Für eine Grüne Wirtschaftspolitik, die ökologisch gestaltet und ökonomisch überzeugt!

Die Akzeptanz und Durchsetzung unserer Konzepte – auch gegen Widerstände – wird davon abhängen, die Chancen Grüner Ideen nicht nur für Klima und Natur, sondern auch für den Wirtschaftsstandort zu beschreiben. Wir müssen glaubwürdig deutlich machen: Grüne Wirtschaftspolitik lohnt sich für unser Land und seine Zukunft!

Autor: Cem Özdemir

Porträtfoto von Cem Özdemir
Cem Özdemir, Bundesvorsitzender von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. Foto: © Sedat Mehder

Wer Klima und Natur schützen will, muss die Art und Weise verändern, wie wir wirtschaften. Über 80% der Bevölkerung lehnen ein Wachstum auf Kosten von Umwelt und künftigen Generationen ab und fordern eine neue Wirtschaftsweise. Sie kritisieren, dass wir mit der Art und Weise, wie wir wirtschaften und Wohlstand schaffen, einen Raubbau an unseren natürlichen Lebensgrundlagen betreiben – so sehr, dass wir laut WWF im Jahr 2030 eine zweite Erde brauchen werden, um unseren Ressourcenhunger auf jetzigen Niveau zu stillen. Viele wollen eine ökologisch-soziale Marktwirtschaft, die ein gutes Leben ermöglicht, aber nicht wie bisher an dem Ast sägt, auf dem wir alle sitzen.

Gleichzeitig fürchten viele Menschen, dass der Übergang zu einer neuen Wirtschaftsweise die wirtschaftliche Stabilität und Arbeitsplätze gefährden könnte. Zwischen der Einsicht in die Veränderungsnotwendigkeit und die Bereitschaft zur Veränderung besteht eine gewisse Ambivalenz. Die öffentliche Kommentierung der Energiewende – nicht nur als ambitioniertes, zukunftsweisendes Aushängeschild deutscher Innovationsfähigkeit und Ingenieurskunst, sondern auch als ein unsicheres Projekt mit angeblich hohen Kosten, Zusatzbelastungen und Gefahren für die Versorgungssicherheit – verdeutlicht sehr gut die Herausforderung, vor der die Grüne Wirtschaftspolitik steht.

Die Akzeptanz und Durchsetzung unserer Konzepte – auch gegen Widerstände – wird daher nicht zuletzt davon abhängen, die Chancen Grüner Ideen nicht nur für Klima und Natur, sondern auch für die deutsche und europäische Wirtschaft zu beschreiben. Wir müssen glaubwürdig deutlich machen: Grüne Wirtschaftspolitik lohnt sich für unser Land und seine Zukunft!

Dabei dürfen wir diejenigen nicht aus dem Blick verlieren, die durch Veränderungen unter Anpassungsdruck geraten oder ihren Arbeitsplatz bzw. ihre Geschäftsidee in Gefahr sehen. Wenn wir etwa zukünftig mit weniger bzw. umweltfreundlicheren Autos bessere Mobilität organisieren möchten, dann müssen wir auch offen über die Perspektiven für den nordrhein-westfälischen oder baden-württembergischen Zulieferer für die Automobilindustrie sprechen. Wir können wirtschaftspolitische nicht von sozial- oder bildungspolitischen Fragen trennen – und dennoch brauchen wir eine Verständigung darüber, warum uns Wirtschaftspolitik wichtig ist und was Grüne Wirtschaftspolitik im Kern bedeutet.

Hier geht es zum Papier.

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