ungenauigkeit, kann ja mal passieren.. ts.
06-06-09 11:27
Es geht vor allem auch um Kunstmedien, die auf dem öffentlichen Markt gar nicht oder nur unter großen, auch finanziell unverhältnismäßigen Anstrengungen zu erwerben sind. Das Internet gibt heutzutage eine Plattform für die Verbreitung internationaler Medien auf der gesamten Welt und zwar in einem Maße, wie das vor einigen Jahren noch nicht denkbar gewesen war. Dieser Anspruch verwirklich kulturellen Austausch und fördert die individuelle Vielfältigkeit. Im städtischen Kino und in den DVD-Auslagen findet man das derzeit angesagte, sprich den üblichen Hollywood-Medienkult, der zwar teilweise sogar sehr schön sein mag, aber von einem starren Weltbild und wenig Innovation gekennzeichnet wird. Es muss die Möglichkeit geben, Kunst in allen ihren Formen und Denkrichtungen zu verbreiten und das Internet ist dafür der am besten geeignete Weg.

Es geht hier eindeutig um die Kriminalisierung dieser Plattform; anstatt die kriminellen Aspekte so gut es geht einzudämmen und ihrer Grundlage zu berauben, wird pauschal dafür bestraft, dass man das Internet für kulturellen und künstlerischen Austausch nutzt. Das neue Medium ist entwicklungsfähig; warum sollte man also davon ausgehen, dass es keinen anderen, zeit- und nutzengemäßeren Weg gibt, um Nutzer- und Künstlerinteressen zu einen. Denn es geht um beiderlei Ansprüche, nicht nur um die Rechte des Urhebers. Warum sollte man einen Zustand, der heute unbalanciert ist, genau auf die Gegenseite verdrehen? Beide Seiten müssen sich in der Mitte treffen, um beider Interessen zu stärken.
05-06-09 20:54
Ist es gerecht, dass eine "Suchmaschine" Millonengewinne praktisch ohne Gegenleistung einfährt, zu Lasten der Produzenten, die extrem viel Geld inn ihre Produktionen investiert haben? Kann eine Kulturflatrate wirklich die erforderlichen Einnahmen stemmen die erforderlich sind, um Hollywood-Produktionen herzustellen (und um die geht es ja wohl im wesentlichen)? Sollten Künstlern und Autoren nicht selbst entscheiden dürfen, ob sie zur Kultur- und Wissensallemende beitragen wollen, bzw. warum wollen wir ihnen dies diktieren?

Und zu guter letzt: Die Politiker von Gestern, die alle keine Ahnung haben... Das die Sehnsucht der Jugend nach Abgrenzung selbstgefällig sein kann, ist ja nicht neu. Richtig sind diese politischen Forderungen daher noch lange nicht. Es fehlt vor allem eines: Diskurs. Und zwar solcher, der nicht in einer Netzavantgarde-Attitüde alles plattmacht, was anders denkt. Sondern ein solcher, der willens ist, für widerstreitende Interessen Lösungen zu suchen.
Kommentar
CAPTCHA Bild zum Spamschutz
Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
Freiheit statt Angst! Datenschutzdemo am 11.09.2010 in Berlin, Potsdamer Platz, 13 Uhr
Atomkraft: Schluss jetzt! Großdemo und Umzingelung in Berlin
Wehr' Dich gegen die Abzocke, werde Stromwechsler/in!
Hände weg vom Mittelmeer!
Schwarz-gelben Atomputsch verhindern! Schreib Deinem Abgeordneten.
Meine Kampagne: GENKARTOFFEL? KOMMT NICHT IN DIE TÜTE!
20 Dinge, die Du über Atomkraft wissen solltest
RSS-Feeds abonnieren
Kanal Grün auf Youtube
Deine Daten gehören Dir! Datenschutz ist Bürgerrecht
Cem Özdemir bei MeinVz
Immer mit dabei - Meine Kampagne auf twitter
Unterstütze Grün mit Deiner Spende
Die Grünen bei twitter