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Zum Tod des schiitischen Groß-Ajatollahs Hossein Ali Montazri erklärt Claudia Roth, Bundesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN:
"Der Tod des schiitischen Großajatollahs Montazeri erfüllt uns mit Trauer. Seinen Angehörigen, Wegbegleitern und Anhängern gilt unser tiefes Mitgefühl.
Ajatollah Montazeri war einer der stärksten Pfeiler der aktuellen Demokratiebewegung in Iran. Mit seiner Kritik an Menschenrechtsverletzungen, Massenhinrichtungen und monopolistischen Machtstrukturen und seiner Unterstützung für die Opposition fiel er als einer der Mitbegründer der Islamischen Republik Iran und als einer ihrer höchsten Repräsentanten in politische Ungnade. Als eine der höchsten theologischen Instanzen der Schiiten weltweit hat er durch seine lebensbejahende und die Demokratie fördernde Stellungsnahmen das religiöse Leben der Schiiten nicht nur in Iran modernisiert. Deshalb war er ein Dorn im Auge aller religiösen Fanatiker und Willkürherrscher, die ihn jahrelang unter Hausarrest gestellt und ihm und seinem Umfeld das Leben mit allen Mittel erschwert haben.
Nach dem Wahlbetrug und Putsch von Ahmadineschad im Juni 2009 wurde er zum geistigen Vater der Protestbewegung für Menschenrechte und demokratische Teilhabe. Seine öffentliche Bewertung des Vorgehens der Machthaber, es sei weder islamisch noch republikanisch, hat das Teheraner Regime in den Augen von Millionen Gläubigen vollends delegitimiert.
Sein Tod ist ein großer Verlust für die gesamte schiitische Welt und für eine von ihm mitgetragene schiitische Theologie, die auf eine zeitgemäße Auslegung der Religion setzt und Demokratie als beste Herrschaftsform anerkennt. Sein Andenken wird dennoch weiterhin viele Gelehrte und Gläubige positiv beeinflussen."